Samstag, 26. November 2016

8. Anbetungsstunde


Andenken an des Herrn Tod

V: Gelobt und gepriesen sei ohne End,
A: Jesus Christus im heiligsten Sakrament.

V: Herr Jesus Christus, mit freudigem Dank gedenken wir jenes Tages, an dem Du uns dieses heilige Sakrament geschenkt hast. Am Gründonnerstag war un­sere Freude verhalten im Gedenken an Dein Leiden. Darum feiern wir heute mit Jubel und Dank die Ein­setzung dieses Sakramentes.
A: Lob und Dank sei Dir im heiligsten Sakrament.

V: Göttlicher Heiland, wie unbegreiflich viel hast Du uns geschenkt! Hier ist das Brot, von dem Du selber gesagt hast: «Das ist mein Leib für euch» (1 Kor 11 ,24). Hier ist der Trank, von dem Du gesprochen: «Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.»
A: Lob und Dank sei Dir im heiligsten Sakrament.

V: Zum Andenken Deines Opfertodes hast Du dieses Sakrament eingesetzt. Jedesmal, wenn Du als Hoher­priester in der Heiligen Messe durch den Mund des Priesters die Worte der Wandlung sprichst, wird Dein Fleisch und Blut als Opfergabe an den himmlischen Vater gegenwärtig auf dem Altar. Wir alle dürfen in geheimnisvoller Weise unter Deinem Kreuze stehen. Du selber teilst uns die Gnaden aus, die Du am Kreuz für uns verdient hast.
A: Lob und Dank sei Dir im heiligsten Sakrament.

V: Herr Jesus Christus, Du hast uns in diesem Sakrament das Andenken an Dein Leiden hinterlassen. Gib uns ein immer tieferes Verstehen des heiligen Messopfers, damit wir die Geheimnisse Deines Leibes und Blutes so vereh­ren, dass wir allezeit die Früchte Deiner Erlösung in uns erfahren. Der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A: Amen.

V: Gelobt und gepriesen sei ohne End,
A: Jesus Christus im heiligsten Sakrament.
V: Ehre sei ... A: Wie im Anfang ...

 

Ich bin bei euch alle Tage

V: Gelobt und gepriesen sei ohne End
A: Jesus Christus im heiligsten Sakrament.

V: Herr Jesus Christus, vor Deiner Himmelfahrt hast Du zu Deinen Jüngern gesagt: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt» (Mt 28,20). Wie wunderbar hast Du Dein Wort hier im Sakrament erfüllt! Mitten unter uns hast Du Dein Tabernaculum, Dein Zelt, errichtet.
A: Dank sei Dir, Herr, / im Sakrament Deiner Liebe.

V: Du bist bei uns: Nicht nur in Deiner göttlichen Allge­genwart, wie Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist unsichtbar an allen Orten gegenwärtig bist; unter sicht­baren Zeichen wohnst Du hier bei uns.
A: Hier ist in Wahrheit Dein Tabernakel, Gottes Haus / und die Pforte des Himmels.

V: Du bist bei uns: Nicht nur in Deiner Gottheit; auch als Mensch, als unser Bruder und unser Freund, als unser Mittler und Erlöser bist Du hier.
A: Dank sei Dir, Herr Jesus, im Sakrament Deiner Liebe.

V: Herr Jesus Christus, Du hast uns in diesem Sakrament deine wunderbare Gegenwart geschenkt. Lass uns Dir von Herzen Dank sagen für Deine große Liebe. Gib uns, wir bitten Dich, einen festen Glauben an dieses Geheim­nis, eine tiefe Ehrfurcht vor Deiner Gegenwart und eine vertrauende Liebe zu Deinem Herzen, das hier für uns schlägt. Der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A:Amen.

V: Gelobt und gepriesen sei ohne End
A: Jesus Christus im heiligsten Sakrament. V: Ehre sei ... A: Wie im Anfang ...

 

Der hl. Peter Julian Eymard (1811 –1868), glühender Apostel der Heilige Eucharistie schreibt: Man teilt die Anbetungsstunde in vier Teile ein. Während jeder Viertelstunde ehrt man Unseren Herrn durch einen der vier Opferzwecke, nämlich: die Anbetung, die Danksagung, die Sühne und die Bitte.

Die Danksagung

1. Betet an und preist die unendliche Liebe Jesu zu euch in seinem Hl. Sakrament. Um euch auf dieser Erde des Exils und der Armseligkeit nicht als Waisen alleinzulassen, kommt er für euch persönlich vom Himmel herab, um euch Gesellschaft zu leisten und euch zu trösten. Dankt ihm dafür aus ganzem Herzen und mit all eueren Kräften; dankt ihm zusammen mit allen Heiligen.

 

2. Bewundert die Opfer, die er sich in seinem sakramentalen Zustand auferlegt: er verbirgt seine göttliche und leibliche Herrlichkeit, um euch nicht zu blenden; er verhüllt seine Majestät, damit ihr es wagt, euch ihm zu nähern und mit ihm zu reden wie ein Freund zu seinem Freund; er bindet seine Macht, um euch nicht zu erschrecken oder zu strafen; er zeigt euch im Sakrament nicht seine vollkommenen Tugenden, um nicht eure Schwachheit zu entmutigen; er zügelt sogar die Flamme seines Herzens und seiner Liebe zu euch, weil ihr seine Milde und Kraft nicht ertragen könntet; er lässt euch nur seine Güte schauen, die in den hl. Gestalten aufscheint, wie die Strahlen der Sonne durch einen dünnen Nebel durchscheinen. Wie gütig ist doch Jesus im Hl. Sakrament! Er empfängt euch zu jeder Stunde des Tages und der Nacht. Seine Liebe kennt keine Ruhe; er ist stets voll Sanftmut zu euch; er vergisst eure Sünden und Unvollkommenheiten, wenn ihr ihn besuchen kommt, und drückt euch nur seine Freude, seine Milde und seine Liebe aus. Durch euren Empfang möchte man glauben, dass er euer bedarf, um glücklich zu sein. Oh, danket also diesem guten Jesus aus ganzem Herzen! Dankt dem Vater, dass er euch seinen göttlichen Sohn gegeben hat; dankt dem Hl. Geist, dass er immer noch mitwirkt, und zwar für  euch persönlich, an der Ausdehnung seiner Menschwerdung durch den Dienst des Priesters auf dem Altar. Ladet den Himmel und die Erde, die Engel und die Menschen ein, euch beizustehen, um  ihm zu danken, ihn zu loben und zu preisen für soviel Liebe zu euch!


3. Betrachtet den sakramentalen Zustand, den Jesus aus Liebe zu euch auf sich genommen hat, und lasst euch erfüllen mit seinen Gefühlen und seinem Leben. In der Eucharistie ist Jesus so arm wie in Betlehem, ja noch ärmer, denn in Betlehem besaß er seine Mutter; hier hat er sie nicht; vom Himmel bringt er nur sich selbst mit seiner Liebe und seinen Gnaden mit; seht, wie gehorsam er in der göttlichen Hostie ist: prompt und gütig schenkt er sich jedem, der nach ihm verlangt, selbst seinen Feinden. Bewundert seine Demut!  Er steigt bis zur Grenze des Nichts herab, da er doch in sakramentaler Sicht eins ist mit den gewöhnlichen und unbeseelten Gestalten, die ihres Wesens beraubt sind und nur deswegen erhalten bleiben, weil sie vom Allmächtigen durch ein fortwährendes Wunder getragen werden. Seine Liebe zu uns macht ihn zum Gefangenen; sein Wille macht ihn zum Sklaven in seiner eucharistischen Zurückgezogenheit, die unser  Himmel auf Erden sein soll.

 
4. Vereinigt eure Danksagung mit jener der heiligsten Jungfrau nach der Menschwerdung und vor allem nach der hl. Kommunion. Mit ihr wiederholt vor Freude und Glück das Magnifikat eurer Dankbarkeit und Liebe; sprecht ohne Unterlass: "O Jesus in der Hostie, wie bist du so gut, liebend und liebenswürdig!"

Freitag, 25. November 2016

7. Anbetungstunde


Gruß an das Heiligste Herz Jesu

V: Heiligste Herz Jesu, du bist der nie versiegende, erfrischende Quell, der unvergängliches Leben spendet. Du bist die überreiche Schatzkammer der Gottheit, der brennende Herd der göttlichen Liebe.
A: Du bist meine Ruhestätte, meine sichere Zu­flucht. Liebenswürdiger Heiland, entzünde in meinem Herzen die glühende Liebe, die in Deinem lodert!

V: Gieße in mein Herz die reichen Gnaden, die Deinem Herzen entströmen! Dein Wille sei der meine. Der meine folge stets dem Dei­nen!
A: Dein heiliger Wille soll in Zukunft stets die Richtschnur für mein Wollen und Handeln sein. Amen.

 
Gelöbnis zum Heiligsten Herzen Jesu

V: Heiligstes Herz Jesu, in Demut vor Dir nie­dergeworfen, erneuern wir unsere Aufopfe­rung und beteuern den festen Vorsatz, dass wir durch Vermehrung unserer Liebe und Treue die Beleidigungen wiedergutmachen wollen, die von den Menschen Dir zugefügt werden.

V: Wir geloben: Je mehr man gegen die Wahrheiten unserer heiligen Religion lästert,
A: desto mehr wollen wir daran glauben, Herz Jesu, Du Sitz der ewigen Weisheit.

V: Je mehr der Unglaube sich bemüht, unsere Hoffnung auf Gott uns zu rauben,
A: desto mehr wollen wir auf Dich hoffen, Herz Jesu, Du einzige Hoffnung der Menschen.

V: Je mehr die Herzen den Beweisen Deiner göttlichen Liebe widerstehen,
A: desto mehr wollen wir Dich lieben, unend­lich liebenswürdiges Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine Gottheit verleugnet,
A: desto mehr wollen wir sie anbeten, Göttli­ches Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine Gebote übertritt,
A: desto mehr wollen wir sie halten, Heiligstes Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine heiligen Sakramente ver­achtet und vernachlässigt,
A: desto mehr wollen wir sie mit Liebe und Ehr­furcht empfangen, freigebigstes Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine anbetungswürdigsten Tugenden aus dem Herzen verbannt,
A: desto mehr wollen wir uns bemühen, sie aus­zuüben, Herz Jesu, Du Vorbild aller Tugen­den.

V: Je mehr die Hölle zum Verderben der Seelen sich anstrengt,
A: desto mehr wollen wir zu ihrem Heile bei­tragen, Herz Jesu, voll Eifer für das Heil der Seelen.

V: Je mehr die Sinneslust und der Stolz sich bemühen, die Selbstverleugnung und Berufstreue zu zerstören,
A: desto mehr wollen wir uns selbst überwinden und unsere Pflichten erfüllen, mit Schmach gesättigtes Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine heilige Kirche befehdet,
A: desto mehr wollen wir uns bestreben, ihre Kinder zu sein, mit Domen gekröntes Herz Jesu.

V: Je mehr man den Heiligen Vater, Deinen Stellvertreter auf Erden, betrübt und ver­folgt,
A: desto mehr wollen wir ihn lieben und für ihn beten, o verwundetes Herz Jesu.

V: O Herz unseres Gottes, verleihe uns die Gna­de, dass wir Deine Apostel seien hier auf Er­den und Deine Krone werden in der ewigen Glückseligkeit. A: Amen.

 

Der hl. Peter Julian Eymard (1811 –1868), ein glühender Apostel der Heilige Eucharistie schreibt: ihr Anbeter, wollt ihr das Geheimnis des eucharistischen Gebetes kennenlernen? - Dann schaut durch dieses göttliche Prisma alle Wahrheiten und Tugenden der Religion. Die Hl. Eucharistie möge euer erster Ausgangspunkt sein - von der Sonne gehen alle Strahlen aus -, und so werdet ihr vom Herd allen Lichtes ausgehen.

Die Hl. Eucharistie ist der vergangene, gegenwärtige und zukünftige Jesus. Sie ist das Ziel der Liebe seines sterblichen Lebens; alle Geheimnisse sind in ihr verherrlicht, alle seine Tugenden finden sich in ihr in einer wunderbaren Weise.

Sie ist das königliche Geheimnis des Glaubens, wo alle Wahrheiten zusammenfließen wie die Flüsse in den Ozean.

Wenn man "Eucharistie" sagt, ist alles gesagt! Soll aber die Eucharistie alles überstrahlen, Muss man in ihr leben und sie zur königlichen Wissenschaft seines Geistes und zur erhabenen Liebe seines Herzens erheben. Dann wird sie zur edlen Leidenschaft unseres Lebens: das Leben des Menschen geht ganz in jener Leidenschaft auf, von der er beherrscht wird.

Es gibt nichts Einfacheres, als die Geburt Jesu im Stall mit seiner Ankunft auf dem Altar zu vergleichen; sein verborgenes Leben in Nazaret mit dem im Tabernakel, sein Lei-den in Jerusalem mit seiner Hingabe auf den Altären. Ist er nicht milde und demütig von Herzen in seinem sakramentalen Zustand, so wie er in seinem sterblichen Leben war? Ist er nicht ständig der gute Hirt, der göttliche Tröster, der Freund des Herzens?

Glücklich also jene Seele, die es versteht, Jesus in der göttlichen Eucharistie und alles in Jesus, der Hostie, zu finden!

* * *

Wenn auch die Liebe keine Methode kennt, wie der hl. Franz von Sales sagt, so ist es doch gut, einem natürlichen Weg zu folgen, um sich nicht zu verirren oder seine Zeit zu verlieren. Die vier Opferzwecke sind die natürlichste und beste Methode, die man befolgen soll, sei es das Gebet vorzubereiten, sei es dasselbe auszuführen.

Anbetungsmethode nach den vier Opferzwecken

Man teilt die Anbetungsstunde in vier Teile ein. Während jeder Viertelstunde ehrt man Unseren Herrn durch einen der vier Opferzwecke, nämlich: die Anbetung, die Danksagung, die Sühne und die Bitte.

Erste Viertelstunde: die Anbetung


1. Betet zuerst einmal Unseren Herrn in seinem göttlichen Sakrament an durch eine würdige äußere Haltung. Kniet gleich nieder, sobald ihr vor
Jesus in der anbetungswürdigen Hostie getreten seid. Verbeugt euch in tiefster Ehrfurcht und denkt dabei an die Weisen aus dem Morgenland, die sich niederwarfen und das göttliche Kind, das in armseligen Windeln gewickelt, in einer einfachen Krippe lag, anbeteten.
 
 
2. Nach diesem ersten, schweigsamen und spontanen Akt der Huldigung betet Unseren Herrn an durch einen äußeren Akt des Glaubens. Dieser Akt ist zur Sammlung der Sinne, des Herzens und des Geistes für die eucharistische Frömmigkeit äußerst hilfreich. Er öffnet euch Gottes Herz und seine Gnadenschätze; man Muss diesen Glaubensakt stets getreu, einfach und ehrfürchtig erwecken.
 
3. Hierauf opfert euch Jesus Christus mit eurem ganzen Sein auf, schenkt ihm einzeln alle Fähigkeiten eurer Seele: opfert ihm euren Verstand, um ihn immer besser zu erkennen; euer Herz, um ihn zu lieben; euren Willen, um ihm zu dienen; euren Leib mit seinen verschiedenen Sinnen, damit jeder Sinn ihn auf seine Weise verherrliche. Opfert ihm vor allem die Gabe eurer Gedanken mit dem Wunsch, dass die göttliche Eucharistie der königliche Gedanken eures Lebens sei; eure Gefühle, indem ihr Jesus den Herrn und Gott eures Herzens nennt; euren Willen, dass er kein anderes Gesetz oder anderes Ziel anstrebe als seinen Dienst, seine Liebe und seine Ehre; euer Gedächtnis, um euch stets nur an ihn zu erinnern und so nur aus ihm, durch ihn und für ihn zu leben.
4. Weil eure Anbetungen so unvollkommen sind, vereinigt sie mit den Anbetungen der heiligsten Jungfrau in Betlehem, in Nazaret und auf dem Kalvarienberg und später zu Füßen der Hl. Eucharistie; vereinigt sie mit allen gleichzeitig stattfindenden Anbetungen der hl. Kirche und allen frommen Seelen, die Unseren Herrn in diesem Augenblick anbeten; mit dem ganzen himmlischen Hofstaat, der ihn im Himmel verherrlicht. So wird eure Anbetung an der Heiligkeit und der Frucht ihrer Anbetungen teilhaben.


Donnerstag, 9. Juni 2016

Andacht zu, H. Herz-Jesu 2


WAS KANN UNS LOSREISSEN VON DEINER LIEBE

V         Gelobt und angebetet sei jederzeit das Herz Jesu im allerheiligsten Sakrament in aller Welt
A         bis zur Vollendung der Zeiten. Amen.

V         Herr Jesus Christus, in dir ist die Liebe Gottes zu uns gekommen. In deinem Herzen hat sie ihr innerstes Heiligtum in dieser Welt. Mit dem Blut deines Herzens hast du uns erkauft aus der Knechtschaft des Bösen. Das Wasser der Taufe, aus dem wir wiedergeboren wurden zum göttlichen Leben, hat seine Kraft aus dem Blut und dem Wasser, die deinem geöffneten Herzen entströmt sind. Dir sind wir zu Eigen geworden. Dir verdanken wir alles. Du allein bist unser Heil.
A          Dank sei dir, Herr.

V          Was kann uns losreißen von deiner Liebe? Etwa Trübsal oder Bedrängnis? Verfolgung oder Hunger? Not und Gefahr oder Schwert? A Wir sind überzeugt: Weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Niederes, noch irgendein Geschöpf wird uns scheiden von der Liebe Gottes, die da ist in dir, Herr Jesus Christus.
V          Herz Jesu, brennend von Liebe zu uns,
A          entzünde unsere Herzen in Liebe zu dir.

V         Gott, himmlischer Vater, du hast uns deine Liebe geschenkt im Herzen deines Sohnes. Lass uns in dieser Liebe geborgen sein. Lass uns durch keine Macht der Welt jemals losgerissen werden von ihm: Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott in alle Ewigkeit.         A          Amen.

BILDE UNSERE HERZEN NACH DEINEM HERZEN

V         Herr Jesus Christus, du hast gesagt: Lernt von mir, denn ich bin gütig und demütig von Herzen. Mit Vertrauen kommen wir zu dir. Wir können ja nichts ohne deine Gna­de. Du bist es, der in uns das Wollen und das Vollbringen bewirkt. Darum bitten wir dich:
A         Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         In unbegreiflicher Herablassung und Liebe bist du, Sohn des ewigen Vaters, zu uns Menschen gekommen. Du hast Knechtsgestalt angenommen und bist uns Men­schen in allem außer der Sünde gleich geworden, um uns in allem Vorbild zu sein.
A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Aus Liebe zu uns hast du ein Leben der Armut und der Arbeit gewählt. Du wolltest es nicht besser haben als der Letzte von uns.
A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Du hast ein Herz gehabt für alle menschliche Not: Arme und Kranke, Verzagte und Sünder hast du in erbar­mender Liebe aufgenommen.
A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V          Die ganze Größe deiner Güte aber hast du uns kundgetan in deinem Leiden. Um uns ein Beispiel zu gegeben, hast du deinen Jüngern die Füße gewaschen.
A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Bis zum letzten Tropfen deines Blutes hast du alles für uns dahingegeben. Du hast es geschehen lassen, dass ein Soldat dein Herz mit einer Lanze öffnete.
A         Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Bis an die Grenze des Möglichen bist du hier gegangen im Sakrament deiner Liebe, wo du in unbegreif­licher Herablassung dich hüllst in leblose Gestalten, wo du Tag für Tag dein Kreuzesopfer unter uns gegenwärtig werden lässt, wo du uns selber in der Kommunion die Gnaden deiner Erlösung bringst.
A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Herr Jesus Christus, deine eigene Liebe hast du zum Maß und Ziel unserer Liebe untereinander gemacht: Ein neues Gesetz gebe ich euch: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Daran sollen alle erkennen, dass wir deine Jünger sind, wenn wir einander lieben.
A            Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Nach diesem Gesetz wirst du uns einmal richten. Dass wir dann vor deinem Richterstuhl bestehen können, wir bitten dich:
A           Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         So lass uns denn einmal eingehen in das ewige Reich deiner Liebe, wo dir die Ehre sein wird mit dem Vater und dem Heiligen Geist in alle Ewigkeit. A     Amen.

WEIHE DER MENSCHHEIT AN DAS HEILIGSTE HERZ JESU

Das Weihegebet des Menschengeschlechtes an Christus, den König, erhält einen Teilablass.

V         Liebreichster Jesus, Erlöser des Menschenge­schlechtes, in Demut knien wir vor deinem Altar und bitten dich, blicke gnädig auf uns hernieder.
A          Dein sind wir, dein wollen wir bleiben.

V          Damit wir aber noch inniger mit dir verbunden werden, siehe, darum weiht sich heute ein jeder von uns freudig deinem heiligsten Herzen. Viele haben dich nie­mals erkannt, viele verachten deine Gebote und lehnen dich ab.
A          Erbarme dich ihrer aller, 0 gütiger Jesus, und ziehe alle an dein heiligstes Herz.

V         Herrsche du, 0 Herr, als König nicht nur über die Gläubigen, die nie von dir gewichen sind, sondern auch über die verlorenen Söhne, die dich verlassen haben.
A          Gib, dass sie bald in das Vaterhaus zurückkehren, damit sie nicht vor Elend und Hunger zugrunde gehen.

V Herrsche als König über jene, die durch Irrlehren getäuscht oder durch Spaltung von dir getrennt sind. Rufe sie zurück zum sicheren Hort der Wahrheit und zur Einheit im Glauben.
A          Gib, dass bald eine Herde und ein Hirt werde.

V          Verleihe, 0 Herr, deiner Kirche Wohlfahrt, Sicherheit und Freiheit. Schenke allen Völkern Ruhe und Ordnung. Gib, dass von einem Ende der Erde bis zum anderen der gleiche Ruf erschalle:
A          Lob sei dem göttlichen Herzen, der Quelle unseres Heils! Ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit! Amen.

SÜHNEGEBET
Den Gläubigen, die dieses Gebet gemeinsam (öffentlich) am Herz-Jesu-Fest verrichten, wird ein vollkommener Ablass ge­währt.

V         Liebreicher Jesus, deine große Liebe wendet sich uns Menschen zu. Als Antwort aber findet sie großen Un­dank. Sie wird vergessen, verschmäht und verachtet. Schau voll Huld auf uns herab. Vor deinem Altar wollen wir die sträfliche Kälte der Menschen und alles Unrecht, mit dem sie dein gütiges Herz überhäufen, durch eine besondere Huldigung sühnen.
A          Voll Schmerz müssen wir bekennen, dass wir uns selbst mit solcher Schmach befleckten. So flehen wir vor allem für uns um dein Erbarmen.


V          Doch nicht nur für unsere eigenen Sünden wollen wir Sühne leisten, wir wollen es auch tun für die anderen:
A          Für die Verirrten, die den Weg des Heils verloren, die dir als dem Hirten und Führer zu folgen verschmähten, die im Unglauben verstockt sind, die das Taufgelöbnis mit Füßen treten und das milde Joch deines Gesetzes abge­schüttelt haben. All diese beklagenswerten Frevel möchten wir sühnen.
V          Lass uns, Herr, wiedergutmachen, was maßlos und schamlos ist in Kleidung und Lebenshaltung, denn so werden unschuldige Seelen heimtückisch ins Verderben gelockt. Lass uns sühnen die entheiligten Feiertage, die Schmähungen gegen dich und deine Heiligen, die Be­schimpfungen deines Stellvertreters und des Priesterstan­des, die Kälte und den schrecklichen Gottesraub derer, die selbst das Sakrament der göttlichen Liebe entweihen, und endlich die öffentliche Schuld der Völker, die sich den Rechten und Lehren deiner Kirche feindselig entgegenstel­len. Wir müssten bereit sein, diese Schuld mit unserem Blut zu tilgen.
A          Damit die verletzte Gottesordnung wiederherge­stellt wird, vereinigen wir uns mit deiner Sühne. Du brach­test sie am Kreuz deinem Vater dar und leistest sie immer noch Tag für Tag auf den Altären. Wir vereinen uns auch mit der Sühne deiner jungfräulichen Mutter, der Heiligen und derer, die sich dir ganz geopfert haben.
V          Wir geloben von Herzen: Mit deiner Gnade wol­len wir wiedergutmachen, was wir und andere durch Miss­achtung deiner großen Liebe gesündigt haben.
A          Wir wollen fest stehen im Glauben, lauter bleiben im Wandel, nach deinem Evangelium leben und vor allem die Liebe üben.
(Überlege, wie du Gottes- und Nächstenliebe üben willst, z. B. durch Einschränkung im Essen, Trinken, Rauchen, Vergnügen ... , geduldiges Ertragen von Leiden und Beschwerden ... , nachsichti­ge Beurteilung fremder Schwächen ... , Freundlichkeit gegen jemand, der dir unangenehm ist ... , Unterstützung eines Ar­men ... )
V         Nach Kräften wollen wir neues Unrecht gegen dich verhindern. Wir wollen möglichst viele Mitmenschen durch Wort und Beispiel für dich gewinnen.
          Guter Jesus, wir bitten dich, gedenke, dass deine heilige Mutter bei deinem Sühneopfer mitgewirkt hat, und nimm auf ihre Fürsprache unser Gelöbnis huldvoll an. Lass uns dir gehorsam sein und in deinem Dienst treu bleiben bis zum Tod. Stärke uns durch die große Gnade der Be­harrlichkeit. Lass uns endlich gelangen zur Heimat des Himmels, wo du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und herrschest in Ewigkeit. Amen.

Donnerstag, 2. Juni 2016

HERZ JESU Andacht 1


Andacht zum heiligsten Herzen Jesu I

V         Jesus Christus, du hast gesagt: Lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig von Herzen, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen. Wir bitten dich: Gewähre uns die Gnade, dass wir den Reichtum deines Herzens erken­nen, in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis ver­borgen sind. Sende uns deinen Heiligen Geist, dass er unseren Sinn erleuchte, unseren Willen stärke und in uns das Feuer deiner Liebe entzünde. Herz Jesu, reich für alle, die dich anrufen,
A         erbarme dich unser.

V         Herz Jesu, allen Lobes überaus würdig,
A         erbarme dich unser.

V         Herz Jesu, du brennender Feuerherd der Liebe,
A         erbarme dich unser.

HERZ JESU, VOLL MITLEID MIT DEM VOLK

V         "Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen." Jesus, du hast dich in herzlicher Liebe der Menschen erbarmt. Alle, die gering geachtet wurden und Not litten, fanden bei dir Zuflucht. Du hast die Hungrigen gespeist, den Armen die frohe Botschaft ge­bracht und die Bedrängten eingeladen: "Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erqui­cken." In seinem Herzen sinnt er von Geschlecht zu Geschlecht,
A         ihre Seelen dem Tod zu entreißen und sie zu nähren in ihrem Hunger.

V         Der Herr ist mein Hirt, ich leide nicht Not,
A         auf grünender Weide lässt er mich lagern.

V         Herr Jesus Christus, du bist arm geworden, damit wir reich werden in dir. Wir danken dir für deine große Liebe zu uns. Gib, dass wir als Glieder deines Leibes für einander Sorge tragen und bereitwillig allen helfen, die in Not sind. So wird dein Wort sich erfüllen: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

A Erfülle unser Herz mit deiner Liebe, und lass uns dir ähnlich werden. Öffne unsere Augen für die Not der Menschen. Hilf, dass der gute Wille sich in der Tat vollen­de. Denn daran wird die Welt erkennen, dass wir deine Jünger sind, wenn wir einander lieben.

V        Ehre und Anbetung sei dir, Herr Jesus Christus,
A        Preis und Dank für die Güte deines Herzens.

HERZ JESU, GÜTIG ZU DEN KRANKEN

V "Geht hin und kündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird die frohe Botschaft verkündigt. Wohl dem, der an mir keinen Anstoß nimmt." Jesus, in deiner Güte hast du vielen kran­ken Menschen die Gesundheit wiedergegeben. Von allen Seiten strömten sie herbei, um dein Wort zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Die Leidenden drängten sich an dich heran, um auch nur dein Gewand zu berühren. Alle aber, die es berührten, wurden gesund. Seht, ein Armer rief, und der Herr hat gehört.
A        Er hat ihn erlöst aus aller Bedrängnis.

V        Kostet und seht, wie gütig der Herr.
A        Selig der Mann, der zu ihm flüchtet.

V        Herr Jesus Christus, du hast die Kranken, die an dich glaubten, geheilt und ihnen die Macht und Liebe Got­tes offenbart. Die Sünde Adams brachte uns Leiden und Tod. Du bist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Aus Liebe zu uns Menschen hast du unsere Gebrechen auf dich genommen und unsere Krankheiten getragen, damit wir das wahre Heil erlangen.

A         Stärke uns im Leiden, und lenke unsere Augen auf die Liebe deines Herzens. Verleihe uns Eifer im Dienst an allen, die krank sind und der Hilfe bedürfen. Schenke uns Ausdauer im guten Werk, damit wir bei deiner Wiederkunft ohne Tadel erfunden werden zur Ehre und zum Lobe des Vaters.

V         Ehre und Anbetung sei dir, Herr Jesus Christus,
A         Preis und Dank für die Güte deines Herzens.

HERZ JESU, VOLL ERBARMEN MIT DEN SÜNDERN
V "Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, son­dern die Kranken. Geht hin und lernt verstehen, was es heißt: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sün­der." Jesus, du hast dich in besonderer Weise der Sünder angenommen und dich ihrer erbarmt. Als der gute Hirt bist du ihnen nachgegangen, damit keiner von denen verloren gehe, die der Vater dir gegeben hat. Du hast die Irrenden zur Umkehr gemahnt und ihnen barmherzig ihre Schuld vergeben. Denn dazu bist du gekommen: zu suchen und zu retten, was verloren war.
Gütig ist der Herr und getreu,
A         darum weist er dem Sünder den Weg.

V         Lass ab vom Bösen und wirke das Gute,
A         suche den Frieden und jage ihm nach.

V         Herr Jesus Christus, du hast uns von der Knechtschaft der Sünde befreit und uns zur Freiheit der Kinder Gottes geführt. Wir danken dir für dein Erbarmen mit uns Sündern. Hilf, dass die Sünde keine Macht mehr über uns gewinnt, damit wir in einem neuen Leben wandeln und Gott dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit.
A         Lass uns die Sünde meiden und den Willen deines Vaters erfüllen. Gib uns die Kraft, einander zu verzeihen, damit alle Menschen unsere Milde erfahren und der Friede Gottes unser Herz bewahre.

V         Ehre und Anbetung sei dir, Herr Jesus Christus,
A         Preis und Dank für die Güte deines Herzens.

HERZ JESU, VON DER LANZE DURCHBOHRT

V "Als die Soldaten zu Jesus kamen, sahen sie, dass er schon tot war. Darum zerschlugen sie ihm die Gebeine nicht, sondern einer der Soldaten durchbohrte seine Seite mit einer Lanze, und sogleich flossen Blut und Wasser heraus. So sollte die Schrift in Erfüllung gehen: sie werden aufblicken zu dem, den sie durchbohrt haben." Jesus, du hast uns Menschen bis in den Tod geliebt und dich als Opfergabe für uns hingegeben. Freiwillig nahmst du den Kreuzestod auf dich, um uns mit dem himmlischen Vater zu versöhnen. In einer Liebe, die jede Erkenntnis über­steigt, hast du dein Blut für uns vergossen und uns von aller Sündenschuld gereinigt. Dein durchbohrtes Herz ist für uns zur Quelle des Lebens geworden, aus der wir alle Gnaden empfangen.

V Wasser sah ich fließen aus der rechten Seite des Tempels,
A         und alle, zu denen es kam, wurden heil.

V         Ströme lebendigen Wassers erfreuen die Gottesstadt.
A         Schöpft mit Freuden aus den Quellen des Heils.

V         Herr Jesus Christus, du hast dein Leben hingegeben für uns sündige Menschen. Deiner Liebe verdanken wir, dass wir als Kinder Gottes leben können. Aus deinem geöffneten Herzen strömt all das heilige Leben, das die Kirche erfüllt.
A         Lehre uns das Geheimnis deiner Liebe verstehen, und lass uns teilhaben am Reichtum deines Herzens. Ver­leihe uns den Geist der Buße und Sühne, damit wir der Sünde sterben und leben in Gott. Jesus, du König und Mittelpunkt aller Herzen: lass dein Reich zu uns kommen, und schenke uns Frieden.

V         Ehre und Anbetung sei dir, Herr Jesus Christus,
A         Preis und Dank für die Güte deines Herzens.

FEUER GÖTTLICHER LIEBE

V         Seht das heiligste Herz Jesu, seht das Herz, das uns so sehr geliebt hat.
A         Kommt, lasst uns anbeten.

V         Sei gegrüßt, heiligstes Herz Jesu, unerschöpflicher Quell ewigen Lebens, du unendlicher Schatz der Gottheit, du loderndes Feuer göttlicher Liebe. Du bist unsere Ruhe­stätte und der Ort unserer Zuflucht.
A         Göttlicher Erlöser, entflamme in unseren Herzen jene glühende Liebe, von der dein Herz brennt. Gieße aus in uns die reichen Gnaden, deren Quelle du bist.

V         Vereine uns so mit deinem göttlichen Herzen, dass unser Wille in allem deinem Willen gleichförmig sei.
A         Dein Wille sei in Zukunft die Richtschnur für alles, was wir wünschen und für alles, was wir tun.

V         Herz Jesu, brennend von Liebe zu uns,
A         entflamme unsere Herzen in Liebe zu dir.

V         Wir bitten dich, Gott himmlischer Vater, der Heilige Geist möge in uns jenes Feuer entzünden, das unser Herr Jesus Christus auf die Erde gebracht hat. Denn er hat gewollt, dass es brenne. Der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. A.  Amen.

BIS AN DEN HIMMEL REICHT DEINE HULD

V Lasst uns anbeten die Liebe Gottes, die sich uns geschenkt hat im Herzen seines Sohnes.
A         Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, im Sakra­ment deiner Liebe. Wir beten an dein gottmenschliches Herz, das hier für uns schlägt.

V Bis an den Himmel, Herr, reicht deine Huld, bis zu den Wolken deine Treue.
A Groß wie die höchsten Berge ist deine Gerechtig­keit und wie die Meerestiefen dein Gericht; du schaffst uns Heil.

V         Wie kostbar, Herr, ist deine Gnade, im Schatten deiner Flügel bergen sich die Menschenkinder.
A          Sie laben sich am Reichtum deines Hauses, du lässt sie trinken vom Strom deiner Wonnen.

V         Bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.
A         Bewahre deine Gnade allen, die dich kennen, und dein gerechtes Walten denen, die geraden Herzens sind.

V         Bis an den Himmel, Herr, reicht deine Huld,
A         bis zu den Wolken deine Treue.
V Gott und Vater, die Größe deiner Liebe zu uns Menschen ist uns kundgeworden in der Menschwerdung deines Sohnes. In seinem Herzen hast du uns die unendli­chen Schätze deiner Liebe geschenkt. Lass uns dieses Herz immer mehr erkennen und immer inniger wiederlieben: das Herz deines Sohnes, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. A. Amen.

Sonntag, 8. Mai 2016

Maria - Mutter des Göttlichen Kindes Maiandacht


Maria, Mutter des göttlichen Kindes

Lied: Gegrüßet seist du Königin 
1. Gegrüßet seist du Königin, o Maria / Erhabne Frau und Herrscherin / Freut euch, ihr Cherubim, Lobsingt ihr Seraphim, grüßet eure Königin: Salve, salve, salve , Regina.
2. O Mutter der Barmherzigkeit, / du unsres Lebens Süßigkeit, –

Eröffnungsgebet: Lobpreis des dreifaltigen Gottes

Z Gott Vater im Himmel, wir preisen dich für alles, was du geschaffen hast. Wir preisen dich besonders für Maria, die du zur Mutter deines Sohnes erwählt hast. Sie ist unsere Fürsprecherin an deinem Thron. Mit ihr kommen wir voll Vertrauen zu dir.
A Zu dir, Vater, rufen wir mit Maria.

Z Gott Sohn, Erlöser der Welt, wir danken dir, dass du Maria zu deiner Mutter gemacht hast. Sie hat dir das Leben geschenkt. Sie hat das Wort Gottes gläubig gehört und befolgt. So ist sie unsere Mutter und unser Vorbild geworden.
A Durch dich, Christus, beten wir mit Maria.

Z Gott Heiliger Geist, du hast Maria mit der Kraft des Höchsten überschattet. So hat sie den Sohn Got­tes zur Welt gebracht. Auch uns erfüllst du mit dei­ner Kraft, damit wir Christus sichtbar machen in die­ser Welt.
A In dir, Heiliger Geist, singen wir mit Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, / und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Z Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er ge­schaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Ge­schlechter.
A Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, / und sein Name ist heilig.

Lied: Gegrüßet seist du Königin
3. Du unsre Hoffnung , sei gegrüßt, – die du der Sünder Zuflucht bist, –
4. Wir Kinder Evas schrein zu dir, – aus Tod und Elend rufen wir, –

Hinweis zum Thema
Wir sind heute zusammengekommen, um Maria als die Mutter des göttlichen Kindes zu ehren. In einem ärmlichen Stall bei Betlehem hat sie den Erlöser der Welt geboren. Dieses Geheimnis ist die Mitte jeder Marienverehrung.

Schriftlesung (Lk 2,1-7)
Wir hören aus dem Evangelium nach Lukas: In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutra­gen. Dies geschah zum erstenmal; damals war Quiri­nius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

Betrachtung
Das unfaßbare Geheimnis, das die ganze Geschichte in Atem hält, vollzieht sich fast unbemerkt, abseits der Weltstadt Jerusalem. Es wird sichtbar, daß das Gottesreich in der Unscheinbarkeit und Armseligkeit des menschlichen Alltags Gestalt annimmt. Maria und Josef sind unterwegs.
Betlehem ist eine Station ihrer Pilgerschaft. So sind sie Zeichen für die Kirche, für das pilgernde Gottesvolk. In der Armut eines Stalles, aber getragen vom Reichtum ihres Glaubens, ihres Vertrauens und ihrer Liebe, erleben Maria und Josef diesen entscheidungsvollen Augen­blick der Weltgeschichte.
Der bescheidene Rahmen des Geschehens hat einen tieferen Grund:
Nichts soll den Blick ablenken von dem, der alles für uns bedeutet, von Jesus, der in der Krippe liegt. Er ist der geliebte Sohn, an dem der Vater sein Wohlgefallen hat. Er ist das größte Geschenk des Vaters an die Menschheit, ja an die ganze Schöpfung. Er ist der Fürst des Friedens, der König der Könige. Dieser Augenblick offenbart uns den wahren Sinn der Seligpreisung der Armen. Maria und Josef bezeugen uns die große Wahrheit: Gott allein genügt. Was konnten sie mehr ersehnen, als den zu kennen und zu sehen, in dem Gott selbst in dieser Welt sichtbar wird, den Immanuel, den Gott mit uns. Jesus wird der Erstgeborene Mariens genannt. Das bedeutet nicht, daß sie auch anderen Kindern das Leben geschenkt hätte. Der Erstgeborene hatte bei den Juden eine Sonderstellung, von der sich verschiedene Rechte und Pflich­ten ableiteten. Zur reichen Bedeutung dieser Aussage gehört aber auch, daß Maria die Mutter aller Glaubenden werden sollte. Jesus ist der Erstgeborene vom Vater. In ihm ist alles geschaffen. Er ist der Erstgeborene, der als einziger von Ewigkeit her das Recht hat, den allmächtigen Gott seinen Vater zu nennen. Aber er ist Mensch geworden, und es wird seine Freude sein, als Erstgeborener den Vielen die frohe Kunde zu bringen, daß sie mit ihm den allmächtigen Gott anrufen und ihn Vater nennen dürfen. Der einziggeborene Sohn des Vaters ist Mensch geworden unter Mitwirkung der Jungfrau Maria. Er hat uns als seine Brüder und Schwestern angenommen und als Erstgeborener uns auch seiner Mutter anvertraut. So dürfen wir alle Maria unsere Mutter nennen.

Gebet zu Maria
Rosenkranzgeheimnis: »Jesus, den du, o Jungfrau, gebo­ren hast«

V/A Mutter Gottes, wir rufen zu dir.
V Du Tochter des ewigen Vaters
A Maria, wir rufen zu dir.
V Du Mutter des göttlichen Sohnes
Du Tempel des Heiligen Geistes
Du hilfreiche Mutter der Gnade

V/A Mutter Gottes, wir rufen zu dir.
V Du Urbild und Mutter der Kirche
Sei nahe dem Heiligen Vater
Dem Bischof inmitten der Seinen
Begleite das Wirken der Priester
Bewahr' uns in Treue zur Kirche

V/A Mutter Gottes, wir rufen zu dir.
V Du Hilfe und Vorbild der Christen
Schenk unsern Familien Frieden
Erhalte die Jugend im Glauben
Hilf allen, die zweifeln und suchen
Erflehe die Einheit der Christen

V/A Mutter Gottes, wir rufen zu dir.
V Du Zeichen der sicheren Hoffnung
Ermuntre die Müden und Lauen
Verwehre den Sieg allem Bösen
Beschütze den Frohsinn der Kinder
Schenk Hoffnung den Kranken und Alten

V/A Mutter Gottes, wir rufen zu dir.
V Du Ursache unserer Freude
Die Streitenden führe zusammen
Verbitterte tröste und stütze
Gib allen Verständnis und Güte
Erbitte den Frieden der Völker

V/A Mutter Gottes, wir rufen zu dir.
V Wir Menschen in Hetze und Unrast
Wir suchen nach Glück und Erfüllung
Wir lassen uns täuschen vom Bösen
Zeig du uns den Weg hin zu Christus
Du unsere himmlische Mutter
V/A Mutter Gottes, wir rufen zu dir.

V Als Einleitung zum Rosenkranz beten wir folgen­des Wechselgebet:
Dich, Maria, grüßen wir, erhabene Mutter des Erlö­sers. Du hast ihn getragen und geboren, den die Welt nicht fassen kann.
A Der Herr hat Großes an dir getan; / selig preisen dich alle Geschlechter.

V Von Urbeginn, bevor die Erde war, vor aller Zeit bist du erwählt. Kein Geschöpf ist dir an Würde gleich; dein Kind ist Gottes Sohn.
A Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, / der Herr ist mit dir.

V Gesegnet bist du, 0 Tochter, von Gott, dem Aller­höchsten, mehr als alle Frauen auf der Erde.
A Du bist gebenedeit unter den Frauen, / und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.

V Du bist die Mutter der Christenheit. Trag unsere Bitten hin zu ihm, der für uns Mensch geworden ist. Empfiehl uns deinem Sohn.
A Dich, Maria, grüßen wir, / erhabene Mutter des Erlösers.

Aussetzung des Allerheiligsten
Gebet zu Jesus Christus
Z Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, für uns Menschen und um unseres Heiles willen bist du vom Himmel herabgestiegen. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert und Knechtsgestalt ange­nommen. Im Sakrament der Eucharistie bist du in dieser Liebe bis zum Äußersten gegangen. Deine Herrlichkeit hast du verborgen unter den Gestalten von Brot und Wein. Aber die Augen unseres Glau­bens erkennen dich in diesen Zeichen. Wir beten dich an, 0 Herr, und preisen deine unendliche Güte. Du hast Maria zu deiner Mutter erwählt, ewiger Sohn des ewigen Vaters. Durch ihr Mitwirken mit dem Ratschluß des Vaters hat sie dir die menschliche Na­tur geschenkt; sie hat dich in der heiligen Nacht für die Welt geboren. Darum gedenken wir ihrer in Dankbarkeit und Liebe und preisen dich, der du lebst und herrschest in Ewigkeit. A Amen.

Fürbitten
Z Lasset uns zu Jesus Christus beten, den die Jung­frau Maria empfangen und geboren hat.

V Herr Jesus Christus, du Freude deiner Mutter Ma­ria, schenke den Vätern und Müttern Freude an ihren Kindern. - Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.  
V Durch deine Menschwerdung hast du das Band der Familie neu gefestigt; schenke unseren Familien Ei­nigkeit und Zusammenhalt. - Christus, höre uns A Christus, erhöre uns.  
V Deine Herrschaft ruht auf Gerechtigkeit und Frie­den; gib, daß die Regierenden dem Frieden dienen. - Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.  
V Du bist gekommen, um alle Menschen in dem einen heiligen Volk Gottes zu sammeln; schenke allen Ein­tracht und brüderliche Liebe.  - Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.  
V Du hast unsere sterbliche Menschennatur angenom­men; laß unsere Verstorbenen leben in Ewigkeit. - Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.  
Z Herr Jesus Christus, du bist einer von uns gewor­den, um uns zu Söhnen und Töchtern deines Vaters zu machen. Gib, daß wir nach dem Vorbild der Mut­ter Maria dir nacheifern in der Liebe zum Vater und in der Hingabe für die Menschen. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A Amen.

Schönster Herr Jesu.  
Eucharistischer Segen

Wenn kein eucharistischer Segen erteilt werden kann: Segensbitte
Z Wir bitten um Gottes Segen. -
Gott, der allmächtige Vater, segne uns durch den Erlöser der Welt, unseren Herrn Jesus Christus, den Sohn der jungfräulichen Mutter Maria. A Amen.

Z Sie hat den Urheber des Lebens geboren; ihre mütterliche Fürsprache erwirke uns Gottes Schutz und Hilfe. A Amen.

Z Uns und allen, die Maria, der Mutter des Erlö­sers, anvertraut sind, schenke Gott die wahre Freude und den ewigen Lohn. A Amen.

Z Das gewähre uns der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. A Amen.

Lied: Glorwürdge Königin

 

Maiandacht

  Marienandacht V          Allmächtiger Vater, wir preisen dich und danken dir, dass du Maria so wunderbar begnadet hast; sie ist die unve...