Samstag, 26. November 2016

8. Anbetungsstunde


Andenken an des Herrn Tod

V: Gelobt und gepriesen sei ohne End,
A: Jesus Christus im heiligsten Sakrament.

V: Herr Jesus Christus, mit freudigem Dank gedenken wir jenes Tages, an dem Du uns dieses heilige Sakrament geschenkt hast. Am Gründonnerstag war un­sere Freude verhalten im Gedenken an Dein Leiden. Darum feiern wir heute mit Jubel und Dank die Ein­setzung dieses Sakramentes.
A: Lob und Dank sei Dir im heiligsten Sakrament.

V: Göttlicher Heiland, wie unbegreiflich viel hast Du uns geschenkt! Hier ist das Brot, von dem Du selber gesagt hast: «Das ist mein Leib für euch» (1 Kor 11 ,24). Hier ist der Trank, von dem Du gesprochen: «Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.»
A: Lob und Dank sei Dir im heiligsten Sakrament.

V: Zum Andenken Deines Opfertodes hast Du dieses Sakrament eingesetzt. Jedesmal, wenn Du als Hoher­priester in der Heiligen Messe durch den Mund des Priesters die Worte der Wandlung sprichst, wird Dein Fleisch und Blut als Opfergabe an den himmlischen Vater gegenwärtig auf dem Altar. Wir alle dürfen in geheimnisvoller Weise unter Deinem Kreuze stehen. Du selber teilst uns die Gnaden aus, die Du am Kreuz für uns verdient hast.
A: Lob und Dank sei Dir im heiligsten Sakrament.

V: Herr Jesus Christus, Du hast uns in diesem Sakrament das Andenken an Dein Leiden hinterlassen. Gib uns ein immer tieferes Verstehen des heiligen Messopfers, damit wir die Geheimnisse Deines Leibes und Blutes so vereh­ren, dass wir allezeit die Früchte Deiner Erlösung in uns erfahren. Der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A: Amen.

V: Gelobt und gepriesen sei ohne End,
A: Jesus Christus im heiligsten Sakrament.
V: Ehre sei ... A: Wie im Anfang ...

 

Ich bin bei euch alle Tage

V: Gelobt und gepriesen sei ohne End
A: Jesus Christus im heiligsten Sakrament.

V: Herr Jesus Christus, vor Deiner Himmelfahrt hast Du zu Deinen Jüngern gesagt: «Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt» (Mt 28,20). Wie wunderbar hast Du Dein Wort hier im Sakrament erfüllt! Mitten unter uns hast Du Dein Tabernaculum, Dein Zelt, errichtet.
A: Dank sei Dir, Herr, / im Sakrament Deiner Liebe.

V: Du bist bei uns: Nicht nur in Deiner göttlichen Allge­genwart, wie Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist unsichtbar an allen Orten gegenwärtig bist; unter sicht­baren Zeichen wohnst Du hier bei uns.
A: Hier ist in Wahrheit Dein Tabernakel, Gottes Haus / und die Pforte des Himmels.

V: Du bist bei uns: Nicht nur in Deiner Gottheit; auch als Mensch, als unser Bruder und unser Freund, als unser Mittler und Erlöser bist Du hier.
A: Dank sei Dir, Herr Jesus, im Sakrament Deiner Liebe.

V: Herr Jesus Christus, Du hast uns in diesem Sakrament deine wunderbare Gegenwart geschenkt. Lass uns Dir von Herzen Dank sagen für Deine große Liebe. Gib uns, wir bitten Dich, einen festen Glauben an dieses Geheim­nis, eine tiefe Ehrfurcht vor Deiner Gegenwart und eine vertrauende Liebe zu Deinem Herzen, das hier für uns schlägt. Der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A:Amen.

V: Gelobt und gepriesen sei ohne End
A: Jesus Christus im heiligsten Sakrament. V: Ehre sei ... A: Wie im Anfang ...

 

Der hl. Peter Julian Eymard (1811 –1868), glühender Apostel der Heilige Eucharistie schreibt: Man teilt die Anbetungsstunde in vier Teile ein. Während jeder Viertelstunde ehrt man Unseren Herrn durch einen der vier Opferzwecke, nämlich: die Anbetung, die Danksagung, die Sühne und die Bitte.

Die Danksagung

1. Betet an und preist die unendliche Liebe Jesu zu euch in seinem Hl. Sakrament. Um euch auf dieser Erde des Exils und der Armseligkeit nicht als Waisen alleinzulassen, kommt er für euch persönlich vom Himmel herab, um euch Gesellschaft zu leisten und euch zu trösten. Dankt ihm dafür aus ganzem Herzen und mit all eueren Kräften; dankt ihm zusammen mit allen Heiligen.

 

2. Bewundert die Opfer, die er sich in seinem sakramentalen Zustand auferlegt: er verbirgt seine göttliche und leibliche Herrlichkeit, um euch nicht zu blenden; er verhüllt seine Majestät, damit ihr es wagt, euch ihm zu nähern und mit ihm zu reden wie ein Freund zu seinem Freund; er bindet seine Macht, um euch nicht zu erschrecken oder zu strafen; er zeigt euch im Sakrament nicht seine vollkommenen Tugenden, um nicht eure Schwachheit zu entmutigen; er zügelt sogar die Flamme seines Herzens und seiner Liebe zu euch, weil ihr seine Milde und Kraft nicht ertragen könntet; er lässt euch nur seine Güte schauen, die in den hl. Gestalten aufscheint, wie die Strahlen der Sonne durch einen dünnen Nebel durchscheinen. Wie gütig ist doch Jesus im Hl. Sakrament! Er empfängt euch zu jeder Stunde des Tages und der Nacht. Seine Liebe kennt keine Ruhe; er ist stets voll Sanftmut zu euch; er vergisst eure Sünden und Unvollkommenheiten, wenn ihr ihn besuchen kommt, und drückt euch nur seine Freude, seine Milde und seine Liebe aus. Durch euren Empfang möchte man glauben, dass er euer bedarf, um glücklich zu sein. Oh, danket also diesem guten Jesus aus ganzem Herzen! Dankt dem Vater, dass er euch seinen göttlichen Sohn gegeben hat; dankt dem Hl. Geist, dass er immer noch mitwirkt, und zwar für  euch persönlich, an der Ausdehnung seiner Menschwerdung durch den Dienst des Priesters auf dem Altar. Ladet den Himmel und die Erde, die Engel und die Menschen ein, euch beizustehen, um  ihm zu danken, ihn zu loben und zu preisen für soviel Liebe zu euch!


3. Betrachtet den sakramentalen Zustand, den Jesus aus Liebe zu euch auf sich genommen hat, und lasst euch erfüllen mit seinen Gefühlen und seinem Leben. In der Eucharistie ist Jesus so arm wie in Betlehem, ja noch ärmer, denn in Betlehem besaß er seine Mutter; hier hat er sie nicht; vom Himmel bringt er nur sich selbst mit seiner Liebe und seinen Gnaden mit; seht, wie gehorsam er in der göttlichen Hostie ist: prompt und gütig schenkt er sich jedem, der nach ihm verlangt, selbst seinen Feinden. Bewundert seine Demut!  Er steigt bis zur Grenze des Nichts herab, da er doch in sakramentaler Sicht eins ist mit den gewöhnlichen und unbeseelten Gestalten, die ihres Wesens beraubt sind und nur deswegen erhalten bleiben, weil sie vom Allmächtigen durch ein fortwährendes Wunder getragen werden. Seine Liebe zu uns macht ihn zum Gefangenen; sein Wille macht ihn zum Sklaven in seiner eucharistischen Zurückgezogenheit, die unser  Himmel auf Erden sein soll.

 
4. Vereinigt eure Danksagung mit jener der heiligsten Jungfrau nach der Menschwerdung und vor allem nach der hl. Kommunion. Mit ihr wiederholt vor Freude und Glück das Magnifikat eurer Dankbarkeit und Liebe; sprecht ohne Unterlass: "O Jesus in der Hostie, wie bist du so gut, liebend und liebenswürdig!"

Freitag, 25. November 2016

7. Anbetungstunde


Gruß an das Heiligste Herz Jesu

V: Heiligste Herz Jesu, du bist der nie versiegende, erfrischende Quell, der unvergängliches Leben spendet. Du bist die überreiche Schatzkammer der Gottheit, der brennende Herd der göttlichen Liebe.
A: Du bist meine Ruhestätte, meine sichere Zu­flucht. Liebenswürdiger Heiland, entzünde in meinem Herzen die glühende Liebe, die in Deinem lodert!

V: Gieße in mein Herz die reichen Gnaden, die Deinem Herzen entströmen! Dein Wille sei der meine. Der meine folge stets dem Dei­nen!
A: Dein heiliger Wille soll in Zukunft stets die Richtschnur für mein Wollen und Handeln sein. Amen.

 
Gelöbnis zum Heiligsten Herzen Jesu

V: Heiligstes Herz Jesu, in Demut vor Dir nie­dergeworfen, erneuern wir unsere Aufopfe­rung und beteuern den festen Vorsatz, dass wir durch Vermehrung unserer Liebe und Treue die Beleidigungen wiedergutmachen wollen, die von den Menschen Dir zugefügt werden.

V: Wir geloben: Je mehr man gegen die Wahrheiten unserer heiligen Religion lästert,
A: desto mehr wollen wir daran glauben, Herz Jesu, Du Sitz der ewigen Weisheit.

V: Je mehr der Unglaube sich bemüht, unsere Hoffnung auf Gott uns zu rauben,
A: desto mehr wollen wir auf Dich hoffen, Herz Jesu, Du einzige Hoffnung der Menschen.

V: Je mehr die Herzen den Beweisen Deiner göttlichen Liebe widerstehen,
A: desto mehr wollen wir Dich lieben, unend­lich liebenswürdiges Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine Gottheit verleugnet,
A: desto mehr wollen wir sie anbeten, Göttli­ches Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine Gebote übertritt,
A: desto mehr wollen wir sie halten, Heiligstes Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine heiligen Sakramente ver­achtet und vernachlässigt,
A: desto mehr wollen wir sie mit Liebe und Ehr­furcht empfangen, freigebigstes Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine anbetungswürdigsten Tugenden aus dem Herzen verbannt,
A: desto mehr wollen wir uns bemühen, sie aus­zuüben, Herz Jesu, Du Vorbild aller Tugen­den.

V: Je mehr die Hölle zum Verderben der Seelen sich anstrengt,
A: desto mehr wollen wir zu ihrem Heile bei­tragen, Herz Jesu, voll Eifer für das Heil der Seelen.

V: Je mehr die Sinneslust und der Stolz sich bemühen, die Selbstverleugnung und Berufstreue zu zerstören,
A: desto mehr wollen wir uns selbst überwinden und unsere Pflichten erfüllen, mit Schmach gesättigtes Herz Jesu.

V: Je mehr man Deine heilige Kirche befehdet,
A: desto mehr wollen wir uns bestreben, ihre Kinder zu sein, mit Domen gekröntes Herz Jesu.

V: Je mehr man den Heiligen Vater, Deinen Stellvertreter auf Erden, betrübt und ver­folgt,
A: desto mehr wollen wir ihn lieben und für ihn beten, o verwundetes Herz Jesu.

V: O Herz unseres Gottes, verleihe uns die Gna­de, dass wir Deine Apostel seien hier auf Er­den und Deine Krone werden in der ewigen Glückseligkeit. A: Amen.

 

Der hl. Peter Julian Eymard (1811 –1868), ein glühender Apostel der Heilige Eucharistie schreibt: ihr Anbeter, wollt ihr das Geheimnis des eucharistischen Gebetes kennenlernen? - Dann schaut durch dieses göttliche Prisma alle Wahrheiten und Tugenden der Religion. Die Hl. Eucharistie möge euer erster Ausgangspunkt sein - von der Sonne gehen alle Strahlen aus -, und so werdet ihr vom Herd allen Lichtes ausgehen.

Die Hl. Eucharistie ist der vergangene, gegenwärtige und zukünftige Jesus. Sie ist das Ziel der Liebe seines sterblichen Lebens; alle Geheimnisse sind in ihr verherrlicht, alle seine Tugenden finden sich in ihr in einer wunderbaren Weise.

Sie ist das königliche Geheimnis des Glaubens, wo alle Wahrheiten zusammenfließen wie die Flüsse in den Ozean.

Wenn man "Eucharistie" sagt, ist alles gesagt! Soll aber die Eucharistie alles überstrahlen, Muss man in ihr leben und sie zur königlichen Wissenschaft seines Geistes und zur erhabenen Liebe seines Herzens erheben. Dann wird sie zur edlen Leidenschaft unseres Lebens: das Leben des Menschen geht ganz in jener Leidenschaft auf, von der er beherrscht wird.

Es gibt nichts Einfacheres, als die Geburt Jesu im Stall mit seiner Ankunft auf dem Altar zu vergleichen; sein verborgenes Leben in Nazaret mit dem im Tabernakel, sein Lei-den in Jerusalem mit seiner Hingabe auf den Altären. Ist er nicht milde und demütig von Herzen in seinem sakramentalen Zustand, so wie er in seinem sterblichen Leben war? Ist er nicht ständig der gute Hirt, der göttliche Tröster, der Freund des Herzens?

Glücklich also jene Seele, die es versteht, Jesus in der göttlichen Eucharistie und alles in Jesus, der Hostie, zu finden!

* * *

Wenn auch die Liebe keine Methode kennt, wie der hl. Franz von Sales sagt, so ist es doch gut, einem natürlichen Weg zu folgen, um sich nicht zu verirren oder seine Zeit zu verlieren. Die vier Opferzwecke sind die natürlichste und beste Methode, die man befolgen soll, sei es das Gebet vorzubereiten, sei es dasselbe auszuführen.

Anbetungsmethode nach den vier Opferzwecken

Man teilt die Anbetungsstunde in vier Teile ein. Während jeder Viertelstunde ehrt man Unseren Herrn durch einen der vier Opferzwecke, nämlich: die Anbetung, die Danksagung, die Sühne und die Bitte.

Erste Viertelstunde: die Anbetung


1. Betet zuerst einmal Unseren Herrn in seinem göttlichen Sakrament an durch eine würdige äußere Haltung. Kniet gleich nieder, sobald ihr vor
Jesus in der anbetungswürdigen Hostie getreten seid. Verbeugt euch in tiefster Ehrfurcht und denkt dabei an die Weisen aus dem Morgenland, die sich niederwarfen und das göttliche Kind, das in armseligen Windeln gewickelt, in einer einfachen Krippe lag, anbeteten.
 
 
2. Nach diesem ersten, schweigsamen und spontanen Akt der Huldigung betet Unseren Herrn an durch einen äußeren Akt des Glaubens. Dieser Akt ist zur Sammlung der Sinne, des Herzens und des Geistes für die eucharistische Frömmigkeit äußerst hilfreich. Er öffnet euch Gottes Herz und seine Gnadenschätze; man Muss diesen Glaubensakt stets getreu, einfach und ehrfürchtig erwecken.
 
3. Hierauf opfert euch Jesus Christus mit eurem ganzen Sein auf, schenkt ihm einzeln alle Fähigkeiten eurer Seele: opfert ihm euren Verstand, um ihn immer besser zu erkennen; euer Herz, um ihn zu lieben; euren Willen, um ihm zu dienen; euren Leib mit seinen verschiedenen Sinnen, damit jeder Sinn ihn auf seine Weise verherrliche. Opfert ihm vor allem die Gabe eurer Gedanken mit dem Wunsch, dass die göttliche Eucharistie der königliche Gedanken eures Lebens sei; eure Gefühle, indem ihr Jesus den Herrn und Gott eures Herzens nennt; euren Willen, dass er kein anderes Gesetz oder anderes Ziel anstrebe als seinen Dienst, seine Liebe und seine Ehre; euer Gedächtnis, um euch stets nur an ihn zu erinnern und so nur aus ihm, durch ihn und für ihn zu leben.
4. Weil eure Anbetungen so unvollkommen sind, vereinigt sie mit den Anbetungen der heiligsten Jungfrau in Betlehem, in Nazaret und auf dem Kalvarienberg und später zu Füßen der Hl. Eucharistie; vereinigt sie mit allen gleichzeitig stattfindenden Anbetungen der hl. Kirche und allen frommen Seelen, die Unseren Herrn in diesem Augenblick anbeten; mit dem ganzen himmlischen Hofstaat, der ihn im Himmel verherrlicht. So wird eure Anbetung an der Heiligkeit und der Frucht ihrer Anbetungen teilhaben.


Maiandacht

  Marienandacht V          Allmächtiger Vater, wir preisen dich und danken dir, dass du Maria so wunderbar begnadet hast; sie ist die unve...