Donnerstag, 17. Dezember 2020

Bussandacht Dezember 2020

 

ERÖFFNUNG

Eingangslied: „Wir sagen euch an den lieben Advent" (GL 223,1—4).

Einführung

Wir stehen in der Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Heute haben wir uns versammelt, um uns Zeit zu nehmen für Besinnung und Buße. Zu Beginn dieser Feier wollen wir beten:

Gebet zur Eröffnung

Gott, unser Vater, wir kommen zu dir, weil du uns mit liebenden Augen ansiehst. Du siehst, was gut läuft in unserem Leben und du siehst, was wir falsch machen, weil du uns kennst. Vor dir stehen wir und bitten dich in dieser Feier um Vergebung und um die Kraft, jeden Tag neu zu beginnen, der du lebst und herrschst in Ewigkeit.

 

FEIER DES WORTES GOTTES

Evangelium: Mt 3,1-9

Das Auftreten des Täufers1 In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa: 2 Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe. 3 Er war es, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat: Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! 4 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung. 5 Die Leute von Jerusalem und ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend zogen zu ihm hinaus; 6 sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. 7 Als Johannes sah, dass viele Pharisäer und Sadduzäer zur Taufe kamen, sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt? 8 Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt, 9 und meint nicht, ihr könntet sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken. 10 Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. 11 Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12 Schon hält er die Schaufel in der Hand; und er wird seine Tenne reinigen und den Weizen in seine Scheune sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

 Ansprache: In dem 2010 herausgegebenen Katechismus für Jugendliche „Youcat" findet sich eine gelungene Definition des Wortes Buße. Dort heißt es unter der Nummer Nr. 230: „[...] Buße wird oft falsch verstanden. Sie hat nichts mit Selbstbeschimpfung und Skrupulantentum zu tun. Buße ist kein Brüten darüber, was ich für ein schlechter Mensch bin. Buße befreit und ermutigt uns, neu anzufangen." Buße bedeutet also Neuanfang. Neuanfang ist auch das Thema des soeben gehörten Textes aus dem Evangelium. Johannes ruft zur Umkehr auf. Wir sollen dem Herrn einen Weg bereiten in der Wüste unseres Daseins. Wir sollen von Neuem beginnen.

Advent bedeutet Ankunft. Gemeint ist zunächst nicht, dass wir selbst etwas tun müssen, sondern im Gegenteil, es bedeutet, dass Gott uns entgegenkommt, dass Gott einen neuen Anfang schaffen möchte. So geht Neuanfang, so geht Buße. Dieser Neuanfang geschieht dort, wo ich Gott, mich selbst und meine Mitmenschen durch die Augen Gottes zu sehen beginne, also gleichsam, bildlich gesprochen, durch die Brille Gottes schaue. Wer durch Gottes Brille sieht, der lernt einen Blick der Barmherzigkeit, einen Blick der Liebe aufzusetzen.

Wenn wir mit diesem Blick der Liebe auf unser eigenes Leben schauen, dann erkennen wir, dass nicht immer alles gut läuft, dass nicht immer alles rosarot ist. Das, was uns von Gott, von unseren Mitmenschen, von uns selbst trennt, das nennen wir Sünde. Mutter Teresa hat einmal gesagt: „Einige Heilige haben sich als schlimme Verbrecher bezeichnet, denn sie sahen Gott, sie sahen sich selbst — und sie sahen den Unterschied."

Wir brauchen Reinigung, wir müssen unsere Brillen saubermachen, um einen neuen Anfang zu wagen. Die Beichte ist sozusagen dieses Brillenputztuch, das uns wieder klarsehen lässt, das uns hilft, wieder mit Gottes Augen, durch seine Brille zu sehen, damit wir jene Frucht der Umkehr hervorbringen, von der Johannes der Täufer spricht.

Diese Versöhnung mit Gott, mit unseren Mitmenschen und mit uns selbst kann in der Beichte gelingen. Sie ist wie eine liebende Umarmung, die Umarmung eines liebenden Vaters, der dich annimmt und in dessen Armen dir bewusstwird, was du nicht gut gemacht hast. In dieser Umarmung Gottes geschieht Heil in deinem Leben, in dieser Umarmung wird es Advent, in dieser Umarmung kannst du neu anfangen, in dieser Umarmung kommt Gott in dein Leben! (Stille)

FEIER DES ERBARMEN GOTTES

Gewissenserforschung

Einige Fragen zur Gewissenserforschung sollen uns helfen, unser Leben zu betrachten:

Wie lebe ich mit Gott?

Danke ich ihm für mein Leben? Bete ich?

Wie lebe ich in meiner Familie?

Wie bin ich zu meinen Eltern, zu meinen Kindern, zu meinen Geschwistern?

Wofür kann ich ihnen dankbar sein?

War ich gegenüber anderen ungerecht oder gemein?

Bin ich neidisch oder eifersüchtig?

Wie lebe ich am Arbeitsplatz oder in der Schule?

Wie bin ich zu meinen Kollegen, zu meinen Mitschülern - fair oder unfair?

Erledige ich meine Aufgaben sorgfältig?

Helfe ich anderen?

Habe ich andere verspottet, ihnen wehgetan oder sie fertiggemacht?

Wie lebe ich in der Freizeit?

Habe ich andere ausgeschlossen, benachteiligt oder ausgetrickst? Sitze ich zu lange vor dem Computer, dem Fernseher, dem Smartphone?

Wie verhalte ich mich in der digitalen Welt?

Habe ich absichtlich etwas kaputt gemacht?

Gibt es noch etwas, was mich sehr beschäftigt?

Was ist mein größter und häufigster Fehler?

Was nehme ich mir besonders vor?

Was möchte ich besser machen?

Wo brauche ich einen Neuanfang?

Gemeinsames Schuldbekenntnis

L: Nicht immer ist unser Leben gut, nicht immer werden wir uns selber, unseren Mitmenschen und Gott gerecht. Bekennen wir vor Gott und einander unsere Schuld und unser Versagen:

A: Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld. Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn. (GL 582,4)

 Vergebungsbitte

Der Herr erbarme sich unser, er nehme von uns Sünde und Schuld, damit wir mit frohem und freiem Herzen das Fest der Menschwerdung Gottes erwarten. Das erbitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

 FÜRBITTEN UND ABSCHLUSS

Z.: Lasst uns beten zu Jesus Christus, der gekommen ist, um uns Menschen einen neuen Anfang zu schenken: V: Komm, Herr Jesus. A: Komm, Herr Jesus.

 Für alle Menschen, die keine Hoffnung haben.

 Für alle Menschen, die neu anfangen möchten.

Für alle Menschen, die krank, einsam oder traurig sind.

Für alle Menschen, denen es schwerfällt, Buße zu tun.

 Für alle Menschen, an die niemand mehr denkt.

Herr Jesus Christus, du lehrst uns, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Wir danken dir für deine Nähe und Güte, die du uns immer wieder schenkst. Dir sei Lob und Ehre in Ewigkeit.

 Zum Vaterunser

Jesus selbst hat uns gelehrt, wie wir Gott ansprechen dürfen. Wir dürfen ihn Vater nennen, ihm unsere Freuden und Sorgen, unser Gelingen und Versagen bringen. Wir wollen nun beten, wie Jesu seine Jünger zu beten gelehrt hat: Vater unser im Himmel ...

Der Bußgottesdienst ersetzt die Beichte nicht, sondern bereitet darauf gut vor. Daher laden wir zum Sakrament der Versöhnung ein. Beichtgelegenheit ist hier anschließend… Danken wir Gott. Er vergibt uns die Sünden. Singen wir das große Danklied, das einst Maria angestimmt hat, als sie von Elisabeth der Mutter des Johannes begrüßt worden war.

 Gesang                          Den Herren will ich loben                              GL 395

Segensgebet

Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.

Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen vor Gefahren.

Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke des Bösen.

Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst.

Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.

Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.

Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.

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