Freitag, 17. Mai 2019

Maria unterwegs zu Elisabeth


Lied: O Maria, sei gegrüßt (GL 532, 1—3)

ERÖFFNUNG

V Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. A Amen.

V Großer Gott, durch den Erzengel Gabriel hast du Maria das Gnadenwunder mitgeteilt, dass du in ihrer Verwandten gewirkt hast. Noch im Alter hat Elisabet einen Sohn empfangen, obwohl sie als unfruchtbar galt.

A Großer Gott, für dich ist nichts unmöglich, wunderbar sind alle deine Werke.

V Großer Gott, Maria hat sich als deine Magd dem mächtigen Wirken deines Geistes Überlassen. Ohne zu zögern, eilte sie von Nazareth in das Bergland von Judäa.

A Großer Gott, für dich ist nichts unmöglich, wunderbar sind alle deine Werke.

V Großer Gott, beim Gruß Mariens hast du uns gezeigt, dass dein Geist die Menschen in Freude vereint, die du zu einem gemeinsamen Werk bestimmt hast.

A Großer Gott, für dich ist nichts unmöglich, wunderbar sind alle deine Werke.

V Großer Gott, beim Gruß Mariens hast du Johannes im Mutterschoß geheiligt, ihn mit der Gnade eines Propheten ausgestattet und Elisabet mit deinem Geist erfüllt, dass sie voll Freude Maria wegen ihres Glaubens preist.

A Großer Gott, für dich ist nichts unmöglich, wunderbar sind alle deine Werke.

V Großer Gott, sieh gnädig auf uns. Zeige uns Maria, die sich im Gehorsam auf dein Wort aufmacht und zu ihren Verwandten Elisabet und Zacharias eilt. Lass uns tiefer verstehen, was diese Begegnung für uns bedeutet, und gib uns die Kraft, deinen Willen stets unverzüglich in unserem Leben zu erfüllen. Der du lebst und herrschst in Ewigkeit. A Amen.

 

Lesung Der Besuch Marias bei Elisabet Lk 1, 39—56

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet; dann kehrte sie nach Hause zurück.

 

Meditation

Alles beginnt mit einer Überraschung. Der Engel Gabriel tritt in das Haus einer Jungfrau in Nazareth ein. Maria erschrickt über die Anrede und den ehrfurchtsvollen Gruß des Engels. Im Laufe des Gesprächs erfährt Maria vom Engel: Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Ist dies der Impuls für die Antwort Mariens, die unmittelbar darauf folgt? Nun, die Magd des Herrn ahnt, dass Gottes Botschaft über Elisabet nicht nur beiläufig erwähnt wurde. Es handelt sich nicht um eine bloße Nachricht. Jedes Wort, das Gott durch seinen Engel mitteilt, hat einen tiefen Sinn. So eilt Maria zu Elisabet, weil Gott ihre Aufmerksamkeit auf die Verwandte gelenkt hat.

Nicht, weil sie neugierig ist, eilt Maria in das Bergland Judäas, als ob sie gleichsam die Worte des Engels überprüfen möchte. Auch nicht um zu helfen, begibt sich Maria so rasch zu Elisabet. Bei solchen Überlegungen gehen wir zu sehr von unseren Erfahrungen aus. Wir Menschen sind für gewöhnlich neugierig, sensationslüstern, geschwätzig. Nicht um sich mit Elisabet auszusprechen, macht sich Maria auf den Weg, der manchmal gar zu idyllenhaft beschrieben wird: Maria durch ein Dornwald ging . . . Phantasiereich durchaus, aber unwahrscheinlich und durch die Heilige Schrift nicht belegt.

Der eilige Gang Mariens zu Elisabet zeigt ihren Gehorsam Gott gegenüber, der ihren Geist auf Elisabet hin gelenkt hat. Wie hellhörig sind wir, wenn wir nach dem Willen Gottes in unserem Leben forschen? Der heilige Benedikt spricht vom Gehorsam, ohne zu zögern. Am Beispiel Mariens können wir lernen, wie wesentlich es ist, sich rasch dem Willen Gottes zu fügen, der sich im Heiligen Geist mitteilt. Die Überraschung setzt sich fort. Als Elisabet den Gruß Mariens vernimmt, hüpft das Kind vor Freude in ihrem Leib. Die Mutter spürt diese freudige Regung und wird vom Heiligen Geist erfüllt. Maria tut nichts Außergewöhnliches, sie grüßt. Und doch geschieht bei ihrem Gruß etwas Wunderbares. Durch den Gottmenschen, den sie unter ihrem Herzen trägt, heiligt Maria Johannes. Johannes wird im gleichen Augenblick zum größten aller Propheten erwählt, zum Vorläufer des Gotteslammes, das er erst im Jordan taufen soll.

Aus der Gesinnung des Glaubensgehorsams heraus hat Maria ihr erstes Werk erfüllt. Es ist ein Werk der Gnadenvermittlung derer, die der Engel „voll der Gnade" begrüßt hatte. Hier ist Maria ganz Typus der Kirche. Auch die Kirche ist erwählt, berufen und gesandt, die Fülle der Gnade hinauszutragen bis an die Enden der Erde, und in der Kirche ein jeder von uns. Dass die Gnade gleichsam wirksam wurde, als Maria grüßte, hat eine tiefe Bedeutung. Das rechte Verhalten der Gottesboten beginnt mit einem freundlichen Gruß. Jesus mahnt seine Jünger, zuerst zu grüßen: Der Friede sei mit euch! (Mt 10, 12). Nicht menschliche Hilfe und Belehrung bringen die Jünger, sondern Jesus selbst. „Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf" (Mt 10, 40).

Wo der Bote Gottes aufgenommen wird, wo die Gnade angenommen wird, kommt es zum Lobpreis Gottes. Elisabet preist Maria wegen ihres Glaubens, dessen Früchte sie eben erfahren hat. Maria stimmt ein und formuliert das Magnifikat, diesen Lobpreis, den die Kirche jeden Tag zur Vesper singt, in den auch wir einstimmen.

Lied: Den Herren will ich loben (GL 395, 1)

Dank

V Gott, wir danken dir, dass dein Heiliger Geist Maria zu Elisabet führte.

A Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

V Gott, wir danken dir, dass du Johannes beim Gruß Mariens geheiligt und zum Propheten berufen hast.

A Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

V Gott, wir danken dir, dass du Elisabet beim Gruß Mariens mit deinem Heiligen Geist erfüllt hast.

A Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

V Gott, wir danken für deine Erlösungstat und für dein Erbarmen, das Maria im Magnifikat preist.

A Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

V Gott, wir danken dir für die Kirche, die in Maria ihr Urbild erkennt.

A Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

 

Gebet

V Gott, du hast Maria den beschwerlichen Weg zu Elisabet geführt. Bei ihrem Gruß hast du Johannes geheiligt und zum Propheten berufen, der deinem menschgewordenen Sohn den Weg bereiten sollte. Bei ihrem Gruß hast du Elisabet mit deinem Heiligen Geist erfüllt. Erfülle auch uns mit deinem Geist, dass wir den Menschen unserer Zeit in prophetischer Weise die Fülle des Heiles vermitteln können, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. A Amen.

 

Lied: Den Herren will ich loben (GL 395, 2)

Hymnus

V Wir preisen dich, du aller Menschen Schwester, als Mutter Jesu Christi, unseres Herrn.

A Gepriesen seist du, Jungfrau, gnadenvolle!

Dein Gott, der Hocherhab'ne, ist mit dir.

V Du bist die Hochgelobteste der Frauen; an Schönheit kommt dir keine andre gleich.

A Denn deine Schönheit ruht in deiner Seele; von dorten strahlt sie in dein Wesen ein.

V Der Tau der Anmut liegt auf deinen Lippen, und deine Stirne kränzt der Demut Glanz.

A Du hast Gerechtigkeit und Recht geliebet; Gehorsam, Liebe, Treue zierten dich.

V Der Wille Gottes war dir Lebensodem und deine Haltung: Gottergebenheit.

A Wie schön bist du im Tugendglanz der Keuschheit! Licht ohne Schatten, reinster Bergkristall!

V Du Ruhstatt, eines Gottessohnes würdig, durch keinen Hauch von Sünd' und Schuld entweiht!

A Gebenedeit vor allem sei drum Jesus, des Heil'gen Geists und ihres Leibes Frucht.

V Herr, dass wir dies Geheimnis glauben können, gib Demut uns, dazu ein reines Herz!

A Denn nur die Reinen schauen solch ein Wunder; nur aus der Reinheit blüht Erkenntnis auf.

V Drum, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, die wir belastet sind durch manche Schuld!

A Bitt' Gott den Vater, dass wir Gnade finden bei ihm, dess' Auge alles schaut und kennt.

V Bitt' Gott den Sohn, dass er die Kraft uns mehre, ihm nachzufolgen auf dem ganzen Weg.

A Bitt' Gott den Heil'gen Geist, dass er erfülle die Herzen uns mit Glaubensfreud' und -mut.

V Es lockt die Welt; es gaukelt die Versuchung ein Scheinglück listig unsern Blicken vor.

A Es ist wie eh und je, dass seelenblendend verbotne Frucht am Lebenswege winkt.

V Maria, hilf! Damit wir nicht vertrauen dem Irrlicht, dessen Heim der Abgrund ist.

A Und steh als Mutter hilfreich uns zur Seite, zur Stund', wo unser Aug' im Tod erlischt.

V Dem Vater, Sohn und Heil'gen Geist sei Ehre so wie im Anfang, nun und immerdar!

(aus Kaspar Kiermaier, Marienpsalter)

 

Bitten

V Gepriesen sei Jesus Christus, unser Erlöser, den Maria zu Elisabet getragen hat. Zu ihm wollen wir beten:

V/A Heilige uns auf die Fürsprache deiner Mutter.

V Ewiges Wort, auf die Botschaft des Engels hin eilte Maria zu Elisabet. Mach uns hellhörig für deinen Willen und entschlossen beim Gehorsam gegen dich.

A Heilige uns auf die Fürsprache deiner Mutter.

V Herr und Heiland, Johannes hüpfte vor Freude im Schoß seiner Mutter, als Maria ihren Gruß entbot.

Mach uns zu Boten der Freude und des Friedens.

A Heilige uns auf die Fürsprache deiner Mutter.

V Sohn des lebendigen Gottes, Elisabet hat Maria als die Mutter ihres Herrn erkannt. Lass uns Maria als deine und unsere Mutter erkennen.

A Heilige uns auf die Fürsprache deiner Mutter.

V Herr und Erlöser, bei der Begegnung mit Elisabet sang Maria den Lobpreis der Größe Gottes. Lass auch uns täglich deine Güte preisen.

A Heilige uns auf die Fürsprache deiner Mutter.

 

Lied: Den Herren will ich loben (GL 395, 3)

Rosenkranzgebet

Gott, als Elisabet den Gruß Mariens vernahm, hüpfte ihr Kind Johannes voll Freude in ihrem Leib. Elisabet selbst wurde vom Heiligen Geist erfüllt, vom gleichen Geist, der Maria angeregt hatte, die beschwerliche Reise nach Judäa auf sich zu nehmen. Du selbst wolltest Maria mitwirken lassen an der Heiligung und Berufung des Vorläufers deines Sohnes. Erleuchte uns und gib uns die Gnade, dass auch wir deinen Willen erfüllen.

2. Geheimnis des freudenreichen Rosenkranzes: Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabet getragen hast.

Schlussgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, vom Heiligen Geist geführt, eilte Maria, die deinen Sohn in ihrem Schoß trug, zu ihrer Verwandten Elisabet. Hilf auch uns, den Eingebungen deines Geistes zu folgen, damit wir vereint mit Maria deine Größe preisen.

Segen

V Der Herr segne und behüte euch; der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten und sei euch gnädig; er wende euch sein Antlitz zu und schenke euch seinen Frieden! Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. A Amen.

Lied: Maria, Mutter unsres Herrn (GL 530, 1—4)

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