Einleitung
Maria ist eine
faszinierende Frau. Verschiedene Fest, die wir im Laufe des Jahres feiern,
schaffen unterschiedliche Zugänge zu dieser Person und zeigen ihre Bedeutung in
der Frömmigkeit auf. Ihr Vertrauen auf Gottes Anruf macht sie zu einer
Fürsprecherin und „Mutter aller Glaubenden“.
In Maria begegnen wir
einer bodenständigen Frau, die ein klares Ja zu Gottes Willen ausgesprochen
hat. Maria zeichnet Hingabe, Treue, Vertrauen und Hilfsbereitschaft aus. Diese
Haltung lässt sich mit Demut („humilitas“) beschreiben, was zusammenhängt mit
„humus“, Erdboden, mit dem, was ganz unten ist. Als „Frau aus dem Volk“
erscheint Maria populär und bietet eine Vielzahl von Berührungspunkten an: als
Tochter, Mutter, Schwester, Arbeiterin, Fürsprecherin und Wegweiserin. Das Bild
der Knotenlöserin wird uns in dieser Maiandacht begleiten.
Eröffnung
„Im
Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. AMEN“
Eröffnungslied:
„Glorwürd´ge Königin, himmlische Frau“ – GL 963
Hinführung
L: Jeder von uns hat
mit Knoten schon seine Erfahrungen gemacht. Kaum zieht man am falschen
Schuhband, schon ist ein Knoten drin. Ein Knoten im Hals raubt mir die Luft und
ich kann kaum sprechen. Mit Knoten kann ich etwas zusammenbinden und fest
machen. Manche machen sich einen Knoten ins Taschentuch, um etwas Wichtiges
nicht zu vergessen. Knoten aber wieder zu öffnen ist nicht immer leicht.
Entweder gelingt es mit viel Geduld, manchmal reißt aber der Geduldsfaden und
der Knoten wird einfach durchgeschnitten. Knoten in uns zu lösen braucht
manchmal lange Zeit und einen langen Atem. Und manchmal brauche ich jemanden,
der mir hilft meine Knoten zu lösen, weil ich alleine nicht mehr klar komme.
Maria ist so eine Knotenlöserin, an die wir uns vertrauensvoll mit unseren
„Knoten“ wenden können.
Maria Knotenlöserin
Maria
war in ihrem Leben mit schwierigen Situationen konfrontiert und hat einige
solcher Knoten erfahren. Wir wollen diese Situation mit Texten aus der Bibel in
Verbindung bringen und auf diesem Hintergrund auf unser eigenes Leben schauen.
Wer möchte kann bei jedem Impuls dazu einen Knoten in die Schnur machen – den
persönlichen „Knoten“.
Zwischen den Impulsen kann jeweils eine
Strophe vom Marienlied „Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn“ – GL 521 gesungen werden.
1.
Unverständnis
Und
Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu
bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er
wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, - und deine Seele wird ein
Schwert durchdringen.
(Lk 2,34-35) Wir denken an Situationen, wo wir auf
Unverständnis gestoßen sind, wo wir verletzt wurden.
Kurze Stille zum
Nachdenken. 521,1
2.
Flucht nach Ägypten
Als
die Sterndeuter wieder gegangen waren, da erschien Josef im Traum ein Engel des
Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach
Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das
Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef auf und floh in der Nacht mit dem
Kind und dessen Mutter nach
Ägypten. (Mt
2,13-14)
Wir denken an Situationen, wo wir auf der Flucht waren,
vor uns selber oder vor anderen oder vor Aufgaben und Pflichten.
Kurze Stille zum
Nachdenken. 521,2
3.
Verlust
Dann
suchten sie ihn bei Verwandten und Bekannten. Als sie ihn nicht fanden, kehrten
sie nach Jerusalem zurück und suchten nach ihm. Da geschah es, nach drei Tagen
fanden sie
ihn im Tempel. (Lk 2,44-46)
Wir denken an Situationen, wo wir etwas oder jemanden
verloren haben, wo uns etwas Wichtiges abhandengekommen ist oder Träume
zerschlagen wurden.
Kurze Stille zum
Nachdenken. 521,3
4.
Schmerz und Trauer
Es
folgte ihm eine große Menge des Volkes, darunter auch Frauen, die um ihn
klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Töchter
Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure
Kinder! (Lk
23,27-28)
Wir denken an schmerzliche Situationen, die uns traurig
gemacht haben, Wegstrecken, die schwer zu gehen waren, Pläne, die durchkreuzt
wurden.
Kurze Stille zum
Nachdenken. 521,4
5.
Tod
Bei
dem Kreuz standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau
des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den
Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe dein Sohn! (Joh 19, 26-26)
Wir
denken an Situationen, wo etwas sterben musste, etwas, das uns lieb geworden
ist oder auch an einen Menschen, den wir verloren haben.
Kurze Stille zum
Nachdenken. 521,5
6.
Abschied
Die
Frauen in seiner Nachfolge, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das
Grab und wie der
Leichnam bestattet wurde. (Lk 23, 55)
Vielleicht gibt es in ihrem Leben noch einen weiteren
„Knoten“, den sie noch hinzufügen möchten, eine Not, einen Schmerz ... 521,6
Kurze Stille zum
Nachdenken. Legen wir geistlich in die Hände Mariens unsere Knoten im Vertrauen
darauf, dass Gott die Knoten lösen und verwandeln möge. Wir beten miteinander
im Wechsel das „Gegrüßet seist du Maria“:
V:
GEGRÜSSET SEIST DU, MARIA, VOLL DER GNADE!
A: Ein Engel hat dich damals so gegrüßt,
sagt die Bibel. So einen Engel hätte ich manchmal nötig, dass er mich
wachrüttelt, wenn ich mit offenen Augen in den Tag träume und nicht merke, wo
ich gebraucht werde.
V:
DER HERR IST MIT DIR.
A: Das heißt doch wohl: Gott ist dir ganz
nah, weil du ihn einlässt. Wie ist das bei mir?
V:
DU BIST GEBENEDEIT UNTER DEN FRAUEN UND GEBENEDEIT IST DIE FRUCHT DEINES
LEIBES, JESUS.
A: „Gebenedeit“? Ein eigenartiges WORT: Halb
lateinisch, halb deutsch. Im Wörterbuch steht dafür: „gesegnet“. Gesegnet bist
du, ist Jesus, dein Kind. Ein Segen für die ganze Menschheit!
V:
HEILIGE MARIA, MUTTER GOTTES, BITTE FÜR UNS SÜNDER JETZT UND IN DER STUNDE
UNSERES TODES. AMEN.
A: Leg ein gutes Wort für mich ein; denn ich weiß, dass ich
nicht alles richtig mache im Leben. Bitte für mich und alle Menschen. Dann
brauch ich weder vor dem Leben noch vor dem Tod Angst zu haben. Amen.
Lied:
Stimmen wir ein in den Lobgesang Mariens auf die Größe des Herrn mit dem Lied
395 das „Magnifikat“ – ein Lobgesang auf die Größe des Herrn
Unter dem Schutzmantel geborgen - Fürbitten
V: Maria ist für uns Fürsprecherin bei Gott. Wir können
mit allen unseren Anliegen, Sorgen und Nöten zu ihr kommen und dürfen uns
vertrauensvoll unter ihren Schutzmantel stellen.
Gott du hast die Mutter deines Sohnes auch uns zur
Mutter gegeben, wir ehren sie als unsere
Königin und bitten dich im Vertrauen auf ihre
Fürsprache:
1. Schenke uns
Vertrauen und gehorsam, damit wir wie Maria deinen Willen erfüllen können.
2. Lass in allen
Christen den Geist für Frieden und Abrüstung wachsen, durch Ablehnung jeder
Form von Gewalt.
3. Hilf uns, dass
uns die Not der Menschen zu Herzen geht, lass uns nicht gleichgültig werden
gegenüber unseren Mitmenschen, die Hilfe brauchen.
4. Lass uns
glaubwürdige Zeugen für unsere Kinder und Jugendlichen sein und ihnen so‚ den
Sinn und die Schönheit des Lebens erfahrbar machen.
5. Gib, dass ältere‚
einsame und verlassene Menschen Hilfe und Zuwendung finden.
Segen
- „Freu dich du Himmelskönigin“ – GL 525
L:
Lasset uns beten (kurze Gebetsstille)
Allmächtiger
Gott. Durch die Auferstehung deines Sohnes, unseres Herrn Jesus
Christus, hast Du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch Seine
jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen. Darum
bitten wir durch Christus, unseren Herrn. A:
Amen.
L:
Guter Gott, wir glauben, dass du uns nahe bist, wie du Maria nahe warst.
Wir
vertrauen, dass du uns begleitest, wie du Maria begleitet hast.
Wir
hoffen, dass du uns stark machst, wie du Maria stark gemacht hast. So bitten
wir dich, segne und beschütze uns, wie du Maria gesegnet hast, Du, der
dreifaltige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. A: Amen.
V:
Gelobt sei Jesus Christus. A: In Ewigkeit. AMEN
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