Donnerstag, 26. März 2020

Novene zum Hl. Ulrich


Erster Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Buch der Psalmen:
Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin. Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf Menschen, bei denen es doch keine Hilfe gibt. Haucht der Mensch sein Leben aus und kehrt er zurück zur Erde, dann ist es aus mit all seinen Plänen. Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt. Der Herr hat Himmel und Erde gemacht, das Meer und alle Geschöpfe; er hält ewig die Treue. Recht verschafft er den Unterdrückten, den Hungernden gibt er Brot; der Herr befreit die Gefangenen. Der Herr öffnet den Blinden die Augen, er richtet die Gebeugten auf. Der Herr beschützt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht. Der Herr liebt die Gerechten, doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre. Der Herr ist König auf ewig, dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht. Halleluja! (Ps 146)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Ulrich, dessen Name „reich begütert" bedeutet, wurde nach eigener Aussage im Jahr 890 in Augsburg geboren. Die Eltern Hupalt und Dietpirch, aus alemannischem Adel, hatten ihren Stammsitz in Wittislingen und verlegten ihn später nach Dillingen an der Donau. Zusammen mit den Brüdern Dietpald und Manegold sowie zwei Schwestern verbrachte Ulrich seine Jugend in Wittislingen. Mit etwa 10 Jahren kam er zur weiteren Ausbildung und Vorbereitung auf den geistlichen Beruf in die Benediktinerabtei St. Gallen. Um das Jahr 908 kehrte er in die schwäbische Heimat zurück, nahm die Stelle eines Kämmerers beim Augsburger Bischof Adalpero an und empfing wahrscheinlich die Priesterweihe. Nach dem Tod seines Herrn verließ Ulrich den bischöflichen Hof, da er dem Nachfolger Hiltine, der von niedrigem Stande war, nicht dienen wollte. Er widmete sich der Verwaltung des elterlichen Besitzes.

Gebet: Himmlischer Vater, der heilige Ulrich durfte von Kindheit an erfahren, wie schön es ist, den Glauben zu leben. Er durfte erfahren, dass der Glaube den Menschen formt und dem Leben Richtung gibt. Steh besonders den Müttern und Vätern bei der Erziehung ihrer Kinder bei und hilf den heranwachsenden Jugendlichen, dass sie ihr Leben auf das Fundament unseres Glaubens bauen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigem. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Heilige Mutter Gottes, bitte für uns. / Heiliger Josef, bitte für uns.
Heiliger Ulrich, bitte für uns. / Heilige Afra, bitte für uns.
Heiliger Simpert, bitte für uns. / Heiliger Pfarrer von Ars, bitte für uns.
Heiliger Magnus, bitte für uns. / Heilige Creszentia, bitte für uns.
Heilige Schwester Faustina, bitte für uns. / Heiliger Konrad und heiliger Gebhard, bittet für uns.

Zweiter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Brief an die Epheser: Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn! Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen, auch für mich: dass Gott mir das rechte Wort schenkt, wenn es darauf ankommt, mit Freimut das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden. (Eph 6,10-19)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
923 wählte ihn der Domklerus zum Oberhirten des Bistums. Fünfzig Jahre sollte er als Bischof der Kirche von Augsburg und als Reichsfürst in Treue dienen. Heinrich I. (919 - 936) bestätigte die Wahl. Er fand in Ulrich einen zuverlässigen Vasallen, der seine Pflichten als Lehensträger des Reiches ernst nahm und auch ein offenes Wort nicht scheute. Mit König Otto I. (936 973) verknüpften ihn feste freundschaftliche Bande bis zum Lebensende. Als Herzog Liutolf von Schwaben, ein Sohn Ottos aus erster Ehe, sich 953 mit anderen Adeligen gegen den Vater erhob, um sich die Anwartschaft auf den Reichsthron zu sichern, hielt Bischof Ulrich, getreu dem geleisteten Eid, zum König.

Gebet: Himmlischer Vater, Du hast den hl. Ulrich in seiner Berufung als Bischof von Augsburg stark gemacht. Wir danken Dir, Vater, dass Du ihn deinem Volk wie ein wegweisendes Licht als mutigen Bischof in schwerer Zeit gesandt hast. Hilf uns Herr, in der gegenwärtigen Situation unseres Lebens und unserer Kirche, dem Bösen zu widerstehen und uns für Dich und Deine heilige Kirche täglich neu zu entscheiden und einzusetzen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

 
Dritter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Buch Jesus Sirach:
Wer den Herrn fürchtet, handelt so, und wer am Gesetz festhält, erlangt die Weisheit. Sie geht ihm entgegen wie eine Mutter, wie eine junge Gattin nimmt sie ihn auf. Sie nährt ihn mit dem Brot der Klugheit und tränkt ihn mit dem Wasser der Einsicht. Er stützt sich auf sie und kommt nicht zu Fall, er vertraut auf sie und wird nicht enttäuscht. Sie erhöht ihn über seine Gefährten, sie öffnet ihm den Mund in der Versammlung. Sie lässt ihn Jubel und Freude finden, unvergänglicher Ruhm wird sie ihm verleihen. (Sir 15, 1-6)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Er ritt mit seinem Aufgebot gegen Regensburg, um die in die Hände der Empörer gefallene Stadt mit zu belagern. Inzwischen besetzten die Aufrührer das Hochstift Augsburg. Ulrich wich bei seiner Rückkehr auf die Burg Schwabmünchen aus, die er bis zu deren Entsetzung im Februar 954 verteidigte. Im Frühsommer des gleichen Jahres wollte König Otto in der Gegend von Illertissen eine kriegerische Entscheidung erzwingen. Vater und Sohn standen sich mit ihren Gefolgsleuten an der mittleren Iller gegenüber, Blutvergießen schien unvermeidbar. Da gelang es den Vermittlungsversuchen der Bischöfe Ulrich von Augsburg und Hartbert von Chur, den verderblichen Zwist zu beenden. Um Weihnachten 954 söhnten sich die streitenden Parteien aus.

Gebet: Himmlischer Vater, der hl. Bischof Ulrich lebte seine Berufung trotz massiver Widerstände in der Welt. Er hat von Dir das Licht der Erkenntnis empfangen, um stets das Rechte zu erkennen und zu tun. Wir bitten Dich für alle verantwortlichen Männer und Frauen in Kirche und Politik, dass sie sich vom Heiligen Geist leiten lassen und Entscheidungen treffen, die Deinem Willen entsprechen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Vierter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Matthäus:
Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen. (Mt 16, 24-28)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Wenige Monate später drohte größere Gefahr dem schwäbischen Land. Die Ungarn fielen wieder in Bayern ein, verbrannten die Dörfer und Klöster und metzelten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Stadt Augsburg aber, durch die Vorsorge Ulrichs mit einer Steinmauer umgeben, leistete Widerstand. Hoch zu Ross, jedoch ohne Rüstung, nur bewehrt mit der Stola, ermunterte der Bischof die Verteidiger, welche die wütenden Angriffe der Reiterscharen am 8. und 9. August erfolgreich zurückweisen konnten, bis das königliche Heer eintraf. Am Laurentiustag 955 fiel die Entscheidung auf dem Lechfeld südlich von Augsburg. Die Ungarn wurden vernichtend geschlagen, ihre Stoßkraft endgültig gebrochen. Der Sieg war teuer erkauft; Ulrich, der sich an der Schlacht selbst nicht beteiligt hatte, verlor in diesem Kampf seinen Bruder Dietpald und seinen Neffen Reginbald.

Gebet: Himmlischer Vater, schau auf uns und lass das Licht Deines Erbarmens über uns leuchten. Die Gottlosigkeit hat sich Immer mehr ausgebreitet und will die Völker Dir — dem Quell der Wahrheit und des Lebens — entfremden. Sende Deinen Heiligen Geist über die Welt, damit alle Menschen erkennen mögen, dass Du der einzige, wahre und lebendige Gott bist. Stärke all jene, die um des Glaubens willen Schmach und Verfolgung erleiden und gib ihnen die Gnade, das Kreuz zu lieben und der täglichen Nachfolge nicht auszuweichen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Fünfter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Markus:
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren Im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach. (Mk 1,16-20)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Im Waffenstreit bewährt, war Ulrich dennoch kein kriegerischer Bischof. Ef fühlte sich In erster Linie als der Hirte, der Gott gegenüber für das Bistum verantwortlich ist. In den Friedensjahren vor und nach dem Ungarneinfall bemühte er sich vor allem um den Aufbau der Diözese. Er ordnete die Wiederherstellung des durch Brand vernichteten Mariendoms an, ließ die Johanneskirche südlich der Kathedrale errichten, in der er oft die Messe feiert, und baute das zerstörte Gotteshaus, das St. Afra geweiht war, wieder auf. In Wittislingen nahm er sich der Erweiterung der Pfarrkirche, bei der seine Eltern ihr Grab gefunden hatten, an. Noch mehr aber lag Bischof Ulrich das Wohl der ihm anvertrauten Geistlichen und der Menschen am Herzen. An der Domschule sollte der Priesternachwuchs gediegener als bisher auf den Hirtendienst vorbereitet werden.

Gebet: Himmlischer Vater, Du Quelle aller Berufungen, Du hast den hl. Ulrich gesandt, den Menschen in der Diözese Augsburg das Evangelium zu verkünden. Bestärkt durch seinen apostolischen Auftrag und erfüllt vom Hl. Geist hat er diese missionarische Sendung mit ganzem Herzen wahrgenommen und viele Menschen für Dich begeistern und gewinnen können. Berufe auch In unseren Tagen Männer und Frauen zum Dienst in Deine Kirche, auf dass sie die frohe Botschaft verkünden und durch ihr Leben Zeugnis von Dir geben. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Sechster Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus der Apostelgeschichte:
Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden. Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat. Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen. Seid also wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen. Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen. (Apg 20, 27-32)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Durch Visitationen und in Bistumssynoden, die er jährlich im Frühjahr und im Herbst abhielt, wollte er den Klerus zum geistlichen Leben ermutigen. Persönlich scheute er keine Mühe, um zu Pferd oder im Ochsenkarren, oft unter großen Beschwernissen, die Gemeinden bis in die unwegsamen Täler des Allgäus hinein zu besuchen. Besonderen Wert legte Ulrich auf die würdige Gestaltung der Liturgie. Ausführlich schildert sein Biograph die Feier der Kartage und des Osterfestes. Die Fußwaschung, die der Bischof am Gründonnerstag vornahm, bedeutete für ihn mehr als nur eine Zeremonie. Er fühlte sich mit den Besitzlosen, den Bettlern und Siechen verbunden. Täglich ließ er eine Anzahl von ihnen speisen, und seine letzte geringe Habe vermachte er denen, die ohnmächtig der Willkür der Reichen ausgeliefert waren.

Gebet: Himmlischer Vater, in Deiner weisen Vorsehung führst Du die Kirche und teilst in ihr die Dienste und Ämter zu. Wir bitten Dich für unsere Bischöfe, welche Du zu Hirten Deiner Kirche berufen hast. Gib Ihnen wie dem hl. Ulrich die Kraft, ihr Amt als Lehrer, Priester und Vorsteher treu zu verwalten. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Siebter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Matthäus:
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt. (Mt 5,1-12)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Auch den Klöstern widmete der Oberhirte seine Obsorge. Er kümmerte sich um den Aufbau der durch Kriegswirren zerstörten Abteien und um die Beobachtung der manchmal in Vergessenheit geratenen benediktinischen Ordensregel. Persönlich bewahrte er zeitlebens das mönchische Ideal und wollte es in den Klöstern seines Bistums gewahrt wissen. Mag König Otto die zwei Benediktinerabteien Kempten und Ottobeuren nicht ohne politische Hintergedanken an Bischof Ulrich übertragen haben, so wollte dieser selbst doch keine persönlichen Vorteile daraus ziehen. Er verzichtete nach Wiederherstellung der Ordnung und Einsetzung regeltreuer Vorsteher auf die weitere Leitung. Als Neugründung bestätigte er 968 das Kanonissenstift St. Stephan in Augsburg; die Stiftungsurkunde ist noch erhalten.

Gebet: Himmlischer Vater, Du mahnst alle Gläubigen, nach vollkommener Liebe zu streben; viele berufst Du zur besonderen Nachfolge Deines Sohnes. Sieh gnädig auf alle, die Du zum Leben im Ordensstand erwählt hast. Gib, dass ihr Leben ein Zeichen Deines kommenden Reiches für die Kirche und die Welt ist. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Achter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Lukas:
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach — selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. (Lk 12,35-40)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
In der Kindheit im Geist des heiligen Benedikt erzogen, wollte Ulrich auch, von der bischöflichen Bürde befreit, im Mönchskleid Abschied von dieser Welt nehmen. Auf seiner letzten Pilgerfahrt nach Rom (971) bat er Kaiser Otto um Entlastung von der Hochstiftsverwaltung. Im folgenden Jahr lehnte die Synode den Antrag Ulrichs ab, das bischöfliche Amt dem Neffen übertragen zu dürfen. Weiter musste der Greis die Last der Verantwortung tragen. Bischof Ulrich starb am 4. Juli 974. Das Grab bei der Afrakirche wurde bald zu einer Stätte für zahlreiche Pilger.

Gebet: Himmlischer Vater, Du hast uns nach Deinem Bild geschaffen und uns für das ewige Leben bei Dir berufen. Hilf uns, wie Bischof Ulrich wachsam zu sein und im Gebet zu bleiben. Wenn für uns die letzte Stunde des Lebens gekommen ist, dann lass uns mit reumütigem Herzen und frei von Schuld aus dieser Welt scheiden. Im Vertrauen auf Deine unerschöpfliche Barmherzigkeit bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Neunter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Lukas:
Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. (Lk 10,1-9)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Weit über die Grenzen des Bistums hinaus genoss St. Ulrich höchstes Ansehen; ob in Sachsen oder in der Steiermark, ob in Goslar oder Straßburg, überall finden wir Kirchen, Kapellen und Altäre, die ihm geweiht sind. Er galt als Helfer in vielerlei Nöten. Bei Fieber, Augenkrankheiten, bei Hundebissen und vor gefahrvollen Reisen erflehte der mittelalterliche und barocke Mensch die Hilfe des Augsburger Bischofs Ulrich. Besonders vor Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen und Sturmfluten, sollte er Schutz gewähren. Deshalb schmückten die Künstler die Ulrichsdarstellungen meistens mit einem Fisch, einem Symbol, das in späterer Zeit nicht mehr verstanden und legendenhaft umgedeutet wurde. Auch die Ulrichskreuze, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vom Augsburger Benediktinerkloster verteilt, waren höchst begehrt. Vermag sich der Christ unserer Tage vor den ihn bedrängenden Gefahren mit Medikamenten und technischen Hilfsmitteln auch besser zu schützen als der Mensch vergangener Jahrhunderte, so kann ihm St. Ulrich heute in einem tieferen Sinn Wegbegleiter, Helfer und Fürsprecher im persönlichen Leben und Mittler bei Gott für die pilgernde Kirche von Augsburg sein.

 Gebet: Himmlischer Vater, der hl. Bischof Ulrich hat in Deinem Namen den Glauben verkündet und ihn vorgelebt. Lass uns das Geschenk des Glaubens an unsere Mitmenschen und die kommenden Generationen weitergeben. Herr, lass das Feuer der Liebe und die Begeisterung für Dich in uns zunehmen und schenke uns den Mut, Dich immer zu bezeugen und den Weg der Heiligkeit Zu gehen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

 

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