Dienstag, 28. März 2017

12. Anbetung


Aus der Tiefe rufe ich

V. Herr, wolltest Du auf unsere Sünden achten, Herr, wer könnte da bestehen? Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir: Herr höre meine Stimme!
A. Wende dein Ohr mir zu,/ achte auf mein lautes Flehen!

V. Würdest Du Herr, unsere Sünden beachten, Herr, wer könnte bestehen?
A. Doch bei Dir ist Vergebung,/ damit man Dir in Ehrfurcht dient.

V. Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
A. Meine Seele wartet auf den Herrn / mehr als die Wächter auf den Morgen.

V. Mehr als die Wächter auf den Morgen soll Israel harren auf den Herrn.
A. Denn beim Herrn ist Vergebung,/ bei ihm ist Erlösung in Fülle.

V. Ehre sei ... A. Wie im Anfang ...

V. Herr, wolltest du auf unsere Sünden sehn,
A. Herr, wer könnte da bestehen?

V. Herr Jesus Christus, in unbegreiflicher Herablassung bist Du vom ewigen Vater in die Tiefe unserer Sünde und unserer Not herabgestiegen, um uns zu erlösen. Selbst nach Deiner Rückkehr zum Vater bist Du auf geheimnisvolle Weise hier im heiligsten Sakrament unter uns Sündern geblieben. So nimmt denn unser Flehen gnädig auf und bringe es als unser Mittler vor den Thron Deines Vaters. Ja, rufe selbst als unser Bruder und Fürsprecher mit uns aus dieser Tiefe, damit wir durch Dich Erlösung finden von all unserer Schuld. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A. Amen. V. Ehre sei ... A. Wie im Anfang ...

Hl. Peter-Julian  E y m a r d über das Osterlamm als Zeichen der Eucharistie
Am Osterlamm, dem Zeichen der Eucharistie, muss man drei Gesichtspunkte unterscheiden: das geopferte Lamm, das gegessene Lamm und das erlösende Lamm.

1. Das geopferte Lamm.
Es ist das Symbol Jesu Christi, das wahre Lamm Gottes, wie dies mehrere Stellen der Heiligen Schrift bezeugen.
Es ist schon dargestellt durch den Ziegenbock, den Abraham anstelle seines Sohnes Isaak zum Opfer darbrachte.
Indes spricht Jesaia ausdrücklich vom Lamm, dessen Opferung den König von Juda besänftigen wird. Er vergleicht jenen, der die Sünde der Welt auf sich nimmt, mit dem Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird und sich dem Leiden unterwirft, ohne einen Klagelaut von sich zu geben.
Johannes der Vorläufer, bezeichnet Jesus nicht als den Friedensfürsten, sondern sagt: "Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt".
Schließlich schildert der hl. Apostel Johannes den Triumph des geopferten Lammes in einer Schau vom Himmel, die ihm zuteilwurde.
Das Lamm, welches für das jüdische Pascha bestimmt war, musste ohne Fehler sein; es müsste "zwischen zwei Abenden", d.h. zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, geschlachtet werden - zwischen zwei und sechs Uhr nachmittags - und sein Fleisch musste auf dem Feuer gebraten werden.

Jesus, das Lamm Gottes, war nicht nur von jedem Makel der Sünde ausgenommen, sondern ausgestattet mit allen Vollkommenheiten und Tugenden. Er wurde geopfert durch die Oberhäupter seines Volkes; in Jerusalem, der Stadt für die gesetzlichen Opfer; zur Zeit des Paschafestes, innerhalb zweier Abende, da das Evangelium bestätigt, dass er um die neunte Stunde starb, - nach römischer Zählungsweise -, was drei Uhr Nachmittag bedeutet.
Aber das Feuer, welches sein Opfer verzehrte, war seine brennende Liebe, die sein Herz verzehrte.

2. Das gegessene Lamm.
Man müsste das Paschalamm essen, um am versprochenen Heil teilzuhaben. Das Essen des Opfers bedeutete ein geheiligtes Pfand, welches für jene geopfert wurde, die sich daran nährten; so bildete es in gewisser Weise schon eine Teilhabe am Heil.
Der hl. Paulus schreibt: "Christus, unser Osterlamm, ist geschlachtet worden. Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit feiern".

Die Eucharistie ist das Pascha Jesu Christi und der Gläubigen. Beim letzten Abendmahl sagte er: "Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Pascha mit euch zu essen".
Hier handelte es sich nicht um das gesetzliche Pascha; es war ja bereits beendet. Jesus spricht hier von einem neuen Pascha, einem neuen Lamm: er selbst ist dieses Lamm, weil er sich opferte und als Nahrung hingab: "Nehmt und esset! Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird." Er ist das gegessene Lamm. Auch die Kirche wiederholt vor der hl. Kommunion: Seht das Lamm Gottes!

Warum hat Jesus Christus im eucharistischen Pascha nicht die Form und äußere Gestalt eines Lammes? Das war unnötig und unmöglich. Da er die Wirklichkeit ist, warum sollte er die Gestalt dessen beibehalten, was selbst bereits
Symbol ist? Dadurch, dass er, das Opferlamm, zum Brot des Lebens geworden ist, zur Speise der Seelen.
Wie muss man das neue Paschalamm essen? Mit der inneren Verfassung, von der die mosaischen Vorschriften ein Bild waren. Die Hebräer mussten das Lamm in der Familie verzehren und - wenn nötig - die nächsten Nachbarn herbeirufen, um die notwendige Anzahl zu erreichen. Sie mussten gleichzeitig ungesäuertes Brot samt bitteren Kräutern essen; sie mussten ein an den Lenden gegürtetes Kleid und Sandalen an den Füßen tragen; mit dem Stab in der Hand mussten sie das Mahl in Eile einnehmen zur Erinnerung an die eilfertige Flucht aus Ägypten dank des raschen Eingreifens Jahwes gegen ihre Unter-drücker in Israel.
So darf auch der Christ nur mit der Bereitschaft zur brüderlichen Liebe sich dem Tisch des Herrn nähern, um das göttliche Lamm zu essen; um die Vereinigung der Herzen zu bewirken, die Einheit der Tischgenossen herbeizuführen und zu stärken.
Um dafür würdig zu sein, muss er sich zuerst einer ernsthaften Abtötung der Leidenschaften unterziehen und sich jene Reinheit des Lebenswandels aneignen, die ihn wenigstens von jeder Todsünde befreit. Das ist es, wenn uns der hl. Paulus ermahnt, den alten Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit wegzuwerfen und uns auszurüsten mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit.
Der Christ sei sich schließlich bewusst, dass die Welt nur ein Ort des Durchgangs ist, den er jederzeit, selbst unerwartet, zu verlassen bereit ist mit Hilfe der Eucharistie, der Wegzehrung des Heiles.

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