Aus der Tiefe rufe ich
V. Herr, wolltest Du
auf unsere Sünden achten, Herr, wer könnte da bestehen? Aus der Tiefe rufe ich,
Herr, zu Dir: Herr höre meine Stimme!
A. Wende dein Ohr mir zu,/ achte auf mein lautes
Flehen!
V. Würdest Du Herr,
unsere Sünden beachten, Herr, wer könnte bestehen?
A. Doch bei Dir ist Vergebung,/ damit man Dir in
Ehrfurcht dient.
V. Ich hoffe auf den
Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
A. Meine Seele wartet auf den Herrn / mehr als die
Wächter auf den Morgen.
V. Mehr als die
Wächter auf den Morgen soll Israel harren auf den Herrn.
A. Denn beim Herrn ist Vergebung,/ bei ihm ist
Erlösung in Fülle.
V. Ehre sei ... A. Wie im Anfang ...
V. Herr, wolltest du
auf unsere Sünden sehn,
A. Herr, wer könnte da bestehen?
V. Herr Jesus
Christus, in unbegreiflicher Herablassung bist Du vom ewigen Vater in die Tiefe
unserer Sünde und unserer Not herabgestiegen, um uns zu erlösen. Selbst nach
Deiner Rückkehr zum Vater bist Du auf geheimnisvolle Weise hier im heiligsten
Sakrament unter uns Sündern geblieben. So nimmt denn unser Flehen gnädig auf
und bringe es als unser Mittler vor den Thron Deines Vaters. Ja, rufe selbst
als unser Bruder und Fürsprecher mit uns aus dieser Tiefe, damit wir durch Dich
Erlösung finden von all unserer Schuld. Der du lebst und herrschest in alle
Ewigkeit. A. Amen. V. Ehre sei ... A. Wie im Anfang ...
Hl.
Peter-Julian E y m a r d über
das Osterlamm als Zeichen der Eucharistie
Am
Osterlamm, dem Zeichen der Eucharistie, muss man drei Gesichtspunkte
unterscheiden: das geopferte Lamm, das gegessene Lamm und das erlösende Lamm.
1. Das geopferte Lamm.
Es ist das Symbol Jesu Christi, das wahre Lamm Gottes, wie
dies mehrere Stellen der Heiligen Schrift bezeugen.Es ist schon dargestellt durch den Ziegenbock, den Abraham anstelle seines Sohnes Isaak zum Opfer darbrachte.
Indes spricht Jesaia ausdrücklich vom Lamm, dessen Opferung den König von Juda besänftigen wird. Er vergleicht jenen, der die Sünde der Welt auf sich nimmt, mit dem Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird und sich dem Leiden unterwirft, ohne einen Klagelaut von sich zu geben.
Johannes der Vorläufer, bezeichnet Jesus nicht als den Friedensfürsten, sondern sagt: "Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt".
Schließlich schildert der hl. Apostel Johannes den Triumph des geopferten Lammes in einer Schau vom Himmel, die ihm zuteilwurde.
Das Lamm, welches für das jüdische Pascha bestimmt war, musste ohne Fehler sein; es müsste "zwischen zwei Abenden", d.h. zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, geschlachtet werden - zwischen zwei und sechs Uhr nachmittags - und sein Fleisch musste auf dem Feuer gebraten werden.
Jesus, das Lamm Gottes, war nicht nur
von jedem Makel der Sünde ausgenommen, sondern ausgestattet mit allen
Vollkommenheiten und Tugenden. Er wurde geopfert durch die Oberhäupter seines
Volkes; in Jerusalem, der Stadt für die gesetzlichen Opfer; zur Zeit des
Paschafestes, innerhalb zweier Abende, da das Evangelium bestätigt, dass er um
die neunte Stunde starb, - nach römischer Zählungsweise -, was drei Uhr
Nachmittag bedeutet.
Aber das Feuer, welches sein Opfer
verzehrte, war seine brennende Liebe, die sein Herz verzehrte.
2. Das gegessene Lamm.
Man müsste das Paschalamm essen, um am
versprochenen Heil teilzuhaben. Das Essen des Opfers bedeutete ein geheiligtes
Pfand, welches für jene geopfert wurde, die sich daran nährten; so bildete es
in gewisser Weise schon eine Teilhabe am Heil. Der hl. Paulus schreibt: "Christus, unser Osterlamm, ist geschlachtet worden. Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit feiern".
Die Eucharistie ist das Pascha Jesu
Christi und der Gläubigen. Beim letzten Abendmahl sagte er: "Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor
meinem Leiden dieses Pascha mit euch zu essen".
Hier handelte es sich nicht um das
gesetzliche Pascha; es war ja bereits beendet. Jesus spricht hier von einem
neuen Pascha, einem neuen Lamm: er selbst ist dieses Lamm, weil er sich opferte
und als Nahrung hingab: "Nehmt und
esset! Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird." Er ist das
gegessene Lamm. Auch die Kirche wiederholt vor der hl. Kommunion: Seht das Lamm
Gottes!
Warum hat Jesus Christus im
eucharistischen Pascha nicht die Form und äußere Gestalt eines Lammes? Das war
unnötig und unmöglich. Da er die Wirklichkeit ist, warum sollte er die Gestalt
dessen beibehalten, was selbst bereits
Symbol ist? Dadurch, dass er, das
Opferlamm, zum Brot des Lebens geworden ist, zur Speise der Seelen.
Wie muss man das neue Paschalamm essen?
Mit der inneren Verfassung, von der die mosaischen Vorschriften ein Bild waren.
Die Hebräer mussten das Lamm in der Familie verzehren und - wenn nötig - die
nächsten Nachbarn herbeirufen, um die notwendige Anzahl zu erreichen. Sie mussten
gleichzeitig ungesäuertes Brot samt bitteren Kräutern essen; sie mussten ein an
den Lenden gegürtetes Kleid und Sandalen an den Füßen tragen; mit dem Stab in
der Hand mussten sie das Mahl in Eile einnehmen zur Erinnerung an die
eilfertige Flucht aus Ägypten dank des raschen Eingreifens Jahwes gegen ihre
Unter-drücker in Israel.
So darf auch der Christ nur mit der
Bereitschaft zur brüderlichen Liebe sich dem Tisch des Herrn nähern, um das
göttliche Lamm zu essen; um die Vereinigung der Herzen zu bewirken, die Einheit
der Tischgenossen herbeizuführen und zu stärken.
Um dafür würdig zu sein, muss er sich
zuerst einer ernsthaften Abtötung der Leidenschaften unterziehen und sich jene
Reinheit des Lebenswandels aneignen, die ihn wenigstens von jeder Todsünde
befreit. Das ist es, wenn uns der hl. Paulus ermahnt, den alten Sauerteig der
Bosheit und Schlechtigkeit wegzuwerfen und uns auszurüsten mit den ungesäuerten
Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit.
Der Christ sei sich schließlich
bewusst, dass die Welt nur ein Ort des Durchgangs ist, den er jederzeit, selbst
unerwartet, zu verlassen bereit ist mit Hilfe der Eucharistie, der Wegzehrung
des Heiles.
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