Erster
Tag
Im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
dem Buch der Psalmen:
Halleluja!
Lobe den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn, meine Seele! Ich will den
Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da
bin. Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf Menschen, bei denen es doch keine
Hilfe gibt. Haucht der Mensch sein Leben aus und kehrt er zurück zur Erde, dann
ist es aus mit all seinen Plänen. Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist und
der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt. Der Herr hat Himmel und
Erde gemacht, das Meer und alle Geschöpfe; er hält ewig die Treue. Recht
verschafft er den Unterdrückten, den Hungernden gibt er Brot; der Herr befreit
die Gefangenen. Der Herr öffnet den Blinden die Augen, er richtet die Gebeugten
auf. Der Herr beschützt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem
Recht. Der Herr liebt die Gerechten, doch die Schritte der Frevler leitet er in
die Irre. Der Herr ist König auf ewig, dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht
zu Geschlecht. Halleluja! (Ps 146)
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
Ulrich,
dessen Name „reich begütert" bedeutet, wurde nach eigener Aussage im Jahr
890 in Augsburg geboren. Die Eltern Hupalt und Dietpirch, aus alemannischem
Adel, hatten ihren Stammsitz in Wittislingen und verlegten ihn später nach
Dillingen an der Donau. Zusammen mit den Brüdern Dietpald und Manegold sowie
zwei Schwestern verbrachte Ulrich seine Jugend in Wittislingen. Mit etwa 10
Jahren kam er zur weiteren Ausbildung und Vorbereitung auf den geistlichen
Beruf in die Benediktinerabtei St. Gallen. Um das Jahr 908 kehrte er in die
schwäbische Heimat zurück, nahm die Stelle eines Kämmerers beim Augsburger
Bischof Adalpero an und empfing wahrscheinlich die Priesterweihe. Nach dem Tod
seines Herrn verließ Ulrich den bischöflichen Hof, da er dem Nachfolger
Hiltine, der von niedrigem Stande war, nicht dienen wollte. Er widmete sich der
Verwaltung des elterlichen Besitzes.
Gebet:
Himmlischer Vater, der heilige Ulrich durfte von Kindheit an erfahren, wie
schön es ist, den Glauben zu leben. Er durfte erfahren, dass der Glaube den
Menschen formt und dem Leben Richtung gibt. Steh besonders den Müttern und
Vätern bei der Erziehung ihrer Kinder bei und hilf den heranwachsenden
Jugendlichen, dass sie ihr Leben auf das Fundament unseres Glaubens bauen.
Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch
Christus unseren Herrn. Amen.
Vater
unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein
Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigem. Und
führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Gegrüßet
seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter
den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria,
Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
Heilige
Mutter Gottes, bitte für uns. / Heiliger
Josef, bitte für uns.
Heiliger
Ulrich, bitte für uns. / Heilige Afra, bitte für uns.Heiliger Simpert, bitte für uns. / Heiliger Pfarrer von Ars, bitte für uns.
Heiliger Magnus, bitte für uns. / Heilige Creszentia, bitte für uns.
Heilige Schwester Faustina, bitte für uns. / Heiliger Konrad und heiliger Gebhard, bittet für uns.
Zweiter
Tag
Im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
dem Brief an die Epheser: Werdet stark durch die Kraft und
Macht des Herrn! Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen
des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch
und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die
Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen
Bereichs. Darum legt die Rüstung Gottes an, damit ihr am Tag des Unheils
standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen könnt. Seid also
standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und
als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor
allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse
des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das
ist das Wort Gottes. Hört nicht auf, zu beten und zu flehen! Betet jederzeit im
Geist; seid wachsam, harrt aus und bittet für alle Heiligen, auch für mich:
dass Gott mir das rechte Wort schenkt, wenn es darauf ankommt, mit Freimut das
Geheimnis des Evangeliums zu verkünden. (Eph 6,10-19)
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
923
wählte ihn der Domklerus zum Oberhirten des Bistums. Fünfzig Jahre sollte er
als Bischof der Kirche von Augsburg und als Reichsfürst in Treue dienen.
Heinrich I. (919 - 936) bestätigte die Wahl. Er fand in Ulrich einen
zuverlässigen Vasallen, der seine Pflichten als Lehensträger des Reiches ernst
nahm und auch ein offenes Wort nicht scheute. Mit König Otto I. (936
Gebet:
Himmlischer Vater, Du hast den hl. Ulrich in seiner Berufung als Bischof von
Augsburg stark gemacht. Wir danken Dir, Vater, dass Du ihn deinem Volk wie ein
wegweisendes Licht als mutigen Bischof in schwerer Zeit gesandt hast. Hilf uns
Herr, in der gegenwärtigen Situation unseres Lebens und unserer Kirche, dem
Bösen zu widerstehen und uns für Dich und Deine heilige Kirche täglich neu zu
entscheiden und einzusetzen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl.
Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.
Schlussgebete
wie am 1. Tag.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
dem Buch Jesus Sirach:
Wer
den Herrn fürchtet, handelt so, und wer am Gesetz festhält, erlangt die
Weisheit. Sie geht ihm entgegen wie eine Mutter, wie eine junge Gattin nimmt
sie ihn auf. Sie nährt ihn mit dem Brot der Klugheit und tränkt ihn mit dem
Wasser der Einsicht. Er stützt sich auf sie und kommt nicht zu Fall, er
vertraut auf sie und wird nicht enttäuscht. Sie erhöht ihn über seine
Gefährten, sie öffnet ihm den Mund in der Versammlung. Sie lässt ihn Jubel und
Freude finden, unvergänglicher Ruhm wird sie ihm verleihen. (Sir 15, 1-6)
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
Er
ritt mit seinem Aufgebot gegen Regensburg, um die in die Hände der Empörer gefallene
Stadt mit zu belagern. Inzwischen besetzten die Aufrührer das Hochstift
Augsburg. Ulrich wich bei seiner Rückkehr auf die Burg Schwabmünchen aus, die
er bis zu deren Entsetzung im Februar 954 verteidigte. Im Frühsommer des
gleichen Jahres wollte König Otto in der Gegend von Illertissen eine
kriegerische Entscheidung erzwingen. Vater und Sohn standen sich mit ihren
Gefolgsleuten an der mittleren Iller gegenüber, Blutvergießen schien
unvermeidbar. Da gelang es den Vermittlungsversuchen der Bischöfe Ulrich von
Augsburg und Hartbert von Chur, den verderblichen Zwist zu beenden. Um
Weihnachten 954 söhnten sich die streitenden Parteien aus.
Gebet:
Himmlischer Vater, der hl. Bischof Ulrich lebte seine Berufung trotz massiver
Widerstände in der Welt. Er hat von Dir das Licht der Erkenntnis empfangen, um
stets das Rechte zu erkennen und zu tun. Wir bitten Dich für alle
verantwortlichen Männer und Frauen in Kirche und Politik, dass sie sich vom
Heiligen Geist leiten lassen und Entscheidungen treffen, die Deinem Willen
entsprechen. Darum bitten wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich,
durch Christus unseren Herrn. Amen.
Schlussgebete
wie am 1. Tag.
Vierter
Tag
Im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
dem Evangelium nach Matthäus:
Darauf
sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich
selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben
retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
wird es gewinnen. Was nützt
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
Wenige
Monate später drohte größere Gefahr dem schwäbischen Land. Die Ungarn fielen
wieder in Bayern ein, verbrannten die Dörfer und Klöster und metzelten alles
nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Die Stadt Augsburg aber, durch die
Vorsorge Ulrichs mit einer Steinmauer
umgeben, leistete Widerstand. Hoch zu Ross, jedoch ohne Rüstung, nur bewehrt
mit der Stola, ermunterte der Bischof die Verteidiger, welche die wütenden
Angriffe der Reiterscharen am 8. und 9. August erfolgreich zurückweisen
konnten, bis das königliche Heer eintraf. Am Laurentiustag 955 fiel die
Entscheidung auf dem Lechfeld südlich von Augsburg. Die Ungarn wurden
vernichtend geschlagen, ihre Stoßkraft endgültig gebrochen. Der Sieg war teuer
erkauft; Ulrich, der sich an der Schlacht selbst nicht beteiligt hatte, verlor
in diesem Kampf seinen Bruder Dietpald und seinen Neffen Reginbald.
Gebet:
Himmlischer Vater, schau auf uns und lass das Licht Deines Erbarmens über uns
leuchten. Die Gottlosigkeit hat sich Immer mehr ausgebreitet und will die
Völker Dir — dem Quell der Wahrheit und des Lebens — entfremden. Sende Deinen
Heiligen Geist über die Welt, damit alle Menschen erkennen mögen, dass Du der
einzige, wahre und lebendige Gott bist. Stärke all jene, die um des Glaubens
willen Schmach und Verfolgung erleiden und gib ihnen die Gnade, das Kreuz zu
lieben und der täglichen Nachfolge nicht auszuweichen. Darum bitten wir Dich,
auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.
Schlussgebete
wie am 1. Tag.
Fünfter
Tag
Im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
dem Evangelium nach Markus:
Als
Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des
Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte
er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern
machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück
weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes;
sie waren Im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie
ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten
Jesus nach. (Mk 1,16-20)
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
Im
Waffenstreit bewährt, war Ulrich dennoch kein kriegerischer Bischof. Ef fühlte
sich In erster Linie als der Hirte, der Gott gegenüber für das Bistum
verantwortlich ist. In den Friedensjahren vor und nach dem Ungarneinfall
bemühte er sich vor allem um den Aufbau der Diözese. Er ordnete die
Wiederherstellung des durch Brand vernichteten Mariendoms an, ließ die
Johanneskirche südlich der Kathedrale errichten, in der er oft die Messe
feiert, und baute das zerstörte Gotteshaus, das St. Afra geweiht war, wieder
auf. In Wittislingen nahm er sich der Erweiterung der Pfarrkirche, bei der
seine Eltern ihr Grab gefunden hatten, an. Noch mehr aber lag Bischof Ulrich
das Wohl der ihm anvertrauten Geistlichen und der Menschen am Herzen. An der
Domschule sollte der Priesternachwuchs gediegener als bisher auf den
Hirtendienst vorbereitet werden.
Gebet:
Himmlischer Vater, Du Quelle aller Berufungen, Du hast den hl. Ulrich gesandt,
den Menschen in der Diözese Augsburg das Evangelium zu verkünden. Bestärkt
durch seinen apostolischen Auftrag und erfüllt vom Hl. Geist hat er diese
missionarische Sendung mit ganzem Herzen wahrgenommen und viele Menschen für
Dich begeistern und gewinnen können. Berufe auch In unseren Tagen Männer und
Frauen zum Dienst in Deine Kirche, auf dass sie die frohe Botschaft verkünden
und durch ihr Leben Zeugnis von Dir geben. Darum bitten wir Dich, auf die
Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn. Amen.
Schlussgebete
wie am 1. Tag.
Sechster
Tag
Im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
der Apostelgeschichte:
Denn
ich habe mich der Pflicht nicht entzogen, euch den ganzen Willen Gottes zu
verkünden. Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige
Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes
sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat. Ich weiß:
Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde
nicht schonen. Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit
ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen. Seid also wachsam und
denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter
Tränen jeden einzelnen zu ermahnen. Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem
Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der
Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen. (Apg 20, 27-32)
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
Durch
Visitationen und in Bistumssynoden, die er jährlich im Frühjahr und im Herbst
abhielt, wollte er den Klerus zum geistlichen Leben ermutigen. Persönlich scheute
er keine Mühe, um zu Pferd oder im Ochsenkarren, oft unter großen
Beschwernissen, die Gemeinden bis in die unwegsamen Täler des Allgäus hinein zu
besuchen. Besonderen Wert legte Ulrich auf die würdige Gestaltung der Liturgie.
Ausführlich schildert sein Biograph die Feier der Kartage und des Osterfestes.
Die Fußwaschung, die der Bischof am Gründonnerstag vornahm, bedeutete für ihn
mehr als nur eine Zeremonie. Er fühlte sich mit den Besitzlosen, den Bettlern
und Siechen verbunden. Täglich ließ er eine Anzahl von ihnen speisen, und seine
letzte geringe Habe vermachte er denen, die ohnmächtig der Willkür der Reichen
ausgeliefert waren.
Gebet:
Himmlischer Vater, in Deiner weisen Vorsehung führst Du die Kirche und teilst
in ihr die Dienste und Ämter zu. Wir bitten Dich für unsere Bischöfe, welche Du
zu Hirten Deiner Kirche berufen hast. Gib Ihnen wie dem hl. Ulrich die Kraft,
ihr Amt als Lehrer, Priester und Vorsteher treu zu verwalten. Darum bitten wir
Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn.
Amen.
Schlussgebete
wie am 1. Tag.
Siebter
Tag
Im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
dem Evangelium nach Matthäus:
Als
Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und
seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte:
Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die
Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden;
denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
Auch
den Klöstern widmete der Oberhirte seine Obsorge. Er kümmerte sich um den
Aufbau der durch Kriegswirren zerstörten Abteien und um die Beobachtung der
manchmal in Vergessenheit geratenen benediktinischen Ordensregel. Persönlich
bewahrte er zeitlebens das mönchische Ideal und wollte es in den Klöstern
seines Bistums gewahrt wissen. Mag König Otto die zwei Benediktinerabteien
Kempten und Ottobeuren nicht ohne politische Hintergedanken an Bischof Ulrich
übertragen haben, so wollte dieser selbst doch keine persönlichen Vorteile daraus
ziehen. Er verzichtete nach Wiederherstellung der Ordnung und Einsetzung
regeltreuer Vorsteher auf die weitere Leitung. Als Neugründung bestätigte er
968 das Kanonissenstift St. Stephan in Augsburg; die Stiftungsurkunde ist noch
erhalten.
Gebet:
Himmlischer Vater, Du mahnst alle Gläubigen, nach vollkommener Liebe zu
streben; viele berufst Du zur besonderen Nachfolge Deines Sohnes. Sieh gnädig
auf alle, die Du zum Leben im Ordensstand erwählt hast. Gib, dass ihr Leben ein
Zeichen Deines kommenden Reiches für die Kirche und die Welt ist. Darum bitten
wir Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren
Herrn. Amen.
Schlussgebete
wie am 1. Tag.
Achter
Tag
Im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
dem Evangelium nach Lukas:
Legt
euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf
die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm
öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet,
wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz
nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten
oder dritten Nachtwache und findet sie wach — selig sind sie. Bedenkt: Wenn der
Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er
verhindern, dass man in sein Haus
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
In
der Kindheit im Geist des heiligen Benedikt erzogen, wollte Ulrich auch, von
der bischöflichen Bürde befreit, im Mönchskleid Abschied von dieser Welt
nehmen. Auf seiner letzten Pilgerfahrt nach Rom (971) bat er Kaiser Otto um
Entlastung von der Hochstiftsverwaltung. Im folgenden Jahr lehnte die Synode
den Antrag Ulrichs ab, das bischöfliche Amt dem Neffen übertragen zu dürfen.
Weiter musste der Greis die Last der Verantwortung tragen. Bischof Ulrich starb
am 4. Juli 974. Das Grab bei der Afrakirche wurde bald zu einer Stätte für
zahlreiche Pilger.
Gebet:
Himmlischer Vater, Du hast uns nach Deinem Bild geschaffen und uns für das
ewige Leben bei Dir berufen. Hilf uns, wie Bischof Ulrich wachsam zu sein und
im Gebet zu bleiben. Wenn für uns die letzte Stunde des Lebens gekommen ist,
dann lass uns mit reumütigem Herzen und frei von Schuld aus dieser Welt
scheiden. Im Vertrauen auf Deine unerschöpfliche Barmherzigkeit bitten wir
Dich, auf die Fürsprache des hl. Bischofs Ulrich, durch Christus unseren Herrn.
Amen.
Schlussgebete
wie am 1. Tag.
Neunter
Tag
Im
Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Aus
dem Evangelium nach Lukas:
Danach
suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in
alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen:
Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der
Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe
mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und
keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als
erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der
Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch
zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet;
denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in
ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was
man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das
Reich Gottes ist euch nahe. (Lk 10,1-9)
Aus
dem Leben von Bischof Ulrich:
Weit
über die Grenzen des Bistums hinaus genoss St. Ulrich höchstes Ansehen; ob in
Sachsen oder in der Steiermark, ob in Goslar oder Straßburg, überall finden wir
Kirchen, Kapellen und Altäre, die ihm geweiht sind. Er galt als Helfer in
vielerlei Nöten. Bei Fieber, Augenkrankheiten, bei Hundebissen und vor
gefahrvollen Reisen erflehte der mittelalterliche und barocke Mensch die Hilfe
des Augsburger Bischofs Ulrich. Besonders vor Naturkatastrophen,
wie Überschwemmungen und Sturmfluten, sollte er Schutz gewähren. Deshalb
schmückten die Künstler die Ulrichsdarstellungen meistens mit einem Fisch,
einem Symbol, das in späterer Zeit nicht mehr verstanden und legendenhaft
umgedeutet wurde. Auch die Ulrichskreuze, seit der Mitte des 16. Jahrhunderts
vom Augsburger Benediktinerkloster verteilt, waren höchst begehrt. Vermag sich
der Christ unserer Tage vor den ihn bedrängenden Gefahren mit Medikamenten und
technischen Hilfsmitteln auch besser zu schützen als der Mensch vergangener
Jahrhunderte, so kann ihm St. Ulrich heute in einem tieferen Sinn Wegbegleiter,
Helfer und Fürsprecher im persönlichen Leben und Mittler bei Gott für die
pilgernde Kirche von Augsburg sein.
Schlussgebete
wie am 1. Tag.