Gruß an das Heiligste Herz Jesu
V: Heiligste Herz Jesu, du
bist der nie versiegende, erfrischende Quell, der unvergängliches Leben
spendet. Du bist die überreiche Schatzkammer der Gottheit, der brennende Herd
der göttlichen Liebe.
A: Du bist meine Ruhestätte, meine sichere Zuflucht.
Liebenswürdiger Heiland, entzünde in meinem Herzen die glühende Liebe, die in
Deinem lodert!
V: Gieße in mein Herz die
reichen Gnaden, die Deinem Herzen entströmen! Dein Wille sei der meine. Der
meine folge stets dem Deinen!
A: Dein heiliger Wille soll in Zukunft stets die Richtschnur
für mein Wollen und Handeln sein. Amen.
Gelöbnis zum Heiligsten Herzen Jesu
V:
Heiligstes Herz Jesu, in Demut vor Dir niedergeworfen, erneuern wir unsere
Aufopferung und beteuern den festen Vorsatz, dass wir durch Vermehrung unserer
Liebe und Treue die Beleidigungen wiedergutmachen wollen, die von den Menschen
Dir zugefügt werden.
V: Wir geloben: Je mehr man
gegen die Wahrheiten unserer heiligen Religion lästert,
A: desto mehr wollen wir daran glauben, Herz Jesu, Du Sitz
der ewigen Weisheit.
V: Je mehr der Unglaube sich
bemüht, unsere Hoffnung auf Gott uns zu rauben,
A: desto mehr wollen wir auf Dich hoffen, Herz Jesu, Du
einzige Hoffnung der Menschen.
V: Je mehr die Herzen den
Beweisen Deiner göttlichen Liebe widerstehen,
A: desto mehr wollen wir Dich lieben, unendlich
liebenswürdiges Herz Jesu.
V: Je mehr man Deine Gottheit
verleugnet,
A: desto mehr wollen wir sie anbeten, Göttliches Herz Jesu.
V: Je mehr man Deine Gebote
übertritt,
A: desto mehr wollen wir sie halten, Heiligstes Herz Jesu.
V: Je mehr man Deine heiligen
Sakramente verachtet und vernachlässigt,
A: desto mehr wollen wir sie mit Liebe und Ehrfurcht
empfangen, freigebigstes Herz Jesu.
V: Je mehr man Deine
anbetungswürdigsten Tugenden aus dem Herzen verbannt,
A: desto mehr wollen wir uns bemühen, sie auszuüben, Herz
Jesu, Du Vorbild aller Tugenden.
V: Je mehr die Hölle zum
Verderben der Seelen sich anstrengt,
A: desto mehr wollen wir zu ihrem Heile beitragen, Herz
Jesu, voll Eifer für das Heil der Seelen.
V: Je mehr die Sinneslust und
der Stolz sich bemühen, die Selbstverleugnung und Berufstreue zu zerstören,
A: desto mehr wollen wir uns selbst überwinden und unsere
Pflichten erfüllen, mit Schmach gesättigtes Herz Jesu.
V: Je mehr man Deine heilige
Kirche befehdet,
A: desto mehr wollen wir uns bestreben, ihre Kinder zu sein,
mit Domen gekröntes Herz Jesu.
V: Je mehr man den Heiligen
Vater, Deinen Stellvertreter auf Erden, betrübt und verfolgt,
A: desto mehr wollen wir ihn lieben und für ihn beten, o
verwundetes Herz Jesu.
V: O Herz unseres Gottes,
verleihe uns die Gnade, dass wir Deine Apostel seien hier auf Erden und Deine
Krone werden in der ewigen Glückseligkeit. A:
Amen.
Der hl. Peter Julian Eymard (1811 –1868),
ein glühender Apostel der Heilige Eucharistie schreibt: ihr Anbeter,
wollt ihr das Geheimnis des eucharistischen Gebetes kennenlernen? - Dann schaut
durch dieses göttliche Prisma alle Wahrheiten und Tugenden der Religion. Die
Hl. Eucharistie möge euer erster Ausgangspunkt sein - von der Sonne gehen alle
Strahlen aus -, und so werdet ihr vom Herd allen Lichtes ausgehen.
Die Hl. Eucharistie ist der
vergangene, gegenwärtige und zukünftige Jesus. Sie ist das Ziel der Liebe
seines sterblichen Lebens; alle Geheimnisse sind in ihr verherrlicht, alle
seine Tugenden finden sich in ihr in einer wunderbaren Weise.
Sie ist das königliche
Geheimnis des Glaubens, wo alle Wahrheiten zusammenfließen wie die Flüsse in
den Ozean.
Wenn man "Eucharistie" sagt, ist alles
gesagt! Soll aber die Eucharistie alles überstrahlen, Muss man in ihr leben und
sie zur königlichen Wissenschaft seines Geistes und zur erhabenen Liebe seines
Herzens erheben. Dann wird sie zur edlen Leidenschaft unseres Lebens: das Leben
des Menschen geht ganz in jener Leidenschaft auf, von der er beherrscht wird.
Es gibt nichts Einfacheres,
als die Geburt Jesu im Stall mit seiner Ankunft auf dem Altar zu vergleichen;
sein verborgenes Leben in Nazaret mit dem im Tabernakel, sein Lei-den in
Jerusalem mit seiner Hingabe auf den Altären. Ist er nicht milde und demütig
von Herzen in seinem sakramentalen Zustand, so wie er in seinem sterblichen
Leben war? Ist er nicht ständig der gute Hirt, der göttliche Tröster, der
Freund des Herzens?
Glücklich also jene Seele,
die es versteht, Jesus in der göttlichen Eucharistie und alles in Jesus, der
Hostie, zu finden!
* * *
Wenn auch die Liebe keine
Methode kennt, wie der hl. Franz von Sales sagt, so ist es doch gut, einem
natürlichen Weg zu folgen, um sich nicht zu verirren oder seine Zeit zu
verlieren. Die vier Opferzwecke sind die natürlichste und beste Methode, die
man befolgen soll, sei es das Gebet vorzubereiten, sei es dasselbe auszuführen.
Anbetungsmethode nach den
vier Opferzwecken
Man teilt die Anbetungsstunde
in vier Teile ein. Während jeder Viertelstunde ehrt man Unseren Herrn durch
einen der vier Opferzwecke, nämlich: die Anbetung, die Danksagung, die Sühne und
die Bitte.
Erste Viertelstunde: die Anbetung
1. Betet zuerst einmal
Unseren Herrn in seinem göttlichen Sakrament an durch eine würdige äußere
Haltung. Kniet gleich nieder, sobald ihr vor
Jesus in der
anbetungswürdigen Hostie getreten seid. Verbeugt euch in tiefster Ehrfurcht und
denkt dabei an die Weisen aus dem Morgenland, die sich niederwarfen und das
göttliche Kind, das in armseligen Windeln gewickelt, in einer einfachen Krippe
lag, anbeteten.
2. Nach diesem ersten,
schweigsamen und spontanen Akt der Huldigung betet Unseren Herrn an durch einen
äußeren Akt des Glaubens. Dieser Akt ist zur Sammlung der Sinne, des Herzens
und des Geistes für die eucharistische Frömmigkeit äußerst hilfreich. Er öffnet
euch Gottes Herz und seine Gnadenschätze; man Muss diesen Glaubensakt stets
getreu, einfach und ehrfürchtig erwecken.
3. Hierauf opfert euch Jesus
Christus mit eurem ganzen Sein auf, schenkt ihm einzeln alle Fähigkeiten eurer
Seele: opfert ihm euren Verstand, um ihn immer besser zu erkennen; euer Herz,
um ihn zu lieben; euren Willen, um ihm zu dienen; euren Leib mit seinen
verschiedenen Sinnen, damit jeder Sinn ihn auf seine Weise verherrliche. Opfert
ihm vor allem die Gabe eurer Gedanken mit dem Wunsch, dass die
göttliche Eucharistie der königliche Gedanken eures Lebens sei; eure Gefühle,
indem ihr Jesus den Herrn und Gott eures Herzens nennt; euren Willen,
dass er kein anderes Gesetz oder anderes Ziel anstrebe als seinen Dienst, seine
Liebe und seine Ehre; euer Gedächtnis, um euch stets nur an ihn
zu erinnern und so nur aus ihm, durch ihn und für ihn zu leben.
4. Weil eure Anbetungen so
unvollkommen sind, vereinigt sie mit den Anbetungen der heiligsten Jungfrau in
Betlehem, in Nazaret und auf dem Kalvarienberg und später zu Füßen der Hl.
Eucharistie; vereinigt sie mit allen gleichzeitig stattfindenden Anbetungen der
hl. Kirche und allen frommen Seelen, die Unseren Herrn in diesem Augenblick
anbeten; mit dem ganzen himmlischen Hofstaat, der ihn im Himmel verherrlicht.
So wird eure Anbetung an der Heiligkeit und der Frucht ihrer Anbetungen
teilhaben.
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