ERÖFFNUNG
Eingangslied:
„Wir sagen euch an den lieben Advent" (GL 223,1—4).
Einführung
Wir
stehen in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Heute haben wir uns versammelt,
um uns Zeit zu nehmen für Besinnung und Buße. Zu Beginn dieser Feier wollen wir
beten:
Gebet
zur Eröffnung
Gott,
unser Vater, wir kommen zu dir, weil du uns mit liebenden Augen ansiehst. Du
siehst, was gut läuft in unserem Leben und du siehst, was wir falsch machen,
weil du uns kennst. Vor dir stehen wir und bitten dich in dieser Feier um
Vergebung und um die Kraft, jeden Tag neu zu beginnen, der du lebst und
herrschst in Ewigkeit.
FEIER
DES WORTES GOTTES
Evangelium:
Mt 3,1-9
Das
Auftreten des Täufers1 In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und
verkündete in der Wüste von Judäa: 2 Kehrt um! Denn das Himmelreich ist
nahe. 3 Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Stimme eines
Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!
4 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine
Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. 5 Die Leute von
Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus;
6 sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
7 Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen,
sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem
kommenden Zorngericht entrinnen könnt? 8 Bringt Frucht hervor, die eure
Umkehr zeigt, 9 und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben Abraham zum
Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder
erwecken. 10 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum,
der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
11 Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist
stärker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen. Er
wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12 Schon hält er
die Schaufel in der Hand; und er wird seine Tenne reinigen und den Weizen in
seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer
verbrennen.
Advent
bedeutet Ankunft. Gemeint ist zunächst nicht, dass wir selbst etwas tun müssen,
sondern im Gegenteil, es bedeutet, dass Gott uns entgegenkommt, dass Gott einen
neuen Anfang schaffen möchte. So geht Neuanfang, so geht Buße. Dieser Neuanfang
geschieht dort, wo ich Gott, mich selbst und meine Mitmenschen durch die Augen
Gottes zu sehen beginne, also gleichsam, bildlich gesprochen, durch die Brille
Gottes schaue. Wer durch Gottes Brille sieht, der lernt einen Blick der
Barmherzigkeit, einen Blick der Liebe aufzusetzen.
Wenn wir mit diesem Blick der Liebe auf
unser eigenes Leben schauen, dann erkennen wir, dass nicht immer alles gut
läuft, dass nicht immer alles rosarot ist. Das, was uns von Gott, von unseren
Mitmenschen, von uns selbst trennt, das nennen wir Sünde. Mutter Teresa hat
einmal gesagt: „Einige Heilige haben sich als schlimme Verbrecher bezeichnet,
denn sie sahen Gott, sie sahen sich selbst — und sie sahen den
Unterschied."
Wir brauchen Reinigung, wir müssen unsere
Brillen saubermachen, um einen neuen Anfang zu wagen. Die Beichte ist sozusagen
dieses Brillenputztuch, das uns wieder klarsehen lässt, das uns hilft, wieder
mit Gottes Augen, durch seine Brille zu sehen, damit wir jene Frucht der Umkehr
hervorbringen, von der Johannes der Täufer spricht.
Diese
Versöhnung mit Gott, mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst kann in der
Beichte gelingen. Sie ist wie eine liebende Umarmung, die Umarmung eines
liebenden Vaters, der dich annimmt und in dessen Armen dir bewusstwird, was du
nicht gut gemacht hast. In dieser Umarmung Gottes geschieht Heil in deinem
Leben, in dieser Umarmung wird es Advent, in dieser Umarmung kannst du neu
anfangen, in dieser Umarmung kommt Gott in dein Leben! (Stille)
FEIER DES ERBARMEN GOTTES
Gewissenserforschung
Einige
Fragen zur Gewissenserforschung sollen uns helfen, unser Leben zu betrachten:
Wie lebe
ich mit Gott?
Danke ich
ihm für mein Leben? Bete ich?
Wie lebe
ich in meiner Familie?
Wie bin
ich zu meinen Eltern, zu meinen Kindern, zu meinen Geschwistern?
Wofür
kann ich ihnen dankbar sein?
War ich
gegenüber anderen ungerecht oder gemein?
Bin ich
neidisch oder eifersüchtig?
Wie lebe
ich am Arbeitsplatz oder in der Schule?
Wie bin
ich zu meinen Kollegen, zu meinen Mitschülern - fair oder unfair?
Erledige
ich meine Aufgaben sorgfältig?
Helfe ich
anderen?
Habe ich
andere verspottet, ihnen wehgetan oder sie fertiggemacht?
Wie lebe
ich in der Freizeit?
Habe ich
andere ausgeschlossen, benachteiligt oder ausgetrickst? Sitze ich zu lange vor
dem Computer, dem Fernseher, dem Smartphone?
Wie
verhalte ich mich in der digitalen Welt?
Habe ich
absichtlich etwas kaputt gemacht?
Gibt es
noch etwas, was mich sehr beschäftigt?
Was ist
mein größter und häufigster Fehler?
Was nehme
ich mir besonders vor?
Was
möchte ich besser machen?
Wo
brauche ich einen Neuanfang?
Gemeinsames Schuldbekenntnis
L: Nicht
immer ist unser Leben gut, nicht immer werden wir uns selber, unseren
Mitmenschen und Gott gerecht. Bekennen wir vor Gott und einander unsere Schuld
und unser Versagen:
A: Ich
bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich
Gutes unterlassen und Böses getan habe
ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte
ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten
bei Gott, unserem Herrn.
(GL 582,4)
Der Herr erbarme
sich unser, er nehme von
uns Sünde und Schuld, damit wir mit frohem und freiem Herzen das Fest der
Menschwerdung Gottes erwarten. Das erbitten wir durch Christus, unseren Bruder
und Herrn.
Z.: Lasst
uns beten zu Jesus Christus, der gekommen ist, um uns Menschen einen neuen Anfang zu schenken: V: Komm,
Herr Jesus. A: Komm, Herr Jesus.
Für alle Menschen, die
keine Hoffnung haben.
Für alle Menschen, die
neu anfangen möchten.
Für alle Menschen, die krank, einsam oder traurig sind.
Für alle Menschen, denen es
schwerfällt, Buße zu tun.
Für alle Menschen, an
die niemand mehr denkt.
Herr
Jesus Christus, du lehrst uns, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Wir danken
dir für deine Nähe und Güte, die du uns immer wieder schenkst. Dir sei Lob und
Ehre in Ewigkeit.
Jesus
selbst hat uns gelehrt, wie wir Gott ansprechen dürfen. Wir dürfen ihn Vater
nennen, ihm unsere Freuden und Sorgen, unser Gelingen und Versagen bringen. Wir
wollen nun beten, wie Jesu seine Jünger zu beten gelehrt hat: Vater unser im
Himmel ...
Der Bußgottesdienst ersetzt die
Beichte nicht, sondern bereitet darauf gut vor. Daher laden wir zum Sakrament
der Versöhnung ein. Beichtgelegenheit ist hier anschließend… Danken wir Gott. Er vergibt uns die Sünden. Singen wir das große
Danklied, das einst Maria angestimmt hat, als sie von Elisabeth der Mutter des
Johannes begrüßt worden war.
Segensgebet
Der Herr
sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr
sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen vor
Gefahren.
Der Herr
sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke des Bösen.
Der Herr
sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst.
Der Herr
sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr
sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.
Der Herr
sei über dir, um dich zu segnen.