Freitag, 31. März 2017

Bußgottesdienst mit Beichtgelegenheit


Lied: GL 266, 1-3 (Bekehre uns, vergib die Sünden)
Liturgische Eröffnung mit Hinführung zum Thema:

Liebe Brüder und Schwestern,
Unter dem Motto „Barmherzig wie der Vater“ hatte Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Die Zeit der Gnade ist da, für alle Gläubigen soll die Barmherzigkeit Gottes erfahrbar werden. Im Licht der Barmherzigkeit Gottes wollen wir unser Leben anschauen. Dieses Licht öffnet uns die Augen über uns selbst. So können wir auch unsere Schwächen und Sünden zu Christus hintragen, der das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters ist. So rufen wir zu ihm:

Kyrie (kann von einem Lektor / Kantor vorgetragen werden)

o       Der Prophet Jesaja sagt: „Wascht euch, reinigt euch! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun. Lernt, Gutes zu tun. Sorgt für das Recht.“
Da, wo wir zu wenig an Liebe haben, wo noch ein Tal der Einsamkeit oder des Egoismus ist, sollst du hineinkommen und uns zum Guten stärken. Denn du bist die barmherzige Liebe Gottes.
Ruf: GL 151 (Teil 1: Herr, erbarme dich unser) oder: GL 155 (Kyrie eleison)


o       Der Prophet Ezechiel sagt: „Kehrt um, wendet euch ab von all euren Vergehen. Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist.“
Da, wo wir Schuld und Sünde auf unserem Lebensweg haben, die den Weg mühsam machen, wo Barrieren sind, sollst du hineinkommen und unser Herz erneuern. Denn du bist die Vergebung Gottes.
Ruf: GL 151 (Teil 2: Christ erbarme dich unser) oder: GL 155 (Christe, eleison)


o       Der Prophet Jesaja sagt: „Tröstet mein Volk, sagt den Städten von Juda: Seht, da ist euer Gott.“
Da, wo wir traurig oder unzufrieden sind, wo wir nicht wir selber sind, da sollst du hineinkommen. Denn du bist die Freude.
Ruf: GL 151 (Teil 3: Herr, erbarme dich unser) oder: GL 155 (Kyrie eleison)


Gebet
Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn als Licht in diese Welt gesandt. Wir sind hier versammelt, um uns dem Dunkel in unserem Leben zu stellen. Öffne uns die Augen, dass wir die eigene Schuld erkennen. Wir sehnen uns nach deinem Licht. Wir sehnen uns danach, dass es in unserem Leben, in unserer Welt und in unseren Beziehungen hell wird. Steige du in unser Dunkel und lass das Licht deiner Liebe und deiner Barmherzigkeit hineinleuchten. Darum bitten wir...

Lesung (Lektor)

Lk 15,1-3.11-32 (= Messlektionar III, 89-91; Barmherziger Vater)

Antwortgesang (Kantor)

Psalm 27

Kehrvers:        GL 38,1 (Der Herr ist mein Licht und mein Heil)

Psalm:             Hilfen für die Messfeier („alt“) C, S. 74.

oder: GL 268,1-2 (Erbarme dich, erbarm dich mein)

Predigt (siehe Predigtvorschlag)


Im Licht der Barmherzigkeit Gottes sehen wir unser Leben an. Die Gewissensfragen wollen dazu helfen.

1. Der Herr sagt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben“ - Meine Beziehung zu Gott

·      Wie / Wann bete ich? Bete ich jeden Tag? Nehme ich mein Leben in mein Gebet hinein?
·      Danke ich Gott in rechter Weise oder komme ich nur zu ihm, wenn ich etwas brauche?
·      Habe ich für Gott keine Zeit? Ist er mir gleichgültig?
·      Suche ich an jedem Sonntag und Feiertag die Begegnung mit Gott in der hl. Messe?
·      Lasse ich mich im Umgang mit Gott von Lustlosigkeit leiten? Oder von Bequemlichkeit?
·      Wo muss ich mich bemühen, damit meine Beziehung zu Gott lebendiger, persönlicher, froher wird?

Musik

2. Der Herr sagt: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ - Meine Beziehung zu den anderen

·      Wie gehe ich in der Familie mit anderen um? Mit dem Ehepartner, mit den Kindern, mit den Eltern, den Geschwistern, den Großeltern usw.?

·      Nehme ich mir Zeit für die Familie? Lasse ich mich nur bedienen oder trage ich meinen Teil zum Wohl der Familie bei?
·      Bin ich dankbar gegenüber denen, die mir Gutes tun, und zeige ich meine Dankbarkeit?
·      Achte ich die Eigenarten, die Meinung und die Leistung der Mitmenschen zu Hause, in der Schule, im Beruf, in meinem Umfeld?
·      Bin ich hilfsbereit und für die anderen Menschen da?

Musik

·      Habe ich andere mit Worten verletzt oder missachtet?
·      Tratsche ich? Habe ich den Ruf anderer beschädigt? Mache ich andere schlecht, damit ich besser dastehe?
·      Lasse ich mich von der Nächstenliebe leiten, wenn ich unausweichliche Konflikte austragen muss? Bemühe ich mich ehrlich, die anderen zu verstehen? Wie gehe ich mit Widerspruch und negativer Kritik um? Trage ich Unrecht nach oder bin ich bereit, Schritte der Versöhnung zu gehen?
·      Bin ich ehrlich, wahrhaftig? Habe ich gelogen? Rede ich mich heraus?
·      Bin ich unkontrolliert zornig gewesen?
·      Habe ich das Eigentum anderer beschädigt oder schlecht behandelt? Habe ich gestohlen oder betrogen?
·      Habe ich andere zu schlechten Taten verleitet? Habe ich Unrecht hingenommen?
·      Wie gehe ich mit meinem Besitz und meinem Vermögen um? Bin ich geizig? Verschwenderisch?
·      Habe ich mich und andere durch mein Verhalten im Straßenverkehr gefährdet?

Musik

3. Der Herr sagt: „Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst“ - Meine Beziehung zu mir selbst

·      Habe ich Freude an meinem Leben?
·      Sorge ich für meine Gesundheit durch eine vernünftige Lebensweise?
·      Bin ich empfindlich, nachtragend? Lasse ich mich gehen oder bemühe ich mich um Ausgeglichenheit und bekämpfe meine Launen?
·      Bin ich neidisch auf andere? Suche ich nur meinen Vorteil?
·      Wie gehe ich mit meiner Geschlechtlichkeit um?
·      Was lese ich? Sehe ich wahllos fern oder im Internet oder wähle ich bewusst aus? Verschwende ich Zeit, die ich sinnvoller einsetzen könnte?


Schuldbekenntnis (aufstehen)

Bekennen wir vor Gott und voreinander, dass wir gesündigt haben.

Ich bekenne…
Es folgt keine Vergebungsbitte!

Einladung zu einem Vorsatz
„Seid barmherzig wie es euer Vater ist.“ Mit diesem Herrenwort wollen wir in einer kurzen Stille überlegen, welchen Vorsatz wir uns für die kommende Zeit nehmen können.
Stille


Vaterunser
Lasset uns beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat: Vater unser im Himmel…

Schlussgebet (vgl. Eröffnung der Hl. Pforte Nr. 22)
Allmächtiger Gott, von dir kommt die wahre Freiheit;
denn du willst alle Menschen aus der Knechtschaft befreien
und zu einem Volk machen.
Du gewährst uns diese Zeit der Gnade und der Barmherzigkeit.
Schenke deiner Kirche die wahre Freiheit,
damit sie als Zeichen des Heils für alle Menschen sichtbar werde
und das Geheimnis deiner Liebe zu uns offenbare.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
oder (vgl. Messbuch II, 10)

Barmherziger Gott, wir bekennen, dass wir immer wieder versagen
und uns nicht auf unsere Verdienste berufen können.
Komm uns zu Hilfe, ersetze, was uns fehlt,
und nimm unsere Gebete gnädig an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Der Bußgottesdienst ersetzt die Beichte nicht, sondern bereitet darauf gut vor. Daher laden wir zum Sakrament der Versöhnung ein. Beichtgelegenheit ist hier …

Segen
Lied

16. Anbetung


V: Gelobt und gepriesen sei ohne End Jesus im Allerheiligsten Sakrament.
A: von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

V: Sei gegrüßt, Herr Jesus, gegenwärtig im heiligen Sakrament.
A: Du bist das Brot, das vom Himmel gekommen ist, Brot, das lebt und Leben spendet.

V: Sei gegrüßt, Herr Jesus, gegenwärtig im heiligen Sakrament;
A: du bist die Liebe, die alle zusammenschließt, der Friede, der alle eint;

V: Sei gegrüßt, Herr Jesus, gegenwärtig im heiligen Sakrament.
A: du bist die Quelle, die das Wasser für das ewige Leben ausströmt, die Quelle, aus der die Dürstenden trinken.

V: Sei gegrüßt, du Leib des Herrn, für uns am Stamm des Kreuzes geopfert. Sei gegrüßt, heiliges Blut, zu unserm Heil vergossen. Du bist das Lösegeld für unsere Sünden,
A: der Kaufpreis für unsere Erlösung. Mit allen Engeln und Heiligen beten wir dich an:

V: Gelobt seist du, Herr Jesus Christus, / im Sakrament deiner Liebe.
A: von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

 

Der hl. Peter-Julian  Eymard, Gründer der Kongregation vom Hl. Sakrament, schreibt über die Einsetzung der Eucharistie:
Es gibt im Leben einige feierliche Augenblicke, wo die Liebe in ihrer ganzen Kraft und Größe aufstrahlt.

Der feierlichste Augenblick ist jener des Todes, des letzten Abschieds; denn der Mensch will durch die Liebe überleben wie durch seine Ehre.

Auch Jesus will sein Gedächtnis hinterlassen, sein Vermächtnis, sein Meisterwerk, das ihn in den Herzen der Seinen unsterblich macht und unaufhörlich seine Liebe zum Menschen wiederholen läßt. Er erfindet und schafft es. Er heiligt es als sein Testament, und sein Tod wird durch dieses Gedächtnis sein Leben und seine Ehre sein.

Was ist dieses höchste Gedächtnis der Liebe Jesu Christi? Es ist die göttliche Eucharistie.
Als der Apostel Johannes schrieb: "Da Jesus die Seinen, die in der Welt waren, liebte, liebte er sie bis zur Vollendung", zeigte er uns den Grundsatz des gesamten Lebens Jesu: die Liebe. Die Liebe bewog ihn, vom Himmel herabzusteigen und damit Freund und Bruder des Menschen, sein Erlöser am Kreuz zu werden.
Jeder Gedanken, jedes  Wort und jede Tat des Erlösers war von nichts anderem beseelt als von der Liebe seines Herzens. Nun verlangt es das Wesen der Liebe, dass sie ständig wächst an Geschenken und Zuneigung. Sie lebt auch nicht nur von alltäglichen Geschenken, sondern will überdies ein königliches Fest, an dem sie triumphiert.
Dieses Fest der Liebe Jesu Christi fand im Abendmahlssaal, beim letzten Abendmahl statt; es ist die Einsetzung der Eucharistie.
Jesus hat es für das Ende seines Lebens vorbehalten als unüberbietbares und zeitloses Geschenk seiner Liebe.
Von daher kommt der Ausdruck "Sakrament der Liebe". Ja, die Eucharistie ist das erhabenste Sakrament der Liebe Jesu Christi zur erlösten Menschheit.
Betrachten wir die Liebe Jesu Christi, wie sie das Hlst. Sakrament des Altars vorbereitet, einsetzt und fortsetzt.
 

1. Vorbereitung
Nachdem Jesus in feierlicher Weise die Eucharistie angekündigt und selbst alle Einzelheiten ihrer Einsetzung festgelegt hatte, wartete er nur mehr auf den Zeitpunkt, sie durchzuführen.
Wie glücklich muss er das Morgengrauen dieses Tages begrüßt haben! Sein Herz hat wohl die Stunden und Minuten gezählt.
Ein junger Bräutigam erwartet nicht sehnsüchtiger die Stunde seiner Hochzeit. Durch die Eucharistie konnte Jesus Christus die denkbar innigste Vereinigung mit den Seelen hier auf Erden verwirklichen.


Ein König strebt danach, von seinem Königreich Besitz zu ergreifen. Die Eucharistie ist das Königtum Jesu Christi über den Menschen, sie bedeutet den Himmel seiner Liebe im Herzen der Menschen.
So kann man auch seine Worte gut verstehen: "Mit großem Verlangen habe ich mich danach gesehnt, dieses Paschamahl mit euch zu essen".
Wer war der Besitzer, dessen Haus zur Feier des neuen Pascha diente? Wer hatte den Abendmahlssaal erbaut, aus dem Jesus die erste Kirche machen wird? Wir wissen es nicht.
Das Evangelium berichtet nur, dass Jesus "einen großen und mit Polstern ausgestatteten Saal ausgesucht hat". Sonderbar! Jesus wollte sich immer in Häusern der Armen aufhalten. Hier aber herrscht beinahe ein Luxus. Für die Eucharistie ist nichts zu schön. Es braucht einen königlichen Kult zur Verehrung der königlichen Liebe Jesu Christi. Er will uns damit zeigen, dass die zukünftigen Abendmahlssäle nach dem Vorbild des ersten gestaltet werden sollen.
Nach Vollendung und Aufhebung des gesetzlichen Paschamahles steht Jesus auf, bindet sich ein Leinentuch um, nimmt nach Dienerart eine Schüssel, füllt sie mit Wasser, kniet sich vor jedem seiner Apostel hin und wäscht ihnen die Füße; er erklärt auch den geistigen Sinn dieser Geste: "Wer gebadet hat, braucht sich nur noch die Füße waschen, um ganz rein zu sein".
Unsere Vorbereitung auf die Eucharistie muss sich an jene von Jesus halten. Sie soll mit Sehnsucht, Demut und Reinheit geschehen. Wir sollen zur Kommunion gehen, wie Jesus sich in den Abendmahlssaal begeben hat, in Sammlung und Liebe.
 

Donnerstag, 30. März 2017

15. Anbetung


Eucharistische Anbetung                                                                            

O Jesus, mein Herr und Gott, ich glaube, daß Du im heiligsten Sakrament als Gott und Mensch, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut wahrhaft, wirklich und mit ganzem Wesen gegenwärtig bist. Meinen leiblichen Augen bist Du zwar verborgen, aber im Lichte des Glaubens schaue ich Dich mit den Augen des Geistes und erkenne unter der Gestalt des Brotes Deine göttliche Majestät und Herrlichkeit. - Stärke meinen Glauben, o Jesus! (Stille)

Ich glaube und bekenne, daß Du in diesem Geheimnis derselbe bist, der von Ewigkeit zu Ewigkeit als einiger Gott lebt und regiert mit dem Vater und dem Heiligen Geiste; daß Du derselbe bist, der in der Fülle der Zeiten aus Liebe zu uns vom Himmel herabgekommen und Mensch geworden ist; daß Du derselbe bist, der um unseres Heiles willen am Kreuze gestorben, aus dem Grabe wieder auferstanden und glorreich in den Himmel aufgefahren ist und dereinst kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten. - Stärke meinen Glauben, o Jesus! (Stille)
Ich glaube, daß dieser Dein Leib wahrhaft eine Speise und Dein Blut wahrhaft ein Trank ist; daß Du mir diese himmlische Speise zur Nahrung meiner Seele und zum Unterpfand meiner künftigen Auferstehung bereitest.
In diesem Glauben, o Jesus, beuge ich meine Knie und bete Dich in tiefster Demut an als meinen Herrn und Gott, als meinen Erlöser und Seligmacher. Möchten doch alle Menschen Dich erkennen und lieben, Dich preisen und anbeten, wie die Auserwählten des Himmels, die Dich im Glanze Deiner göttlichen Majestät schauen und nicht aufhören, Dich zu loben und zu verherrlichen. Amen. (Stille)

O Jesus, Du lebst in der heiligen Eucharistie, aber du schweigst. Du willst vom Tabernakel aus den Menschen Deine Güte, Deine Barmherzigkeit nicht mehr durch Worte und Wunder zeigen wie in den Tagen Deines Erdenlebens. Du möchtest aber doch, dass die Menschen Deine Liebe fühlen. Darum biete ich mich Dir an. Bediene Dich aller Glieder meines Leibes, aller Fähigkeiten meiner Seele, lass durch mich geschehen, was Du auf Erden denen getan hast, die Du liebtest! O Jesus, Du hast in Deiner Ölbergverlassenheit und Todesangst um Trost zum himmlischen Vater gebeten. Du weißt, es gibt Seelen, die auf Erden keine Stützen, keinen Tröster haben. Sende Ihnen einen Engel, der ihnen Freude bringt! (Stille)

O Jesus, Du wünschest Menschen, die von Deiner Liebe sprechen, die den Armen, Ausgestoßenen sagen, dass sie nicht verloren sind, den Mutlosen, dass sie einen Vater haben. O Jesus, nimm mich dazu! Und damit nicht etwa Eitelkeit verderbe, was nur von Dir kommt, mache, dass ich, ohne es selbst zu wissen, Worte und Beweise der Kraft, der Liebe, des Wohlwollens und Verzeihens gebe! Jeder Tag soll mir als verloren gelten, an dem ich nicht von Deiner Güte Zeugnis gebe. (Stille)

O Jesus, der Du so geduldig warst, so bereit, immer wieder die gleichen Lehren zu geben, mache mich geduldig im Anhören, geduldig im Helfen, mache mich stark, damit ich ein freundliches Wesen zeige, auch wenn mir ein Mensch lästig wird! Und wenn ich so schwach bin, meine Müdigkeit, meine Langeweile und Ungeduld zu verraten, dann gib, dass ich dies rasch durch ein liebevolles Wort wieder ausgleiche! (Stille)

O Jesus, der Du mit unendlicher Zartheit auf die Gelegenheit, Gutes zu tun, gewartet hast, gib mir, dass ich die Leiden errate, die die Schüchternheit und Furcht verbergen! Gib mir, dass ich mutig helfe! Gib mir Zartgefühl, damit ich nicht verletze, sondern Öl gieße auf alle Wunden. O Jesus, du suchst treue Ausspender für Deine Schätze und Deine Freuden. Gib mir viel, damit ich vielen gebe! Nimm meine Hände zum Heilen und Almosen verteilen: sie sollen für alle arbeiten, allen zu Hilfe kommen! Lass mich nie vergessen, dass ich zum Dienen auf Erden bin, wie Du es warst! O Jesus, der Du die Seelen so innig liebst, dem nur die Seele etwas gilt, mag die äußere Form schön oder abstoßend, der Charakter sanft oder reizbar sein, gib, dass auch ich in meinen Begegnungen mit den Menschen nur die Seelen sehe und die Seelen suche und liebe, für die Du am Kreuze gestorben bist! Amen.

Hl. Peter-Julian  E y m a r d über den Glauben an die Hl. Eucharistie: Bevor Unser Herr in ausdrücklicher und endgültiger Form die Einsetzung der Eucharistie ankündigte, verlangte er von seinen Zuhörern als erste Bedingung ihren Glauben an seine Gottheit. Erst am Ende seiner Rede forderte er den Glauben an die Wahrheit der Eucharistie. Untersuchen wir nun diese zwei Punkte: (1) Der Glaube an die Gottheit Jesu Christi; (2) Der Glaube an die Eucharistie.

Unser Herr sagt zu ihnen: "Ich selbst bin das Brot des Lebens... das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, damit man davon esse und nicht mehr sterben werde, ...und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch; ich gebe es hin für das Heil der Welt." Und der gleiche Einwand gegen die Gottheit Unseres Herrn kehrt wieder. Die Juden murrten: "Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er sagen: ich bin vom Himmel herabgestiegen?"  Dann befassen sie sich mit der Machbarkeit der Tat, die er ankündigt: "Wie kann uns dieser Mensch sein Fleisch zu essen geben?"

Unser Herr besteht auf seiner Herkunft und seiner göttlichen Sendung und erklärt ihnen, daß seine Worte Geist und Leben sind; daß es sich also nicht um ein materielles Essen von menschlichem Fleisch handle. Das besänftigt sie aber nicht. Sie nehmen Ärgernis daran; und nicht nur die Volksmenge, sondern auch viele seiner Jünger ziehen sich zu-rück und sagen: "Diese Rede ist zu  hart, wer kann sie annehmen?" Von diesem Zeit-punkt an gingen sie nicht mehr mit ihm. Jesus unternimmt nichts, sie zurückzuhalten. Welche Strenge! Er hatte stets die Sünder gesucht und sich mit ihnen abgegeben. Hier nicht. Er war sogar bereit, auch die Zwölf zu entlassen, wenn sie ihm und seinen Worten nicht glaubten! Er hatte sie ständig ertragen und mit Geduld belehrt. Hier zwing er sie, ihre Meinung zu äußern; er sagte zu ihnen: "Und ihr, wollt auch ihr weggehen?" Petrus antwortete im Namen aller: "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Und wir haben geglaubt und erkannt, daß du Christus, der Sohn Gottes bist."

Dieses schöne Bekenntnis des Glaubens nimmt Jesus an, ohne es jedoch besonders zu loben, wie er es bei anderen Gelegenheiten getan hatte. Ohne Zweifel war er sehr traurig über die Anwesenheit des Judas, denn  er  sagt: "War nicht ich es, der euch, die Zwölf, ausgewählt hat? Und doch ist einer von euch ein Teufel." Er hatte bereits wenige Augenblicke vorher vor der Volksmenge und den Jüngern erklärt: "Unter euch gibt es einige, die nicht glauben."

Und der hl. Johannes beschließt das 6. Kapitel mit der schmervollen Überlegung: "Jesus wußte von Anfang an, wer nicht an ihn glauben werde und ihn verraten sollte ..." Er sprach von Judas, den Sohn des Simon Iskariot, denn er, einer der Zwölf, sollte ihn verraten.
Wir aber sollen wie der Apostel Petrus die Worte Jesu annehmen.

Der eucharistische Glaube ist das erhabenste Werk, das Gott von uns wünscht. Dadurch unterwirft sich der Mensch Gott ganz und gar; er betet ihn an mit einem vollen und direkten Akt des Glaubens und opfert ihm alles, was dem alten Menschen anhaftet. Unser Herr wollte, daß die Sünde Adams, eine Sünde des Unglaubens - mehr als eine Sünde der Gaumenlust -, welche die Ursache allen Übels war, stufenweise gesühnt werde.

Die verbotene Frucht sah verlockend aus; sie bildete eine Gefahr für den Gehorsam. Der Teufel nützte diese Versuchung aus, und so erlag ihr Adam.

Unser Herr gibt das Gegengift zur Sünde, indem er den Glauben an eine göttliche Frucht, aber ohne äußere Schönheit, anbietet. Die hl. Gestalten üben keine besonders spürbare Anziehungskraft aus: was gibt es einfacheres und weniger
köstliches als eine gewandelte Hostie! Dafür enthalten sie aber Jesus Christus, der das Leben ist, und der Seele die ganze Sanftmut schenkt.
Wie groß und heilsam ist daher der eucharistische Glaube, der allein auf der Wahr-haftigkeit Jesu Christi beruht!
Wie liebe ich den hl. Ludwig, der sich weigerte, in eine Kirche zu gehen, um die Erscheinung Unseres Herrn in der Eucharistie zu bewundern! Das Wort Gottes bot ihm größere Sicherheit als seine Augen.
Der Apostel Thomas verhielt sich wie die Leute von Kapharnaum: er wollte sehen, um zu glauben. Unser Herr hat ihn nicht allzusehr bloßgestellt; er hat seiner Forderung entsprochen und ihm sogar das Privileg gewährt, seine hl. Wundmale berühren zu dürfen. Aber  er empfahl ihm, nicht mehr ungläubig zu sein, und er pries jene selig, die glauben, obwohl sie nicht sehen.
Das will heißen, daß Unser Herr, wenn er sich in der hl. Hostie unter einer sichtbaren Form zeigt, dies nicht tut, um uns dadurch den Glauben zu schenken, weil wir diesen ja schon besitzen, sondern um unsere Frömmigkeit, unsere Bewunderung und Liebe zu stärken, um uns zu trösten und unser Herz zu erfreuen.
Wunder zu fordern, um zu glauben, z.B. Unseren Herrn oder Engel zu schauen, Hei-lungen von Kranken oder Leidenden zu erleben, hieße die göttliche Wahrhaftigkeit Jesu Christi entehren.
Gehen wir nicht mit der Vernunft zu Werk und trachten wir nicht, die Eucharistie mit den Sinnen zu beurteilen!
Wenn sich Unser Herr oder die ihn umgebenden Engel uns zeigen würden, müßten wir die Augen schließen und ausrufen. Herr, ich glaube auf dein Wort hin!
So vollbringen wir das Werk Gottes, nämlich an den zu glauben, der ihn gesandt hat.
Vergessen wir jedoch nicht, daß wir in dieser Einstellung nicht nur an die Person Unseres Herrn, sondern auch an den Grund seines Kommens in diese Welt glauben müssen. Wiederholen wir mit dem hl. Apostel Johannes: "Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen".
An die Liebe glauben, das ist alles. Es genügt nicht, an die Wahrheit zu glauben; man muß an die Liebe glauben. Und Liebe heißt: Unser Herr Jesus Christus im Hlst. Sakrament. Das ist der Glaube, der zur Liebe Unseres Herrn hinzieht. Erbittet diesen reinen und ein-fachen Glauben an die Eucharistie. Die Menschen werden euch unterweisen, aber Jesus Christus allein gibt euch die Gnade, an ihn zu glauben. Geht zur hl. Kommunion, um den Glauben zu stärken, nicht um der Befriedigung des Sinnenhaften im Glauben wegen; dies trifft nur ein, wenn Gott es will.
Die Eucharistie ist da, was willst du mehr?


14. Anbetung


Danksagung

V: Wir danken Dir, himmlischer Vater, allmächtiger, ewi­ger Gott, für die Gabe der Liebe, die Du uns im Sakrament Deines Sohnes geschenkt hast. Obgleich Du, Gott, allmächtig bist, konntest Du uns nichts Besseres geben; obgleich Du der Weiseste bist, wusstest Du uns nichts Besseres zu geben; obgleich Du der Reiche bist, hattest Du uns nichts Besseres zu geben als dieses heilige Sakrament (Augustinus)

A: Wir danken Dir, ewiger Vater, / für Deine große Liebe.
V: Wir danken Dir, Herr Jesus Christus, unser Heiland und Erlöser, für die Vollendung Deiner Liebe, die Du zuerst im Abendmahlssaal Deinen Jüngern erwiesen hast. Diese Liebe schenkst Du uns täglich neu in jeder Eucharistiefeier. Wir verehren in diesem Geheimnis Deinen kostbaren Leib, den Du für uns dahingegeben hast. Dies ist derselbe Leib, der für uns im Garten den blutigen Schweiß vergossen hat. Dies ist derselbe Leib, der für uns so unbarmherzig gegeißelt, so schimpflich gekrönt und so schmerzlich gekreuzigt worden ist. Es ist derselbe Leib, in dem Du zur Rechten des Vaters thronst.
A: Wir danken Dir, Herr Jesus Christus, / für Deine große Liebe.
V: Wir vermöchten Dich, ewiger Vater, und auch Dich wesensgleicher Sohn, nicht würdig zu loben, wir könnten nicht würdig danken, wenn nicht im Heiligen Geist, den wir empfangen haben. Lasst uns danksagen dem Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Gebenedeit sei, Gott, Deine unüberwindliche Allmacht, gebenedeit und gelobt sei Deine unerforschliche Weisheit.
A: Gebenedeit, / gelobt und gepriesen sei Deine unendliche Güte, / von nun an bis in Ewigkeit. / Amen.
V: Ehre sei... A: Wie im Anfang...

Hl. Peter-Julian  E y m a r d über den Glauben an die Hl. Eucharistie:
Bevor Unser Herr in ausdrücklicher und endgültiger Form die Einsetzung der Eucharistie ankündigte, verlangte er von seinen Zuhörern als erste Bedingung ihren Glauben an seine Gottheit. Erst am Ende seiner Rede forderte er den Glauben an die Wahrheit der Eucharistie. Untersuchen wir nun diese zwei Punkte: (1) Der Glaube an die Gottheit Jesu Christi; (2) Der Glaube an die Eucharistie.
 

1. Der Glaube an die Gottheit Jesu Christi.
Als Unser Herr zu den Juden gesagt hatte: "Müht euch nicht um die Nahrung, die verdirbt, sondern um jene, die ewig bestehen bleibt", antworteten seine Zuhörer: "Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?" Jesus erwiderte: "Das ist das Werk, welches der Vater verlangt, dass ihr nämlich an den glaubt, den er gesandt hat... Er ist es, der Sohn Gottes, der euch eine Nahrung geben wird, die ewig bleibt, denn ihn hat Gott, d.h. der Vater, mit einem Siegel bezeichnet."

Nach der Erklärung des hl. Johannes Chrysostomus heißt das: ich bin es, der Menschen-sohn, der euch eine himmlische Nahrung geben wird; zweifelt nicht daran! Der Vater hat den Menschensohn mit seinem Siegel bezeichnet, mit dem Siegel der Gottheit. Er selbst hat diesen Sohn seines Wohlgefallens kundgemacht, und der Menschensohn hat sich durch seine Werke und seine Wunder als Gottessohn ausgewiesen. Habt daher Vertrauen auf seine Verheißung, dass er euch diese göttliche Nahrung geben wird.

Bewundern wir nebenbei die Demut Jesu. Welch schönes Beispiel der Bescheidenheit gibt er uns doch durch diese Tat!
Er spricht von sich selbst in der dritten Person, wie die Armen, die Bettler; er spricht nicht über seine Wunder; er leitet den Beweis seiner göttlichen Sendung und seiner Gottheit vom Zeugnis des Vaters ab; er bezeichnet sich als denjenigen, den der Vater gesandt hat; denjenigen, den der Vater mit einem Siegel bezeichnet hat.

Ein Priester, der in seinem eigenen Namen auftritt, ist ein Nichts. Kommt er von Gott und von der Kirche, geht er in Ordnung.
Er muss sich durch seine Sendung ausweisen, noch bevor ihn seine Werke als solchen identifizieren.

Man darf aus seinen Werken kein Postament machen, sondern seine Sendung aufzeigen. So glaubt man an seine Sendung und nicht seinen Werken. Die Häretiker forderten stets den Glauben an ihre Person und gingen zusammen mit ihren Anhängern ins Verderben. Daher beruft sich Unser Herr zuerst auf das Zeugnis seines Vaters, um einen Akt des Glaubens an seine eigene Gottheit zu erreichen; denn es handelte sich für ihn um die Verheißung eines Wunders, das unter allen Wundern einmalig ist.
Am Jordan hat der Vater seinen menschgewordenen Sohn bezeichnet und geheiligt; damit hat er gezeigt, dass er auf diese Weise der Menschheit des Erlösers das Recht, Wunder zu wirken, mitgeteilt hat.
Bevor also Jesus den Glauben an die Eucharistie fordert, beweist er seine göttliche Macht, die ihn befähigt, eine derartige Wunderleistung zu vollbringen. Sagen: ich glaube an die Liebe Jesu Christi, heißt nicht: bis zum Grund der Eucharistie, die Macht bedeutet, vorzudringen.
An die Eucharistie glauben zu wollen, ohne an der Allmacht Jesu festzuhalten, hieße etwas Unmögliches fordern. Ein liebender Mensch kann nicht mehr geben, als er zu leisten imstande ist. Jesus Christus muss Gott sein, dann ist er allmächtig und kann das tun, was er möchte, und noch mehr.

Jene, die nicht an die Eucharistie glauben, glauben auch nicht an seine Gottheit und Macht. Jene, die einen schwachen Glauben haben, glauben nicht an die eucharistische Liebe und können es nicht hinnehmen, dass Unser Herr von seiner Macht Gebrauch gemacht hat, um sich zum sakramentalen Zustand zu erniedrigen. Bevor man dem Werk des Herzens Jesu Christi glaubt, muss man seine Gottheit annehmen und sagen: Herr, du kannst mehr bewirken, als ich zu verstehen vermag.
Das ist so wahr, dass der erste Einwand der Juden gegen seine Macht gerichtet war. "Wie kann dieser Mensch uns sein Fleisch zu essen geben?"
Zuerst wollten sie seine Macht unter Beweis stellen: "Welches Wunder wirkst du, dass wir an dich glauben? Mose hat unsere Väter in der Wüste mit dem Manna, das vom Himmel kam, ernährt. Welches Werk tust du?"
Wie demütigt sich doch Unser Herr! Er erschien ihnen so arm, zu erbärmlich. Sie hatten das Wunder am Vorabend, die Brotvermehrung, bereits vergessen.
Jesus hätte darauf zurückkommen können, aber er lässt sie weiterreden: "Mose ließ während vierzig Jahren das Manna vom Himmel fallen" und hat nicht darauf bestanden, an seine Gottheit zu glauben. Nun steht also Jesus tiefer als Mose! Dieser Einwand war falsch, denn Mose kündigte das Wunder des Manna, das von Gott gewirkt wird, lediglich an, um dem Murren der Hebräer in der Wüste ein Ende zu bereiten.

Jesus bemüht sich, ihnen klarzumachen, dass er eine Speise für die Seele verspricht. Sie aber bleiben in ihren materiellen Vorurteilen stecken; sie träumen wie ein Tier nur von einer Nahrung für den Leib. Wenn sie weiterhin Jesus suchten, so nur, um weitere Brotwunder zu erleben. Als Jesus ihnen wiederholte, dass das wahre Gottesbrot der Welt das Leben gibt, schreien sie sofort: Herr, gib uns immer dieses Brot!

In der Eucharistie darf man jedoch nicht die Sinnenhaftigkeit suchen. Diese himmlische Nahrung, die für das ewige Leben bleibt, verlangt eine ganz geistige und übernatürliche Einstellung.

Jesus hält nun den Zeitpunkt für gekommen, seinen Zuhörern ihre Vorurteile oder ihren Unglauben zu entreißen und ihnen eindeutig zu erklären, über welche Art von Nahrung er reden will.

Dienstag, 28. März 2017

13. Anbetung


Andacht

V Herr Jesus Christus, beim Mahl am Abend vor deinem Leiden hast du Abschied genommen von deinen Jüngern. Du hast ihnen ein Vermächtnis deiner Liebe und deiner Hingabe bis in den Tod hinterlassen. Gib, dass wir das Beispiel deines Lebens stets vor Augen haben und die Größe deiner Liebe immer tiefer erkennen. Hilf uns, dass auch wir einander lieben, so wie du uns geliebt hast, damit die Menschen erkennen, dass wir deine Jünger sind, der du lebst und herrschst in Ewigkeit. A Amen.

„Tut dies zu meinem Gedächtnis“ - Lesung: 1 Kor 11,23-26
L Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther. Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Kurze Stille - Wechselgebet

V Herr Jesus Christus, du hast uns dieses heilige Sakrament anvertraut. Du schenkst uns Gemeinschaft mit dir, wenn wir uns versammeln als deine Brüder und Schwestern. So dürfen wir sicher sein, dass du in unserer Mitte bist.
A Denn wo zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, da bist du mitten unter ihnen.

V Herr Jesus Christus, du hast uns dieses heilige Sakrament anvertraut. Hier verkünden wir die frohe Botschaft von deinem Leben. Hier verkünden wir die frohe Botschaft von deinem heilbringenden Sterben. Du bist uns nahe in deinem Wort.
A Deine Worte sind uns heiliges Vermächtnis: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird; das ist mein Blut, das für euch vergossen wird.

V Herr Jesus Christus, du hast uns dieses heilige Sakrament anvertraut. Hier empfangen wir das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles. Du bist unsere Speise, du bist unser Trank. Du lässt uns eins werden mit dir und untereinander. So lebst du in uns, und wir leben in dir.
A Lass alle eins werden durch dich im Heiligen Geist.

V Herr Jesus Christus, du hast uns dieses heilige Sakrament anvertraut. Hilf uns, dein Wort ernst zu nehmen: Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
A Herr, vergib uns und mach uns bereit, selbst zu vergeben.

V Herr Jesus Christus, was uns fehlt an Glauben und Liebe, das ergänze du mit der heilbringenden Kraft deines Opfertodes.
A Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.

 Hl. Peter-Julian  E y m a r d über die Brotrede Jesu im Johannesevangelium, Kap. 6.
Was die Erklärung des 6. Kapitels des hl. Johannes anlangt, so muss man zuerst folgenden Grundsatz aufstellen: Unser Herr wollte uns nicht überraschen, als er die Eucharistie einsetzte. Das war etwas so Großartiges, dass er uns darauf vorbereiten wollte.
Und das, was die Liebe gibt, überrascht nicht. Die Liebe verlangt, dass man ihr die Tür öffnet, sie drückt sie nicht ein.
Kein anderer als Unser Herr selbst hatte die Aufgabe, die Eucharistie anzukündigen und sie auch zu schenken.
Ein Engel hat die Menschwerdung angekündigt; hier nimmt Jesus seine Sache selbst in die Hand; er verspricht und knüpft seine Bedingungen daran. Und Jesus wartete zur Ankündigung der Eucharistie nicht das Ende seiner evangelischen Sendung ab. Er handelte, wie man auch sonst in der Welt handelt; man reißt die Leute nicht mit einem Schlag aus der Gewöhnung heraus. Die Vorurteile der Erziehung, der Rasse und des Landes sind sehr schwer zu zerstören. Die falsche und ichsüchtige Frömmigkeit macht sich in diesem Punkt Illusionen; sie will nicht über die eigenen Ideen hinaussehen, noch die notwendige Anstrengung dafür auf sich nehmen. Wie soll man also vorgehen? Wie die großen Männer, die ihre Gedanken in die Welt setzten: es wird ihnen zuerst widersprochen, sie werden anfangs verkannt, doch schließlich gibt man ihnen doch recht.

So ist auch Unser Herr vorgegangen. Er verkündete die eucharistische Idee. Man hat sie anfangs zurückgewiesen, doch dann sagte man sich: vielleicht ist es doch eine gute Idee. Er wusste, dass seine Jünger und das jüdische Volk sich gegen diese Offenbarung auflehnen werden. Aber er ließ sich deswegen nicht aus der Fassung bringen. Die Wahrheit fürchtet das Licht nicht; und nachdem er einmal das Wort gegeben hatte, nimmt er alle Folgen auf sich - was soll's! - sein Wort wird Bestand haben, und man kann es annehmen.
Das ist eine vorbildliche Verhaltensregel! Man soll sich nicht über die Gnaden Gottes zum Richter machen. Über eine neue Frömmigkeit, einen neuen Gedanken soll man nicht sofort sagen: das ist falsch; sondern vielmehr nachdenken und zu verstehen suchen. Wurde nicht die Herz-Jesu-Frömmigkeit und die Festlegung des Fronleichnamsfestes zuerst für nutzlos und sogar für schädlich angesehen?

Unser Herr hat sich nicht begnügt, die Eucharistie zu verheißen, um die Seelen darauf einzustellen, und damit man ihm bei der Einsetzung keine Fragen stelle, und die Apostel einen schon vorgebildeten Glauben hätten. Deswegen wirkte er vor der Verheißung ein Wunder, damit dadurch seine Worte leichter angenommen würden. Er wollte niemand vor den Kopf stoßen, sondern vielmehr die Köpfe auf sanfte Art dahin bringen, sich zu überzeugen. Sein Wort dringt in die Seelen ein wie Tau, der ohne Gewalt sich in die Erde senkt.
Welches sollte nun das Wunder sein, das sie - ganz auf sich gestellt - bewegen sollte, die Schlussfolgerung zu ziehen? Es ist die Brotvermehrung, das Symbol der Eucharistie, die sich ebenso auf wunderbare Art vermehren sollte, gleichbleibend für alle, dass sie keinem fehlt und dass alle damit gesättigt werden.

So nimmt Jesus, wie beim Abendmahl, die Brote, erhebt die Augen zum Himmel, dankt, segnet die Brote, bricht sie und teilt sie seinen Aposteln aus. Preisen wir die Güte Jesu Christi, die sich in dieser Ankündigung und diesem Versprechen der Eucharistie zeigt.

Im irdischen Paradies sagte Gott zu Adam und Eva: "Ihr dürft von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, nicht essen; daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben"(Gen 3,3). Sie haben aber nicht gehorcht. Ihre Bestrafung bestand im Verlust des übernatürlichen Lebens und in der unausbleiblichen Folge, eines Tages den natürlichen Tod zu erleiden. Hier ist das Gegenteil der Fall.
Jesus beteuert mit einem Schwur: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, werdet ihr das Leben nicht in euch haben" - Joh 6,53.
Gott nimmt sein Werk wieder auf. Durch die Eucharistie wird er im Menschen leben und der Mensch in Gott, damit der Stolz der Vernunft in Verwirrung gerate, und sich die Sinne unterwerfen, die dem Mysterium fremd sind.
Glauben wir an das göttliche Wort Jesu und sprechen wir in Dankbarkeit: glücklich derjenige, der von der Frucht des neuen Lebensbaumes isst!

12. Anbetung


Aus der Tiefe rufe ich

V. Herr, wolltest Du auf unsere Sünden achten, Herr, wer könnte da bestehen? Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir: Herr höre meine Stimme!
A. Wende dein Ohr mir zu,/ achte auf mein lautes Flehen!

V. Würdest Du Herr, unsere Sünden beachten, Herr, wer könnte bestehen?
A. Doch bei Dir ist Vergebung,/ damit man Dir in Ehrfurcht dient.

V. Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
A. Meine Seele wartet auf den Herrn / mehr als die Wächter auf den Morgen.

V. Mehr als die Wächter auf den Morgen soll Israel harren auf den Herrn.
A. Denn beim Herrn ist Vergebung,/ bei ihm ist Erlösung in Fülle.

V. Ehre sei ... A. Wie im Anfang ...

V. Herr, wolltest du auf unsere Sünden sehn,
A. Herr, wer könnte da bestehen?

V. Herr Jesus Christus, in unbegreiflicher Herablassung bist Du vom ewigen Vater in die Tiefe unserer Sünde und unserer Not herabgestiegen, um uns zu erlösen. Selbst nach Deiner Rückkehr zum Vater bist Du auf geheimnisvolle Weise hier im heiligsten Sakrament unter uns Sündern geblieben. So nimmt denn unser Flehen gnädig auf und bringe es als unser Mittler vor den Thron Deines Vaters. Ja, rufe selbst als unser Bruder und Fürsprecher mit uns aus dieser Tiefe, damit wir durch Dich Erlösung finden von all unserer Schuld. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A. Amen. V. Ehre sei ... A. Wie im Anfang ...

Hl. Peter-Julian  E y m a r d über das Osterlamm als Zeichen der Eucharistie
Am Osterlamm, dem Zeichen der Eucharistie, muss man drei Gesichtspunkte unterscheiden: das geopferte Lamm, das gegessene Lamm und das erlösende Lamm.

1. Das geopferte Lamm.
Es ist das Symbol Jesu Christi, das wahre Lamm Gottes, wie dies mehrere Stellen der Heiligen Schrift bezeugen.
Es ist schon dargestellt durch den Ziegenbock, den Abraham anstelle seines Sohnes Isaak zum Opfer darbrachte.
Indes spricht Jesaia ausdrücklich vom Lamm, dessen Opferung den König von Juda besänftigen wird. Er vergleicht jenen, der die Sünde der Welt auf sich nimmt, mit dem Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird und sich dem Leiden unterwirft, ohne einen Klagelaut von sich zu geben.
Johannes der Vorläufer, bezeichnet Jesus nicht als den Friedensfürsten, sondern sagt: "Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt".
Schließlich schildert der hl. Apostel Johannes den Triumph des geopferten Lammes in einer Schau vom Himmel, die ihm zuteilwurde.
Das Lamm, welches für das jüdische Pascha bestimmt war, musste ohne Fehler sein; es müsste "zwischen zwei Abenden", d.h. zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, geschlachtet werden - zwischen zwei und sechs Uhr nachmittags - und sein Fleisch musste auf dem Feuer gebraten werden.

Jesus, das Lamm Gottes, war nicht nur von jedem Makel der Sünde ausgenommen, sondern ausgestattet mit allen Vollkommenheiten und Tugenden. Er wurde geopfert durch die Oberhäupter seines Volkes; in Jerusalem, der Stadt für die gesetzlichen Opfer; zur Zeit des Paschafestes, innerhalb zweier Abende, da das Evangelium bestätigt, dass er um die neunte Stunde starb, - nach römischer Zählungsweise -, was drei Uhr Nachmittag bedeutet.
Aber das Feuer, welches sein Opfer verzehrte, war seine brennende Liebe, die sein Herz verzehrte.

2. Das gegessene Lamm.
Man müsste das Paschalamm essen, um am versprochenen Heil teilzuhaben. Das Essen des Opfers bedeutete ein geheiligtes Pfand, welches für jene geopfert wurde, die sich daran nährten; so bildete es in gewisser Weise schon eine Teilhabe am Heil.
Der hl. Paulus schreibt: "Christus, unser Osterlamm, ist geschlachtet worden. Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit feiern".

Die Eucharistie ist das Pascha Jesu Christi und der Gläubigen. Beim letzten Abendmahl sagte er: "Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Pascha mit euch zu essen".
Hier handelte es sich nicht um das gesetzliche Pascha; es war ja bereits beendet. Jesus spricht hier von einem neuen Pascha, einem neuen Lamm: er selbst ist dieses Lamm, weil er sich opferte und als Nahrung hingab: "Nehmt und esset! Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird." Er ist das gegessene Lamm. Auch die Kirche wiederholt vor der hl. Kommunion: Seht das Lamm Gottes!

Warum hat Jesus Christus im eucharistischen Pascha nicht die Form und äußere Gestalt eines Lammes? Das war unnötig und unmöglich. Da er die Wirklichkeit ist, warum sollte er die Gestalt dessen beibehalten, was selbst bereits
Symbol ist? Dadurch, dass er, das Opferlamm, zum Brot des Lebens geworden ist, zur Speise der Seelen.
Wie muss man das neue Paschalamm essen? Mit der inneren Verfassung, von der die mosaischen Vorschriften ein Bild waren. Die Hebräer mussten das Lamm in der Familie verzehren und - wenn nötig - die nächsten Nachbarn herbeirufen, um die notwendige Anzahl zu erreichen. Sie mussten gleichzeitig ungesäuertes Brot samt bitteren Kräutern essen; sie mussten ein an den Lenden gegürtetes Kleid und Sandalen an den Füßen tragen; mit dem Stab in der Hand mussten sie das Mahl in Eile einnehmen zur Erinnerung an die eilfertige Flucht aus Ägypten dank des raschen Eingreifens Jahwes gegen ihre Unter-drücker in Israel.
So darf auch der Christ nur mit der Bereitschaft zur brüderlichen Liebe sich dem Tisch des Herrn nähern, um das göttliche Lamm zu essen; um die Vereinigung der Herzen zu bewirken, die Einheit der Tischgenossen herbeizuführen und zu stärken.
Um dafür würdig zu sein, muss er sich zuerst einer ernsthaften Abtötung der Leidenschaften unterziehen und sich jene Reinheit des Lebenswandels aneignen, die ihn wenigstens von jeder Todsünde befreit. Das ist es, wenn uns der hl. Paulus ermahnt, den alten Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit wegzuwerfen und uns auszurüsten mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit.
Der Christ sei sich schließlich bewusst, dass die Welt nur ein Ort des Durchgangs ist, den er jederzeit, selbst unerwartet, zu verlassen bereit ist mit Hilfe der Eucharistie, der Wegzehrung des Heiles.

Maiandacht

  Marienandacht V          Allmächtiger Vater, wir preisen dich und danken dir, dass du Maria so wunderbar begnadet hast; sie ist die unve...