Donnerstag, 30. März 2017

15. Anbetung


Eucharistische Anbetung                                                                            

O Jesus, mein Herr und Gott, ich glaube, daß Du im heiligsten Sakrament als Gott und Mensch, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut wahrhaft, wirklich und mit ganzem Wesen gegenwärtig bist. Meinen leiblichen Augen bist Du zwar verborgen, aber im Lichte des Glaubens schaue ich Dich mit den Augen des Geistes und erkenne unter der Gestalt des Brotes Deine göttliche Majestät und Herrlichkeit. - Stärke meinen Glauben, o Jesus! (Stille)

Ich glaube und bekenne, daß Du in diesem Geheimnis derselbe bist, der von Ewigkeit zu Ewigkeit als einiger Gott lebt und regiert mit dem Vater und dem Heiligen Geiste; daß Du derselbe bist, der in der Fülle der Zeiten aus Liebe zu uns vom Himmel herabgekommen und Mensch geworden ist; daß Du derselbe bist, der um unseres Heiles willen am Kreuze gestorben, aus dem Grabe wieder auferstanden und glorreich in den Himmel aufgefahren ist und dereinst kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten. - Stärke meinen Glauben, o Jesus! (Stille)
Ich glaube, daß dieser Dein Leib wahrhaft eine Speise und Dein Blut wahrhaft ein Trank ist; daß Du mir diese himmlische Speise zur Nahrung meiner Seele und zum Unterpfand meiner künftigen Auferstehung bereitest.
In diesem Glauben, o Jesus, beuge ich meine Knie und bete Dich in tiefster Demut an als meinen Herrn und Gott, als meinen Erlöser und Seligmacher. Möchten doch alle Menschen Dich erkennen und lieben, Dich preisen und anbeten, wie die Auserwählten des Himmels, die Dich im Glanze Deiner göttlichen Majestät schauen und nicht aufhören, Dich zu loben und zu verherrlichen. Amen. (Stille)

O Jesus, Du lebst in der heiligen Eucharistie, aber du schweigst. Du willst vom Tabernakel aus den Menschen Deine Güte, Deine Barmherzigkeit nicht mehr durch Worte und Wunder zeigen wie in den Tagen Deines Erdenlebens. Du möchtest aber doch, dass die Menschen Deine Liebe fühlen. Darum biete ich mich Dir an. Bediene Dich aller Glieder meines Leibes, aller Fähigkeiten meiner Seele, lass durch mich geschehen, was Du auf Erden denen getan hast, die Du liebtest! O Jesus, Du hast in Deiner Ölbergverlassenheit und Todesangst um Trost zum himmlischen Vater gebeten. Du weißt, es gibt Seelen, die auf Erden keine Stützen, keinen Tröster haben. Sende Ihnen einen Engel, der ihnen Freude bringt! (Stille)

O Jesus, Du wünschest Menschen, die von Deiner Liebe sprechen, die den Armen, Ausgestoßenen sagen, dass sie nicht verloren sind, den Mutlosen, dass sie einen Vater haben. O Jesus, nimm mich dazu! Und damit nicht etwa Eitelkeit verderbe, was nur von Dir kommt, mache, dass ich, ohne es selbst zu wissen, Worte und Beweise der Kraft, der Liebe, des Wohlwollens und Verzeihens gebe! Jeder Tag soll mir als verloren gelten, an dem ich nicht von Deiner Güte Zeugnis gebe. (Stille)

O Jesus, der Du so geduldig warst, so bereit, immer wieder die gleichen Lehren zu geben, mache mich geduldig im Anhören, geduldig im Helfen, mache mich stark, damit ich ein freundliches Wesen zeige, auch wenn mir ein Mensch lästig wird! Und wenn ich so schwach bin, meine Müdigkeit, meine Langeweile und Ungeduld zu verraten, dann gib, dass ich dies rasch durch ein liebevolles Wort wieder ausgleiche! (Stille)

O Jesus, der Du mit unendlicher Zartheit auf die Gelegenheit, Gutes zu tun, gewartet hast, gib mir, dass ich die Leiden errate, die die Schüchternheit und Furcht verbergen! Gib mir, dass ich mutig helfe! Gib mir Zartgefühl, damit ich nicht verletze, sondern Öl gieße auf alle Wunden. O Jesus, du suchst treue Ausspender für Deine Schätze und Deine Freuden. Gib mir viel, damit ich vielen gebe! Nimm meine Hände zum Heilen und Almosen verteilen: sie sollen für alle arbeiten, allen zu Hilfe kommen! Lass mich nie vergessen, dass ich zum Dienen auf Erden bin, wie Du es warst! O Jesus, der Du die Seelen so innig liebst, dem nur die Seele etwas gilt, mag die äußere Form schön oder abstoßend, der Charakter sanft oder reizbar sein, gib, dass auch ich in meinen Begegnungen mit den Menschen nur die Seelen sehe und die Seelen suche und liebe, für die Du am Kreuze gestorben bist! Amen.

Hl. Peter-Julian  E y m a r d über den Glauben an die Hl. Eucharistie: Bevor Unser Herr in ausdrücklicher und endgültiger Form die Einsetzung der Eucharistie ankündigte, verlangte er von seinen Zuhörern als erste Bedingung ihren Glauben an seine Gottheit. Erst am Ende seiner Rede forderte er den Glauben an die Wahrheit der Eucharistie. Untersuchen wir nun diese zwei Punkte: (1) Der Glaube an die Gottheit Jesu Christi; (2) Der Glaube an die Eucharistie.

Unser Herr sagt zu ihnen: "Ich selbst bin das Brot des Lebens... das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, damit man davon esse und nicht mehr sterben werde, ...und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch; ich gebe es hin für das Heil der Welt." Und der gleiche Einwand gegen die Gottheit Unseres Herrn kehrt wieder. Die Juden murrten: "Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er sagen: ich bin vom Himmel herabgestiegen?"  Dann befassen sie sich mit der Machbarkeit der Tat, die er ankündigt: "Wie kann uns dieser Mensch sein Fleisch zu essen geben?"

Unser Herr besteht auf seiner Herkunft und seiner göttlichen Sendung und erklärt ihnen, daß seine Worte Geist und Leben sind; daß es sich also nicht um ein materielles Essen von menschlichem Fleisch handle. Das besänftigt sie aber nicht. Sie nehmen Ärgernis daran; und nicht nur die Volksmenge, sondern auch viele seiner Jünger ziehen sich zu-rück und sagen: "Diese Rede ist zu  hart, wer kann sie annehmen?" Von diesem Zeit-punkt an gingen sie nicht mehr mit ihm. Jesus unternimmt nichts, sie zurückzuhalten. Welche Strenge! Er hatte stets die Sünder gesucht und sich mit ihnen abgegeben. Hier nicht. Er war sogar bereit, auch die Zwölf zu entlassen, wenn sie ihm und seinen Worten nicht glaubten! Er hatte sie ständig ertragen und mit Geduld belehrt. Hier zwing er sie, ihre Meinung zu äußern; er sagte zu ihnen: "Und ihr, wollt auch ihr weggehen?" Petrus antwortete im Namen aller: "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du Christus, der Sohn Gottes bist."

Dieses schöne Bekenntnis des Glaubens nimmt Jesus an, ohne es jedoch besonders zu loben, wie er es bei anderen Gelegenheiten getan hatte. Ohne Zweifel war er sehr traurig über die Anwesenheit des Judas, denn  er  sagt: "War nicht ich es, der euch, die Zwölf, ausgewählt hat? Und doch ist einer von euch ein Teufel." Er hatte bereits wenige Augenblicke vorher vor der Volksmenge und den Jüngern erklärt: "Unter euch gibt es einige, die nicht glauben."

Und der hl. Johannes beschließt das 6. Kapitel mit der schmervollen Überlegung: "Jesus wußte von Anfang an, wer nicht an ihn glauben werde und ihn verraten sollte ..." Er sprach von Judas, den Sohn des Simon Iskariot, denn er, einer der Zwölf, sollte ihn verraten.
Wir aber sollen wie der Apostel Petrus die Worte Jesu annehmen.

Der eucharistische Glaube ist das erhabenste Werk, das Gott von uns wünscht. Dadurch unterwirft sich der Mensch Gott ganz und gar; er betet ihn an mit einem vollen und direkten Akt des Glaubens und opfert ihm alles, was dem alten Menschen anhaftet. Unser Herr wollte, daß die Sünde Adams, eine Sünde des Unglaubens - mehr als eine Sünde der Gaumenlust -, welche die Ursache allen Übels war, stufenweise gesühnt werde.

Die verbotene Frucht sah verlockend aus; sie bildete eine Gefahr für den Gehorsam. Der Teufel nützte diese Versuchung aus, und so erlag ihr Adam.

Unser Herr gibt das Gegengift zur Sünde, indem er den Glauben an eine göttliche Frucht, aber ohne äußere Schönheit, anbietet. Die hl. Gestalten üben keine besonders spürbare Anziehungskraft aus: was gibt es einfacheres und weniger
köstliches als eine gewandelte Hostie! Dafür enthalten sie aber Jesus Christus, der das Leben ist, und der Seele die ganze Sanftmut schenkt.
Wie groß und heilsam ist daher der eucharistische Glaube, der allein auf der Wahr-haftigkeit Jesu Christi beruht!
Wie liebe ich den hl. Ludwig, der sich weigerte, in eine Kirche zu gehen, um die Erscheinung Unseres Herrn in der Eucharistie zu bewundern! Das Wort Gottes bot ihm größere Sicherheit als seine Augen.
Der Apostel Thomas verhielt sich wie die Leute von Kapharnaum: er wollte sehen, um zu glauben. Unser Herr hat ihn nicht allzusehr bloßgestellt; er hat seiner Forderung entsprochen und ihm sogar das Privileg gewährt, seine hl. Wundmale berühren zu dürfen. Aber  er empfahl ihm, nicht mehr ungläubig zu sein, und er pries jene selig, die glauben, obwohl sie nicht sehen.
Das will heißen, daß Unser Herr, wenn er sich in der hl. Hostie unter einer sichtbaren Form zeigt, dies nicht tut, um uns dadurch den Glauben zu schenken, weil wir diesen ja schon besitzen, sondern um unsere Frömmigkeit, unsere Bewunderung und Liebe zu stärken, um uns zu trösten und unser Herz zu erfreuen.
Wunder zu fordern, um zu glauben, z.B. Unseren Herrn oder Engel zu schauen, Hei-lungen von Kranken oder Leidenden zu erleben, hieße die göttliche Wahrhaftigkeit Jesu Christi entehren.
Gehen wir nicht mit der Vernunft zu Werk und trachten wir nicht, die Eucharistie mit den Sinnen zu beurteilen!
Wenn sich Unser Herr oder die ihn umgebenden Engel uns zeigen würden, müßten wir die Augen schließen und ausrufen. Herr, ich glaube auf dein Wort hin!
So vollbringen wir das Werk Gottes, nämlich an den zu glauben, der ihn gesandt hat.
Vergessen wir jedoch nicht, daß wir in dieser Einstellung nicht nur an die Person Unseres Herrn, sondern auch an den Grund seines Kommens in diese Welt glauben müssen. Wiederholen wir mit dem hl. Apostel Johannes: "Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen".
An die Liebe glauben, das ist alles. Es genügt nicht, an die Wahrheit zu glauben; man muß an die Liebe glauben. Und Liebe heißt: Unser Herr Jesus Christus im Hlst. Sakrament. Das ist der Glaube, der zur Liebe Unseres Herrn hinzieht. Erbittet diesen reinen und ein-fachen Glauben an die Eucharistie. Die Menschen werden euch unterweisen, aber Jesus Christus allein gibt euch die Gnade, an ihn zu glauben. Geht zur hl. Kommunion, um den Glauben zu stärken, nicht um der Befriedigung des Sinnenhaften im Glauben wegen; dies trifft nur ein, wenn Gott es will.
Die Eucharistie ist da, was willst du mehr?


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