Donnerstag, 26. März 2020

Novene zum Hl. Ulrich


Erster Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Buch der Psalmen:
Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin. Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf Menschen, bei denen es doch keine Hilfe gibt. Haucht der Mensch sein Leben aus und kehrt er zurück zur Erde, dann ist es aus mit all seinen Plänen. Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt. Der Herr hat Himmel und Erde gemacht, das Meer und alle Geschöpfe; er hält ewig die Treue. Recht verschafft er den Unterdrückten, den Hungernden gibt er Brot; der Herr befreit die Gefangenen. Der Herr öffnet den Blinden die Augen, er richtet die Gebeugten auf. Der Herr beschützt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht. Der Herr liebt die Gerechten, doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre. Der Herr ist König auf ewig, dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht. Halleluja! (Ps 146)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Ulrich, dessen Name „reich begütert" bedeutet, wurde nach eigener Aussage im Jahr 890 in Augsburg geboren. Die Eltern Hupalt und Dietpirch, aus alemannischem Adel, hatten ihren Stammsitz in Wittislingen und verlegten ihn später nach Dillingen an der Donau. Zusammen mit den Brüdern Dietpald und Manegold sowie zwei Schwestern verbrachte Ulrich seine Jugend in Wittislingen. Mit etwa 10 Jahren kam er zur weiteren Ausbildung und Vorbereitung auf den geistlichen Beruf in die Benediktinerabtei St. Gallen. Um das Jahr 908 kehrte er in die schwäbische Heimat zurück, nahm die Stelle eines Kämmerers beim Augsburger Bischof Adalpero an und empfing wahrscheinlich die Priesterweihe. Nach dem Tod seines Herrn verließ Ulrich den bischöflichen Hof, da er dem Nachfolger Hiltine, der von niedrigem Stande war, nicht dienen wollte. Er widmete sich der Verwaltung des elterlichen Besitzes.

Gebet: Himmlischer Vater, der heilige Ulrich durfte von Kindheit an erfahren, wie schön es ist, den Glauben zu leben. Er durfte erfahren, dass der Glaube den Menschen formt und dem Leben Richtung gibt. Steh besonders den Müttern und Vätern bei der Erziehung ihrer Kinder bei und hilf den heranwachsenden Jugendlichen, dass sie ihr Leben auf das Fundament unseres Glaubens bauen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigem. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Heilige Mutter Gottes, bitte für uns. / Heiliger Josef, bitte für uns.
Heiliger Ulrich, bitte für uns. / Heilige Afra, bitte für uns.
Heiliger Simpert, bitte für uns. / Heiliger Pfarrer von Ars, bitte für uns.
Heiliger Magnus, bitte für uns. / Heilige Creszentia, bitte für uns.
Heilige Schwester Faustina, bitte für uns. / Heiliger Konrad und heiliger Gebhard, bittet für uns.

Zweiter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Brief an die Epheser: Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn! Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen, auch für mich: dass Gott mir das rechte Wort schenkt, wenn es darauf ankommt, mit Freimut das Geheimnis des Evangeliums zu verkünden. (Eph 6,10-19)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
923 wählte ihn der Domklerus zum Oberhirten des Bistums. Fünfzig Jahre sollte er als Bischof der Kirche von Augsburg und als Reichsfürst in Treue dienen. Heinrich I. (919 - 936) bestätigte die Wahl. Er fand in Ulrich einen zuverlässigen Vasallen, der seine Pflichten als Lehensträger des Reiches ernst nahm und auch ein offenes Wort nicht scheute. Mit König Otto I. (936 973) verknüpften ihn feste freundschaftliche Bande bis zum Lebensende. Als Herzog Liutolf von Schwaben, ein Sohn Ottos aus erster Ehe, sich 953 mit anderen Adeligen gegen den Vater erhob, um sich die Anwartschaft auf den Reichsthron zu sichern, hielt Bischof Ulrich, getreu dem geleisteten Eid, zum König.

Gebet: Himmlischer Vater, Du hast den hl. Ulrich in seiner Berufung als Bischof von Augsburg stark gemacht. Wir danken Dir, Vater, dass Du ihn deinem Volk wie ein wegweisendes Licht als mutigen Bischof in schwerer Zeit gesandt hast. Hilf uns Herr, in der gegenwärtigen Situation unseres Lebens und unserer Kirche, dem Bösen zu widerstehen und uns für Dich und Deine heilige Kirche täglich neu zu entscheiden und einzusetzen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

 
Dritter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Buch Jesus Sirach:
Wer den Herrn fürchtet, handelt so, und wer am Gesetz festhält, erlangt die Weisheit. Sie geht ihm entgegen wie eine Mutter, wie eine junge Gattin nimmt sie ihn auf. Sie nährt ihn mit dem Brot der Klugheit und tränkt ihn mit dem Wasser der Einsicht. Er stützt sich auf sie und kommt nicht zu Fall, er vertraut auf sie und wird nicht enttäuscht. Sie erhöht ihn über seine Gefährten, sie öffnet ihm den Mund in der Versammlung. Sie lässt ihn Jubel und Freude finden, unvergänglicher Ruhm wird sie ihm verleihen. (Sir 15, 1-6)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Er ritt mit seinem Aufgebot gegen Regensburg, um die in die Hände der Empörer gefallene Stadt mit zu belagern. Inzwischen besetzten die Aufrührer das Hochstift Augsburg. Ulrich wich bei seiner Rückkehr auf die Burg Schwabmünchen aus, die er bis zu deren Entsetzung im Februar 954 verteidigte. Im Frühsommer des gleichen Jahres wollte König Otto in der Gegend von Illertissen eine kriegerische Entscheidung erzwingen. Vater und Sohn standen sich mit ihren Gefolgsleuten an der mittleren Iller gegenüber, Blutvergießen schien unvermeidbar. Da gelang es den Vermittlungsversuchen der Bischöfe Ulrich von Augsburg und Hartbert von Chur, den verderblichen Zwist zu beenden. Um Weihnachten 954 söhnten sich die streitenden Parteien aus.

Gebet: Himmlischer Vater, der hl. Bischof Ulrich lebte seine Berufung trotz massiver Widerstände in der Welt. Er hat von Dir das Licht der Erkenntnis empfangen, um stets das Rechte zu erkennen und zu tun. Wir bitten Dich für alle verantwortlichen Männer und Frauen in Kirche und Politik, dass sie sich vom Heiligen Geist leiten lassen und Entscheidungen treffen, die Deinem Willen entsprechen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Vierter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Matthäus:
Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen. (Mt 16, 24-28)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Wenige Monate später drohte größere Gefahr dem schwäbischen Land. Die Ungarn fielen wieder in Bayern ein, verbrannten die Dörfer und Klöster und metzelten alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Stadt Augsburg aber, durch die Vorsorge Ulrichs mit einer Steinmauer umgeben, leistete Widerstand. Hoch zu Ross, jedoch ohne Rüstung, nur bewehrt mit der Stola, ermunterte der Bischof die Verteidiger, welche die wütenden Angriffe der Reiterscharen am 8. und 9. August erfolgreich zurückweisen konnten, bis das königliche Heer eintraf. Am Laurentiustag 955 fiel die Entscheidung auf dem Lechfeld südlich von Augsburg. Die Ungarn wurden vernichtend geschlagen, ihre Stoßkraft endgültig gebrochen. Der Sieg war teuer erkauft; Ulrich, der sich an der Schlacht selbst nicht beteiligt hatte, verlor in diesem Kampf seinen Bruder Dietpald und seinen Neffen Reginbald.

Gebet: Himmlischer Vater, schau auf uns und lass das Licht Deines Erbarmens über uns leuchten. Die Gottlosigkeit hat sich Immer mehr ausgebreitet und will die Völker Dir — dem Quell der Wahrheit und des Lebens — entfremden. Sende Deinen Heiligen Geist über die Welt, damit alle Menschen erkennen mögen, dass Du der einzige, wahre und lebendige Gott bist. Stärke all jene, die um des Glaubens willen Schmach und Verfolgung erleiden und gib ihnen die Gnade, das Kreuz zu lieben und der täglichen Nachfolge nicht auszuweichen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Fünfter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Markus:
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren Im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach. (Mk 1,16-20)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Im Waffenstreit bewährt, war Ulrich dennoch kein kriegerischer Bischof. Ef fühlte sich In erster Linie als der Hirte, der Gott gegenüber für das Bistum verantwortlich ist. In den Friedensjahren vor und nach dem Ungarneinfall bemühte er sich vor allem um den Aufbau der Diözese. Er ordnete die Wiederherstellung des durch Brand vernichteten Mariendoms an, ließ die Johanneskirche südlich der Kathedrale errichten, in der er oft die Messe feiert, und baute das zerstörte Gotteshaus, das St. Afra geweiht war, wieder auf. In Wittislingen nahm er sich der Erweiterung der Pfarrkirche, bei der seine Eltern ihr Grab gefunden hatten, an. Noch mehr aber lag Bischof Ulrich das Wohl der ihm anvertrauten Geistlichen und der Menschen am Herzen. An der Domschule sollte der Priesternachwuchs gediegener als bisher auf den Hirtendienst vorbereitet werden.

Gebet: Himmlischer Vater, Du Quelle aller Berufungen, Du hast den hl. Ulrich gesandt, den Menschen in der Diözese Augsburg das Evangelium zu verkünden. Bestärkt durch seinen apostolischen Auftrag und erfüllt vom Hl. Geist hat er diese missionarische Sendung mit ganzem Herzen wahrgenommen und viele Menschen für Dich begeistern und gewinnen können. Berufe auch In unseren Tagen Männer und Frauen zum Dienst in Deine Kirche, auf dass sie die frohe Botschaft verkünden und durch ihr Leben Zeugnis von Dir geben. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Sechster Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus der Apostelgeschichte:
Denn ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu verkünden. Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat. Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen. Seid also wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen. Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen. (Apg 20, 27-32)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Durch Visitationen und in Bistumssynoden, die er jährlich im Frühjahr und im Herbst abhielt, wollte er den Klerus zum geistlichen Leben ermutigen. Persönlich scheute er keine Mühe, um zu Pferd oder im Ochsenkarren, oft unter großen Beschwernissen, die Gemeinden bis in die unwegsamen Täler des Allgäus hinein zu besuchen. Besonderen Wert legte Ulrich auf die würdige Gestaltung der Liturgie. Ausführlich schildert sein Biograph die Feier der Kartage und des Osterfestes. Die Fußwaschung, die der Bischof am Gründonnerstag vornahm, bedeutete für ihn mehr als nur eine Zeremonie. Er fühlte sich mit den Besitzlosen, den Bettlern und Siechen verbunden. Täglich ließ er eine Anzahl von ihnen speisen, und seine letzte geringe Habe vermachte er denen, die ohnmächtig der Willkür der Reichen ausgeliefert waren.

Gebet: Himmlischer Vater, in Deiner weisen Vorsehung führst Du die Kirche und teilst in ihr die Dienste und Ämter zu. Wir bitten Dich für unsere Bischöfe, welche Du zu Hirten Deiner Kirche berufen hast. Gib Ihnen wie dem hl. Ulrich die Kraft, ihr Amt als Lehrer, Priester und Vorsteher treu zu verwalten. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Siebter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Matthäus:
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt. (Mt 5,1-12)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Auch den Klöstern widmete der Oberhirte seine Obsorge. Er kümmerte sich um den Aufbau der durch Kriegswirren zerstörten Abteien und um die Beobachtung der manchmal in Vergessenheit geratenen benediktinischen Ordensregel. Persönlich bewahrte er zeitlebens das mönchische Ideal und wollte es in den Klöstern seines Bistums gewahrt wissen. Mag König Otto die zwei Benediktinerabteien Kempten und Ottobeuren nicht ohne politische Hintergedanken an Bischof Ulrich übertragen haben, so wollte dieser selbst doch keine persönlichen Vorteile daraus ziehen. Er verzichtete nach Wiederherstellung der Ordnung und Einsetzung regeltreuer Vorsteher auf die weitere Leitung. Als Neugründung bestätigte er 968 das Kanonissenstift St. Stephan in Augsburg; die Stiftungsurkunde ist noch erhalten.

Gebet: Himmlischer Vater, Du mahnst alle Gläubigen, nach vollkommener Liebe zu streben; viele berufst Du zur besonderen Nachfolge Deines Sohnes. Sieh gnädig auf alle, die Du zum Leben im Ordensstand erwählt hast. Gib, dass ihr Leben ein Zeichen Deines kommenden Reiches für die Kirche und die Welt ist. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Achter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Lukas:
Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach — selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. (Lk 12,35-40)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
In der Kindheit im Geist des heiligen Benedikt erzogen, wollte Ulrich auch, von der bischöflichen Bürde befreit, im Mönchskleid Abschied von dieser Welt nehmen. Auf seiner letzten Pilgerfahrt nach Rom (971) bat er Kaiser Otto um Entlastung von der Hochstiftsverwaltung. Im folgenden Jahr lehnte die Synode den Antrag Ulrichs ab, das bischöfliche Amt dem Neffen übertragen zu dürfen. Weiter musste der Greis die Last der Verantwortung tragen. Bischof Ulrich starb am 4. Juli 974. Das Grab bei der Afrakirche wurde bald zu einer Stätte für zahlreiche Pilger.

Gebet: Himmlischer Vater, Du hast uns nach Deinem Bild geschaffen und uns für das ewige Leben bei Dir berufen. Hilf uns, wie Bischof Ulrich wachsam zu sein und im Gebet zu bleiben. Wenn für uns die letzte Stunde des Lebens gekommen ist, dann lass uns mit reumütigem Herzen und frei von Schuld aus dieser Welt scheiden. Im Vertrauen auf Deine unerschöpfliche Barmherzigkeit bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

Neunter Tag
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem Evangelium nach Lukas:
Danach suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe. (Lk 10,1-9)

Aus dem Leben von Bischof Ulrich:
Weit über die Grenzen des Bistums hinaus genoss St. Ulrich höchstes Ansehen; ob in Sachsen oder in der Steiermark, ob in Goslar oder Straßburg, überall finden wir Kirchen, Kapellen und Altäre, die ihm geweiht sind. Er galt als Helfer in vielerlei Nöten. Bei Fieber, Augenkrankheiten, bei Hundebissen und vor gefahrvollen Reisen erflehte der mittelalterliche und barocke Mensch die Hilfe des Augsburger Bischofs Ulrich. Besonders vor Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen und Sturmfluten, sollte er Schutz gewähren. Deshalb schmückten die Künstler die Ulrichsdarstellungen meistens mit einem Fisch, einem Symbol, das in späterer Zeit nicht mehr verstanden und legendenhaft umgedeutet wurde. Auch die Ulrichskreuze, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts vom Augsburger Benediktinerkloster verteilt, waren höchst begehrt. Vermag sich der Christ unserer Tage vor den ihn bedrängenden Gefahren mit Medikamenten und technischen Hilfsmitteln auch besser zu schützen als der Mensch vergangener Jahrhunderte, so kann ihm St. Ulrich heute in einem tieferen Sinn Wegbegleiter, Helfer und Fürsprecher im persönlichen Leben und Mittler bei Gott für die pilgernde Kirche von Augsburg sein.

 Gebet: Himmlischer Vater, der hl. Bischof Ulrich hat in Deinem Namen den Glauben verkündet und ihn vorgelebt. Lass uns das Geschenk des Glaubens an unsere Mitmenschen und die kommenden Generationen weitergeben. Herr, lass das Feuer der Liebe und die Begeisterung für Dich in uns zunehmen und schenke uns den Mut, Dich immer zu bezeugen und den Weg der Heiligkeit Zu gehen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Schlussgebete wie am 1. Tag.

 

Mittwoch, 25. März 2020

Weihegebet an die Muttergottes


Maria,

Stern der Frohen Botschaft!

Du hast das Wort Gottes als Erste

bereitwillig aufgenommen und Ja dazu gesagt,

dass es zur Welt kommen konnte.

Mache uns zu aufmerksamen Hörerinnen und Hörern des Wortes

und zu mutigen Zeuginnen und Zeugen Jesu,

deines Sohnes, des einzigen Lehrers und Retters der Welt.

 

Dir, Mutter der göttlichen Liebe,

vertrauen wir uns an

 
mit unseren Freuden, Ängsten und Hoffnungen.

Wir empfehlen dir unsere Familien,

die Kranken, die Alten, die Alleinstehenden.

In deine guten Hände betten wir

die Erwartungen und Wünsche der Jugendlichen.

Vor allem legen wir dir das Anliegen ans Herz,

dass sich durch deine Fürsprache

die Zahl der Arbeiter im Weinberg des Herrn mehre.

Mögen die jungen Menschen

die Berufung zum Priester und für ein Leben nach

den evangelischen Räten, deren die Welt so dringend bedarf,

in ihrer Schönheit neu schätzen lernen.

 

O Maria, sprich mit deinem Sohn!

Sprich mit ihm über unser schwieriges „Heute“.

Stelle uns Jesus Christus vor,

damit das Evangelium in unserer Heimat eine Zukunft hat.

Diese Zukunft beginnt jetzt.

Hilf uns, dass wir uns heute für Christus entscheiden.

Bewahre uns davor, Schaden zu nehmen an Seele und Leib.

 

O Maria, Mutter der Kirche, Mariahilf!

Hilf uns, mit der Frohen Botschaft im Herzen

das schwierige „Heute“ zu bestehen,

damit wir miteinander das Ziel erreichen,

das dein Sohn selber ist:

der starke Gott, unser Friedensfürst und Heiland unserer Seelen.

Amen.

Dienstag, 24. März 2020

Beschreibung des Gebetsleben


 

Jeder von uns muss seinen Tagesablauf und sein Gebetsleben genau organisieren und planen. Wie? Ich erzähle Ihnen eine kleine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Eines Tages wurde ein alter Lehrer engagiert, um einer Gruppe von etwa fünfzehn Vertretern großer Unternehmen eine Weiterbildung zum Thema »Effizientes Zeitmanagement« zu geben. Dieser Kurs war einer von fünf Workshops, die an ihrem Schulungstag stattfanden. Der alte Lehrer hatte also nur eine Stunde zur Verfügung. Aufrecht vor ihnen stehend, schaute er sie langsam nacheinander an und sagte dann zu ihnen: »Wir werden jetzt ein Experiment machen.« Unter dem Tisch holte er einen riesigen Topf mit mehreren Litern Volumen hervor und stellte ihn vorsichtig vor sich hin. Anschließend präsentierte er zwölf etwa tennisballgroße Steine und legte sie ebenfalls vorsichtig einer nach dem anderen in den großen Topf. Als der Topf bis zum Rand gefüllt war und es unmöglich war, noch einen weiteren Stein hineinzutun, schaute er seine Schüler an und fragte sie: »Ist der Topf voll?« Alle antworteten: »Ja.« Er wartete einige Sekunden und fügte hinzu: »Wirklich?« Dann bückte er sich erneut und holte unter dem Tisch ein mit Kies gefülltes Gefäß hervor. Mit Sorgfalt schüttelte er diese Kieselsteine über die großen Steine und vermischte dann alles vorsichtig im Topf. Die kleinen Kieselsteinchen drangen in die Zwischenräume zwischen die großen Steine bis zum Boden des Topfes. Der alte Lehrer schaute seine Hörer erneut an und fragte noch einmal: »Ist der Topf voll?« Diesmal fingen die Schlauesten seiner Schüler an, ihm auf die Schliche zu kommen. Einer von ihnen antwortete: »Wahrscheinlich nicht!« »Gut!«, entgegnete der alte Lehrer. Erneut bückte er sich und diesmal holte er unter dem Tisch Sand hervor. Er schüttelte ihn in den Topf. Der Sand füllte die Zwischenräume zwischen den großen Steinen und den Kieselsteinen aus. Und noch einmal fragte er: »Ist der Topf voll?« Diesmal antworteten die Schüler, ohne zu zögern und im Chor: »Nein!« »Gut!«, antwortete der alte Lehrer. Und als ob die Schüler schon darauf gewartet hätten, nahm er den Krug mit dem Wasser, der auf dem Tisch stand und füllte den Topf bis zum Rand voll. Der alte Lehrer fragte dann: »Welche großartige Wahrheit beweist uns dieses Experiment?« Gar nicht so dumm, erwiderte da der wagemutigste Schüler, indem er dabei an das Thema des Kurses dachte: »Das beweist: Auch wenn man meint, dass unser Terminkalender vollständig ausgefüllt ist, kann man — wenn man es wirklich will — noch immer mehr Termine und noch mehr Dinge, die zu erledigen sind, hinzufügen.« »Nein«, antwortete der alte Lehrer, »das ist es nicht! Die große Wahrheit, die uns dieses Experiment zeigt, ist die folgende: Wenn man nicht die großen Steine zuerst in den Topf legt, dann wird man sie niemals alle hineinlegen können.« Es herrschte eine tiefe Stille, jedem wurde die Offenkundigkeit dieser Worte bewusst. Dann sagte der alte Lehrer zu ihnen: »Was sind die großen Steine in Ihrem Leben? Ihre Gesundheit, Ihre Familie, Ihre Freunde, Ihre Träume, Ihre berufliche Karriere? Was man davon behalten muss, ist, dass es wichtig ist, die großen Steine in seinem Leben vorrangig zu behandeln, wenn man nicht Gefahr laufen will, im Leben nichts zustande zu bringen. Wenn man dagegen die Priorität dem Schund — den Kieselsteinen, dem Sand — einräumt, füllt man sein Leben mit Belanglosigkeiten, mit Dingen ohne Bedeutung und ohne Wert und wir werden dann keine Zeit mehr haben, um sie den wichtigen Dingen zu widmen. Vergessen Sie also nicht, sich die Frage zu stellen: Was sind die großen Steine meines Lebens? Und dann legen Sie sie an erster Stelle in den Topf ihres Daseins.« Mit einer freundschaftlichen Handbewegung verabschiedete sich der alte Lehrer von seinem Hörerkreis und verließ langsam den Saal.

Ist das Gebet einer dieser großen Steine eines Lebens? Ich antworte mühelos: Das Gebet muss tatsächlich der große Stein sein, der den Topf unseres Lebens erfüllen muss. Das ist die Zeit, in der man nichts anderes tut, als mit Gott zusammen zu sein. Das ist die kostbare Zeit, in der sich alles abspielt, in der sich alles erneuert, in der Gott handelt, um uns Ihm gleich zu gestalten.

Der heilige Paulus ermahnt uns oft, im Gebet und Flehen zu leben: »Betet jederzeit im Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen« (Eph 6,18). Doch zugleich betont er unsere Unfähigkeit, dass wir nicht wissen, wie wir in rechter Weise beten sollen; dennoch kommt uns der Heilige Geist zu Hilfe und er selbst »tritt für uns ein mit Seufzen, dass wir nicht in Worte fassen können« (Röm 8,26).

Das Gebet ist zunächst das Werk des Heiligen Geistes, der in uns betet, uns innerlich umgestaltet und uns in die Vertrautheit des einen und dreifaltigen Gottes versenkt. Das ist auch der Grund dafür, warum es entscheidend ist, zu schweigen und Gott zuzuhören, damit einverstanden zu sein, sich vor Gott zu entblößen und sich ihm, der in uns gegenwärtig ist, ganz zu überlassen. Das Gebet ist kein Augenblick der Magie, in dem es darauf ankommt, diese oder jene Beschwerden vorzubringen, um unser Wohlbefinden zu steigern. Die innere Stille ermöglicht uns, dem Gebet des Heiligen Geistes zu lauschen, das zu unserem Gebet wird. Der Geist tritt an unserer Stelle ein. In unserem Gebet sind es nicht unsere Worte, die wichtig sind, sondern es geht darum, dass es uns gelingt zu schweigen, um den Heiligen Geist sprechen zu lassen, um ihn für uns seufzen und sich für uns einsetzen zu hören. Wenn wir in das mysteriöse Schweigen des Heiligen Geistes eintreten, werden wir gewiss erhört, weil wir ein Herz erreichen, das uns zuhört. Gott antwortet uns nicht so, wie wir es uns erwünscht hätten, umso mehr, als dass wir oft um unmögliche Dinge bitten — wie Kinder, die sich tausende von Geschenken wünschen. Das darf uns jedoch nicht von Gott entfernen, wenn die Probleme real sind, uns peinigen und wir die tiefste Nacht des Zweifels durchleben. Das Gebet ist eigentlich keine außergewöhnliche Handlung, sondern es ist das Schweigen eines Kindes, das seinen Blick ganz auf Gott hin richtet. Das Gebet — das bedeutet, Gott in uns ein wenig frei zu lassen. Es gilt, ihn in der Stille, in der Hingabe und im Vertrauen unerschütterlich und ausdauernd zu erwarten, sogar dann, wenn er in unserer inneren Nacht im Dunkel bleibt.

Das Gebet fordert, wie jede Freundschaft, Zeit, um sich zu verfestigen. Das Gebet ist daher eine bisweilen beschwerliche Schule. In der Stille auszuhalten, kann eine lange und trockene Durststrecke, ohne Wasser oder Nahrung, sein, bei dem es uns passieren kann, dass wir wie die heilige Therese von Lisieux sagen: »Ich weiß sogar nicht mehr, ob ich an das glaube was ich singe.« Der Gläubige, der betet, wandelt durch di Nacht und bleibt oft ein Pilger, der das Licht sucht. Beten bedeutet, in den Willen Gottes einzutreten. In bestimmten Au genblicken, wenn wir uns in der dunklen Nacht des Leiden und des gegen uns gerichteten Hasses befinden, könnte es uns passieren, dass wir wie Jesus rufen: »eli eli lama sabachthani« (»Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«) (Mk 15,34). Niemand wird den Sinn dieses Schreis verstehen, denn es ist ein Gebet, ein Ruf des Glaubens zu unserem Gott und unserem Vater: Es ist der Ruf Jesu am Kreuz, ein Ruf der kindlichen Hingabe an den einzigen Willen des Vaters, mit dem Ziel, die bereits im Garten von Getsemani besiegelte totale Unterwerfung zu bestätigen. Als er, von Angst ergriffen, betete und sein Schweiß zu Blutstropfen wurden, die zur Erde fielen, verkündete er: »Abba, Vater, alles ist möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst (soll geschehen)« (Mk 14,36).

Gott hat uns zuerst geliebt. Beten bedeutet, sich lieben zu lassen und sich selbst zu lieben. Beten bedeutet, Gott anzuschauen und sich von ihm anschauen zu lassen, es bedeutet, sich wirklich in die Lage versetzen zu können, Gott anzuschauen, der in uns als dreifaltiger Gott lebt und wohnt. Das ist kein Bild; der Vater, der Sohn und der Heilige Geist leben in Wirklichkeit in uns. Sie haben in der Einheit und in der trinitarischen Gemeinschaft in uns Wohnung genommen. Ein einziger Gott in drei unterschiedlichen Personen, das ist das Herzstück unseres Taufversprechens. Wir sind tatsächlich die Bleibe Gottes. Wunderbar erklärt das der heilige Athanasius in seinem Brief an Serapion dem Bischof von Thmuis: »Und wenn der Geist in uns ist, so ist auch der Logos, der ihn gibt, in uns und im Logos ist der Vater. So ist, wie schon ausgeführt wurde, die Stelle gemeint: »Ich und der Vater werden kommen und die Wohnung bei ihm nehmen« (Joh 14,23). Denn wo das Licht ist, da ist auch der Glanz, und wo der Glanz ist, da ist auch seine Wirkung und die strahlende Gnade.«

Der Ort des Gebets ist die Seele. Dennoch müssen in diesem Gott vorbehaltenen Heiligtum, in diesem Haus Gottes, Einsamkeit und Schweigen herrschen. Denn im Gebet ist es im Wesentlichen Gott, der spricht und der uns aufmerksam zuhört, während wir uns auf die Suche nach seinem Willen begeben. Beten — das bedeutet, Gott zu suchen und ihn sein Antlitz und seinen Willen uns offenbaren zu lassen. Freilich, wir glauben, dass Gott in uns lebt und wohnt, doch oftmals lassen wir ihm nicht die Freiheit, zu leben, zu handeln, sich zu bewegen und sich zu äußern. Wir besetzen den gesamten Bereich unseres inneren Gefildes — den ganzen Tag auf unbegrenzte Zeit. Wir versteifen uns darauf, immer viel zu tun, viel zu sprechen und viel zu denken. Wir füllen die Bleibe Gottes mit so viel Lärm

Wir müssen lernen, dass die Ruhe der Weg zu der persönlichen und vertrauten Begegnung mit der stillen, aber lebendigen Anwesenheit Gottes in uns ist.

Gott findet sich nicht im Orkan, im Erdbeben oder im Feuer, sondern im Säuseln einer leichten Brise. Um wirklich zu beten, muss man eine gewisse Reinheit des Herzens kultivieren und wahren, oder anders ausgedrückt, man darf nicht in einem inneren oder äußeren Getöse leben oder aufwachsen, in der Zerstreuung und den weltlichen Ablenkungen; manche Vergnügungen entzweien und zerstreuen das Zentrum unseres Seins und lassen es hin- und hergerissen sein. Die geistliche Reinheit, die innere Stille und die erforderliche Einsamkeit sind die Felsen, die für das Leben mit Gott in einem vertrauten Gegenüber mit Ihm am ehesten von Vorteil sind.         

Auf unserem Gesicht leuchtet der Glanz des Antlitzes Gottes, wenn wir aus dieser Begegnung wieder hervortreten, wie bei Mose, als er vom Berg herunterstieg, nachdem er mit dem Allmächtigen gesprochen hatte. (Robert Kardinal Sarah, Gott oder nichts)

Samstag, 14. März 2020

Gebet in der Corona-Krise


Gebet in der Corona-Krise 

Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben. 

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in dieser extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken für alle Frauen und Männer, die gewissenhaft
die Versorgung und Infrastruktur unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind. 

Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen und Ressourcen
den aktuellen Anforderungen gerecht werden können.
Wir beten, dass die Zahlen der Infizierten und Erkrankten zurückgehen.
Und wir hoffen, dass in allen Bereichen bald wieder Normalität einkehren wird.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Ja, wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist Ursprung und Ziel von allem, Du allein bist ewig, immer liebend.
Dein Heiliger Geist bewahre unsere Herzen in der Dankbarkeit.
Getragen von einem tiefen Frieden werden wir die Krise bestehen. 

Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht unsere Herzen bereit, offen und aufmerksam füreinander.
Jesus, wir vertrauen auf Dich! 

Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer, Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes bittet für uns! Amen. 

(Gebet, von Bischof Hermann überarbeitet und ergänzt.)

Freitag, 13. März 2020

Andacht in der Not - Coronavirus


Gebet in Not

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir. Dank und Ehre sei Gott, dem Vater und Gott, dem Sohn und Gott, dem Hl. Geist, jetzt bis in Ewigkeit. Amen

 Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Litanei zu Ehren der Hl. Vierzehn Nothelfer

Herr, erbarme dich unser!
Christus, erbarme dich unser!
Herr, erbarme dich unser!

Christus, höre uns!
Gott Vater vom Himmel,
erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott, Heiliger Geist,
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott.
Heilige Maria,
bitte für uns!
Heilige Gottesgebärerin,
Heilige Jungfrau aller Jungfrauen,
Heilige Maria, du Helferin der Christen,
Heiliger Erzengel Michael,
Alle heiligen Engel,
Alle heiligen Chöre der seligen Geister,
Heiliger Johannes der Täufer,
Heiliger Josef,
Alle heiligen Patriarchen und Propheten,
Heiliger Petrus,
Heiliger Paulus,
Alle hl. Apostel und Evangelisten,

Heiliger Georg, du Überwinder aller Zweifel wider den Glauben,
Heiliger Blasius, du Helfer in Halsleiden,
Heiliger Erasmus, du Tröster in körperlichen Schmerzen,
Heiliger Vitus, du Patron der Jugend,
Heiliger Pantaleon, du Patron der Kranken,

Heiliger Christophorus, du Retter in Gefahren zu Wasser und zu Land,
Heiliger Dionysius, du Erleuchter in Gewissensunruhen,
Heiliger Cyriakus, du Helfer in Anfechtung des bösen Feindes,
Heiliger Achatius, du Beistand in Todesängsten,
Heiliger Eustachius, du Ratgeber in den verwickelsten Drangsalen des Lebens,

Alle heiligen Märtyrer,
Heiliger Ägidius, du Patron der Beichtenden,
Alle heiligen Mönche und Einsiedler,

Heilige Margareta, du Helferin der Mütter,
Heilige Katharina, du Patronin der büßenden Sünder,
Heilige Barbara, du Patronin der Sterbenden,
Alle heiligen Jungfrauen und Witwen,
Alle Heiligen Gottes,

Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr!
Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr!
Von allen Übeln, erlöse uns, o Herr!
Von aller Sünde,
Von deinem Zorne,
Von Zorn, Hass und bösem Willen,
Von heimlicher Nachstellung des bösen Feindes,
Von Pest, Hunger und Krieg,
Von Blitz und Ungewitter,
Von dem ewigen Tode,
In all unseren Nöten und schweren Anliegen,
Durch das Geheimnis deiner heiligen Menschwerdung,
Durch Dein Kreuz und Leiden,
Durch die Verdienste und Fürsprache Deiner heiligsten Mutter und mächtigsten Nothelferin,
Durch die Verdienste und Fürsprache der Vierzehn Heiligen Nothelfer,
Durch die Verdienste und Fürsprache aller Heiligen,
Am Tage des Gerichtes,
Wir armen Sünder, wir bitten dich erhöre uns!
Dass du uns verschonest,
Dass du uns verzeihest,
Dass du uns zur wahren Buße und Erkenntnis der Sünden führen wollest,
Dass du deine heilige katholische Kirche regieren und erhalten wollest,
Dass du unserem Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest,
Dass du die Früchte der Erde geben und erhalten wollest,
Dass du den Verstorbenen die ewige Ruhe schenken wollest,
Du Sohn Gottes.

O du Lamm Gottes, welches du hinweg nimmst die Sünden der Welt!
Verschone uns, o Herr!
O du Lamm Gottes, welches du hinweg nimmst die Sünden der Welt!
Erhöre uns, o Herr!
O du Lamm Gottes, welches du hinweg nimmst die Sünden der Welt!
Erbarme dich unser, o Herr!

Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!
Herr, erbarme dich unser !
Christus, erbarme dich unser!
Herr, erbarme dich unser!

Vater Unser…
Gegrüßet seist du Maria…

V.: Bittet für uns, ihr Heiligen Vierzehn Nothelfer!

A.: Dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

Lasset uns beten!

Allmächtiger Gott, der du die Vierzehn Nothelfer wegen ihrer vorzüglichen Tugenden mit ewiger Herrlichkeit gekrönt und sie dadurch ausgezeichnet hast, dass wir schwache Menschen sie in unseren Nöten anrufen sollen; wir bitten dich durch die Verdienste dieser Heiligen, gib uns die Gnade, dass wir ihnen in der Tugend nachfolgen und für das Heil unserer unsterblichen Seele sorgen.

Schenke uns Nachlassung aller unserer Sünden und deinen Beistand zum Guten, damit wir bis zum Ende in deiner Liebe verbleiben, und nach diesem vergänglichen Leben mit der Krone der ewigen Glückseligkeit belohnt werden mögen. Erhöre gnädig unser Bitten durch Christus, unseren Herrn.

Amen.

Gebet

Gott Vater, Schöpfer der Welt, du bist allmächtig und barmherzig. Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder, die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden, um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst, heile unsere Kranken, tröste ihre Familien, gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit, den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft, den Verstorbenen das ewige Leben. Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung, sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!

 

Herr, unser Gott, du bist reich an Erbarmen und du beschützt mit deiner weisen Sorgfalt unser Leben, höre auf unser Gebet, schau auf unsere Reue und Buße für unsere Sünden. Wir bitten dich, diese neue Coronavirus – Krankheit zu stoppen, so wie du in der Wüste deinem Volk verziehen hast und die bissigen Schlangen weggejagt hast.

Herr unser Gott, du bist der Doktor unserer Seelen und unseres Körpers, heile die von der Krankheit Betroffenen, richte sie auf, damit sie dich den barmherzigsten Retter verherrlichen. Herr, schütze die Gesunden vor jeder Krankheit.

Segne, stärke und beschütze, Herr, mit deiner Gnade all jene, die mit Liebe und Hingabe sich den Kranken in ihren Häusern oder in Krankenhäusern annehmen und sorgen.

Herr, beseitige alle Krankheiten und Leiden der Menschen und lehre uns, das Leben und die Gesundheit als deine Geschenke für uns zu schätzen.

Gewähre uns, o Gott, deinen Frieden und erfülle unser Herz mit unerschütterlichem Glauben an deinen Schutz, mit Hoffnung auf deine Hilfe und mit Liebe zu dir und unserem Nächsten.

Wir danken dir o Gott für deine Barmherzigkeit und preisen dich, der du uns liebst, rettest und heilst. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und für immer bis in Ewigkeit. Amen.

 

Maiandacht

  Marienandacht V          Allmächtiger Vater, wir preisen dich und danken dir, dass du Maria so wunderbar begnadet hast; sie ist die unve...