Freitag, 22. Mai 2020

PFINGSTNOVENE MIT DEM Youcat

PFINGSTNOVENE MIT DEM JUGENDKATECHISMUS

(9 Tage v. Fr. nach Christi Himmelfahrt bis Pfingsten)

Das Gebet umfasst vier Bereiche unserer christlichen Berufung
(die vier Gebete sind der St. Pöltner Pfingstnovene
entnommen): Zuerst den Dank dafür, dass Gott uns ins Leben
gerufen hat. Dann die Berufung durch die Taufe zum Leben als
Christ. Als Drittes die spezielle Berufung jedes Einzelnen mit
seinen besonderen Fähigkeiten (Charismen). Und schließlich
die Berufung zum Dienst in der Kirche, besonders zum Priester
und zum Ordensleben. Täglich wird das Berufungsgebet am Anfang und die Litanei
zum Heiligen Geist am Ende gebetet (Rückseite).

Guter Gott, du hast uns ins Leben gerufen. Lass uns dieses Geschenk in großer Dankbarkeit und Freude annehmen. Segne die Eltern und Familien, die dem Leben ihr Jawort geben. Stärke die Lehrer und Erzieher, wenn sie junge Menschen auf ihrem Weg begleiten. Mache uns zu Anwälten des Lebens, wo immer es Stütze braucht.
Herr Jesus Christus, du hast uns zum Glauben in der Gemeinschaft der Kirche berufen. Schenke uns den Mut, dir auf dem Weg zu folgen, den du uns führst. Belebe deine
Kirche und stärke die Gemeinschaft aller Getauften. Mache uns zu glaubwürdigen Zeugen deiner Liebe. Lass uns ein Segen sein füreinander und für die Welt.

Heiliger Geist, du erleuchtest unsere Herzen, damit wir unsere Berufung erkennen. Ermutige uns, auf den leisen Ruf unseres Herzens zu hören. Schärfe unser Bewusstsein, dass jeder
Mensch für dich wertvoll ist. Hilf uns, deine Gaben zu entdecken und unsere Talente zu entfalten. Zeige uns den Platz, an dem du uns brauchst.

Dreieiniger Gott, die Kirche braucht Männer und Frauen, die dem Evangelium ihr Gesicht geben. Darum bitten wir dich: Rufe viele Menschen in die verschiedenen Dienste der Kirche.
Bestärke vor allem jene, die sich als Priester oder Ordenschristen mit ihrem ganzen Leben für die Frohe Botschaft einsetzen. Sei uns nahe, wenn Zweifel kommen, und sende deinen Heiligen Geist, damit viele vom Evangelium berührt werden. Schenke uns den Mut, unseren Lebensweg
mit dir zu gehen, und das Vertrauen, dir zu dienen.


1 Was heißt: Ich glaube an den Heiligen Geist?

An den Heiligen Geist glauben heißt, ihn ebenso als Gott anzubeten wie den Vater und
den Sohn. Es heißt daran glauben, dass der Heilige Geist in unser Herz kommt, damit wir
als Kinder Gottes unseren Vater im Himmel erkennen. Vom Geist Gottes bewegt, können
wir das Angesicht der Erde verändern. Vor seinem Tod hatte Jesus den Jüngern
versprochen, ihnen einen „anderen Beistand“ (Joh 14,16) schicken, wenn er nicht mehr bei
ihnen sein würde. Als dann über die Jünger der Urkirche der Heilige Geist ausgegossen wurde,
erfuhren sie, was Jesus gemeint hatte. Sie erlebten eine tiefe Sicherheit und Freude im
Glauben und erhielten bestimmte Charismen; d. h. sie konnten prophezeien, heilen und Wunder
wirken. Bis heute gibt es in der Kirche Menschen, die solche Gaben haben und diese Erfahrungen
machen.

2 Welche Rolle spielt der Heilige Geist im Leben Jesu?
Ohne den Heiligen Geist kann man Jesus nicht verstehen. Wie nirgends sonst zeigte
sich in seinem Leben die Anwesenheit des Geistes Gottes, den wir den Heiligen Geist
nennen. Es war der Heilige Geist, der Jesus im Schoß der Jungfrau Maria ins Leben rief (Mt
1,18), ihn als geliebten Sohn bestätigte ( Lk 4,16-19), ihn leitete (Mk 1,12) und ihn belebte bis ans
Ende (Joh 19,30). Am Kreuz hauchte Jesus den Geist aus. Nach seiner Auferstehung spendete er
seinen Jüngern den Heiligen Geist (Joh 20,20).
Damit ging der Geist Jesu auf seine Kirche über: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich
Euch.“ (Joh 20,21).

3 Unter welchen Namen und Zeichen erscheint der Heilige Geist?
Auf Jesus kommt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube herab. Die ersten Christen
erfahren den Heiligen Geist wie eine heilende Salbe, wie lebendiges Wasser, wie
brausenden Sturm oder wie flammendes Feuer. Jesus Christus selbst spricht vom
Beistand, Tröster, Lehrer und Geist der Wahrheit. In den Sakramenten der Kirche wird
der Heilige Geist durch Handauflegung und Salbung mit Öl geschenkt. Der Frieden, den
Gott mit den Menschen nach der Sintflut schloss, wurde Noach durch das Erscheinen einer Taube
angezeigt. Auch die heidnische Antike kannte die Taube als Sinnbild für Liebe. So verstanden die
frühen Christen sofort, warum der Heilige Geist, die Person gewordene Liebe Gottes, in Gestalt
einer Taube auf Jesus herabkam, als er sich im Jordan taufen ließ. Heute ist die Taube das
weltweit anerkannte Zeichen für Frieden und eines der großen Symbole für die Versöhnung
des Menschen mit Gott (vgl. Gen 8, 10-11).

4 Was heißt: Der Heilige Geist hat „gesprochen durch die Propheten“?
Gott hat schon im Alten Bund Männer und Frauen mit Geist erfüllt, so dass sie ihre
Stimme für Gott erhoben, in seinem Namen sprachen und das Volk auf das Kommen des
Messias vorbereiteten. Im Alten Bund suchte Gott Männer und Frauen aus, die bereit waren, sich von ihm zu Tröstern, Führern und Mahnern für sein Volk machen zu lassen. Es war der Geist Gottes, der durch den Mund von Jesaja, Jeremia, Ezechiel und anderen Propheten sprach. Johannes der Täufer, der letzte dieser Propheten, sah nicht nur das Kommen des Messias voraus. Er ist ihm noch
begegnet und hat ihn als den Befreier von der Macht der Sünde verkündigt.

5 Wie konnte der Heilige Geist in, mit und durch Maria wirken?
Maria war total ansprechbar und offen für Gott (Lk 1,38). So konnte sie durch das
Wirken des Heiligen Geistes die „Mutter Gottes“ werden – und als Mutter Christi auch
die Mutter der Christen, ja die Mutter aller Menschen. Maria ermöglichte dem Heiligen Geist das Wunder aller Wunder: die Menschwerdung Gottes. Sie gab Gott ihr Jawort: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie Du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Vom Heiligen Geist gestärkt, ging sie mit Jesus durch dick und dünn, bis unter das Kreuz. Dort hat Jesus sie uns allen zur Mutter gegeben (Joh
19,25-27).



6 Was geschah an Pfingsten?

Fünfzig Tage nach seiner Auferstehung schickte der Herr vom Himmel her den Heiligen Geist auf seine Jünger herab. Die Zeit der Kirche begann. Am Pfingsttag machte der Heilige Geist aus angstbesetzten Aposteln mutige Zeugen Christi. In kürzester Zeit ließen sich Tausende taufen: Es war die Geburtsstunde der Kirche. Das Sprachenwunder von Pfingsten zeigt, dass die Kirche von Anfang an für alle da ist; sie ist universal (lat. für das griech.
katholisch) und missionarisch. Sie spricht zu allen Menschen, überwindet ethnische und
sprachliche Grenzen und kann von allen verstanden werden. Bis heute ist der Heilige Geist das Lebenselixier der Kirche.

7 Was tut der Heilige Geist in der Kirche?

Der Heilige Geist baut die Kirche auf und treibt sie an. Er erinnert sie an ihre Mission. Er beruft Menschen in ihren Dienst und schenkt ihnen die nötigen Gaben. Er führt uns immer tiefer in die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott.
Auch wenn die Kirche in ihrer langen Geschichte oft „von allen guten Geistern verlassen“ schien,
so ist der Heilige Geist trotz aller Fehler und menschlichen Unzulänglichkeiten in ihr am Werk.
Allein ihre 2000-jährige Existenz und die vielen Heiligen aller Epochen und Kulturen sind der
sichtbare Beweis seiner Gegenwart. Der Heilige Geist ist es, der die Kirche als ganze in der
Wahrheit hält und sie immer tiefer in die Erkenntnis Gottes führt. Es ist der Heilige Geist,
der in den Sakramente wirkt und die Heilige Schrift für uns lebendig macht. Menschen, die
sich ihm ganz öffnen, beschenkt er auch heute mit seinen Gnadengaben (Charismen).

8 Was tut der Heilige Geist in meinem Leben?

Der Heilige Geist öffnet mich für Gott; er lehrt mich beten und hilft mir, für andere da zu
sein. „Der stille Gast unserer Seele“ - so nennt Augustinus den Heiligen Geist. Wer ihn spüren
will, muss still werden. Oft spricht dieser Gast sehr leise in uns und mit uns, etwa in der Stimme
unseres Gewissens oder durch andere innere und äußere Impulse. „Tempel des Heiligen
Geistes“ sein heißt: mit Leib und Seele da sein für diesen Gast, für Gott in uns. Unser Leib ist
also gewissermaßen das Wohnzimmer Gottes. Je mehr wir uns dem Heiligen Geist in uns
öffnen, desto mehr wird er zum Lehrmeister unseres Lebens, desto eher schenkt er uns auch
heute seine Charismen zum Aufbau der Kirche. So wachsen in uns, statt der Werke des
Fleisches, die „Früchte des Geistes“.

9 Was geschieht in der Firmung?

In der Firmung wird der Seele eines getauften Christen ein unverlierbares Siegel aufgeprägt,
das man nur einmal empfangen kann und das diesen Menschen für immer als Christen
prägt. Die Gabe des Heiligen Geistes ist die Kraft von oben, in der dieser Mensch die
Gnade seiner Taufe durch sein Leben wahr macht und „Zeuge“ für Christus ist. Sich
firmen lassen heißt mit Gott einen „Vertrag“ machen. Der Firmling sagt: Ja, ich glaube an
dich, mein Gott, gib mir deinen Heiligen Geist, dass ich dir ganz gehöre, niemals von dir
getrennt werde und dich mein ganzes Leben hindurch mit Leib und Seele, in Taten und
Worten, in guten und bösen Tagen bezeuge. Und Gott sagt: Ja, ich glaube auch an dich, mein Kind
– und ich werde dir meinen Geist, ja mich selber schenken. Ich werde ganz dir gehören. Ich werde
mich in diesem und im ewigen Leben niemals von dir trennen. Ich werde in deinem Leib und
deiner Seele, in deinen Taten und Worten sein. Selbst wenn du mich vergisst, werde ich doch da
sein – in guten wie in schlechten Tagen.

Litanei zum Heiligen Geist

Herr, erbarme dich unser. Christus erbarme dich unser.
Herr, erbarme dich unser.
Christus, höre uns. Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser
Gott Heiliger Geist, erbarme dich unser.
Heiliger dreifaltiger Gott, erbarme dich unser
Heiliger Geist, der du vom Vater dem Sohne ausgehst,
 komm zu uns.
Heiliger Geist, dem Vater u. dem Sohne gleich, komm zu uns.
Gabe des Allerhöchsten, komm zu uns.
Quelle der Gnaden, komm zu uns.
Heiliges Feuer, komm zu uns.
Brennende Liebe, komm zu uns.
Geistliche Salbung der Seelen, komm zu uns.
Geist der Wahrheit, komm zu uns.
Geist der Weisheit und des Verstandes, komm zu uns.
Geist des Rates und der Stärke, komm zu uns.
Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit, komm zu uns.
Geist der Furcht des Herrn, komm zu uns.
Geist der Gnade und des Gebetes, komm zu uns.
Geist des Vertrauens, komm zu uns.
Geist der Sanftmut und der Demut, komm zu uns.
Geist des Friedens und der Geduld, komm zu uns.
Geist der Bescheidenheit und der Reinheit, komm zu uns.
Tröster Geist, komm zu uns.
Heiligmachender Geist, komm zu uns.
Geist des Herrn, der du das All erfüllst, komm zu uns.
Geist der Unfehlbarkeit, der du die Kirche leitest, komm zu uns.
Geist der Gotteskindschaft, komm zu uns.
Heiliger Geist, erhöre uns.
Erleuchte unsere Herzen mit deinem Licht, erhöre uns.
Entzünde unsere Herzen mit deiner Liebe, erhöre uns.
Mach uns stark und mutig im Glauben, erhöre uns.
Führe uns auf den Weg deiner Gebote, erhöre uns.
Mach uns fügsam für deine Eingebungen, erhöre uns.
Lehre uns beten und bete selbst in uns, erhöre uns.
Hilf uns, uns gegenseitig zu lieben u. zu ertragen, erhöre uns.
Umgib uns mit Liebe und Barmherzigkeit für jeden, erhöre uns.
Flöße uns Abscheu vor dem Bösen ein, erhöre uns.
Leite uns in der Übung des Guten, erhöre uns.
Sei du selbst unser ewiger Lohn, erhöre uns.

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, sende
uns deinen Heiligen Geist.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, gieße
die Gaben des Heiligen Geistes in unsere Seelen.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
gib uns den Geist der Weisheit und Frömmigkeit.

Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen.
Und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe.

Lasset uns beten: Dein Heiliger Geist, o Herr, erleuchte,
entflamme und reinige uns! Er durchdringe uns mit seinem
himmlischen Tau und mache uns fruchtbar an guten Werken.
Amen.

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