Freitag, 22. Januar 2016

Anbetung 4


Er gab sein Leben für uns

V: Herr Jesus Christus, Du bist der Gute Hirt. Du hast Dein Leben hingegeben für Deine Schafe. Um uns vor dem ewigen Tode zu retten, hast Du Dich selbst dem Vater dargebracht. Du hast unsere Sünden mit Deinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir der Sünde gestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch Deine Wunden wurden wir geheilt. Wir waren wie verirrte Schafe. Jetzt aber sind wir heimgekehrt zum Hirten unserer Seelen (nach i Petr 2,24.).
A: Dank sei Dir, Herr.
V: Als guter Hirt willst Du Deinen Schafen nahe sein. Du hast vor Deiner Himmelfahrt dem heiligen Petrus und seinen Nachfolgern die Sorge für Deine ganze Herde anvertraut. Du hast ihm Deinen Beistand versprochen bis ans Ende der Zeiten.
A: Du selber sorgst durch ihn für Deine Herde.
V: Aber Du wolltest auch selbst den Deinen spürbar nahe sein. Darum hast Du uns dieses Sakrament geschenkt. Ein Gedanke Deiner gottmenschlichen Liebe ist es gewesen. Du hast die Deinen, die in der Welt sind, geliebt bis an die Grenze des Möglichen. Nicht nur in Deiner göttlichen Allgegenwart, sondern auch in deinem Menschsein wolltest Du überall zugegen sein, wo Menschen leben, die an Dich glauben.
A: Dank sei Dir, Herr. Wir beten Dich an im Sakrament Deiner Liebe.
V: Der gute Hirt führt seine Schafe auf gute Weide. Du tust unbegreiflich mehr: Dein eigenes Fleisch und Blut gibst Du den Deinen zur Speise hin,
A: damit sie das Leben haben I und es in Fülle haben.
V: Du bist der Gute Hirt. Halleluja!

A: Du kennst die Deinen, / und die Deinen kennen Dich. Halleluja!

V: Wir danken Dir, Herr Jesus Christus, Du Guter Hirt, dass Du uns in unverdienter Gnade in Deine Herde berufen hast. Bewahre uns vor den Feinden, die immer wieder in Deine Herde einbrechen. Vor allem aber lass uns auch heute Deine Stimme hören, damit wir nicht in die Irre gehen, sondern in Dir das Leben finden. Der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
A: Amen. V: Ehre sei... A: Wie im Anfang...

Lass uns alle eins sein

V: Göttlicher Heiland, Guter Hirt, Du hast gesagt: Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Hürde sind. Führe auch sie herbei, lass sie auf Deine Stimme hören,
A: auf dass nur eine Herde sei I und nur ein Hirt.
V: Mit großem Vertrauen bringen wir dieses Gebet um Einheit vor Dich hier im heiligsten Sakrament. Du hast ja selbst in der feierlichen Stunde, in der Du uns dieses Sakrament geschenkt hast, zum Vater gebetet: „Lass alle eins sein. Wie du, Vater in mir bist und ich in Dir bin, so lass auch sie eins sein,
A: damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“.
V: Herr Jesus Christus, du hast uns das heiligste Sakrament als ein Band der Liebe und des Friedens hinterlassen und dabei so innig gebetet, dass alle eins seien. Leite durch deinen Heiligen Geist die an dich Glaubenden zu jener Einheit, die für die Welt ein Zeichen sein soll. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A: Amen. V: Ehre sein dem Vater… A: Wie im Anfang…

HL. Peter - Julian Eymard über die reale Gegenwart Jesu in der Eucharistie: Jesus Christus wurde der Welt durch ein doppeltes Zeugnis kundgetan: das eine, äußerliche, stammt von Johannes dem Täufer; das andere, persönliche, kommt von seinen eigenen Werken.

In der Eucharistie zeigt sich Jesus Christus der Welt auf die gleiche Weise: durch das Zeugnis der Kirche und durch sein eigenes. Das erstere ist die Grundlage des Glaubens, das zweite die Grundlage der Liebe.

Das Zeugnis der Kirche: Der Auftrag des Johannes bestand im Ankündigen und Hinweisen auf den Messias unter den Juden; er sagte ihnen: bereitet dem Herrn den Weg; es gibt unter euch einen, den ihr nicht kennt. Seht das Lamm Gottes. Nachdem er seine Sendung vollbracht hatte, ging der Stern des Vorläufers unter, und die Sonne ging auf.

Der Auftrag der Kirche ist jener des Johannes des Täufers: Jesus Christus kundtun und auf ihn hinzeigen, aber noch mehr, nämlich ihn zu schenken.

Diese Sendung ist ausgedehnter: sie erfasst die ganze Welt. Diese Sendung ist dauerhafter: sie erstreckt sich bis zum Ende der Jahrhunderte, weil Jesus Christus verschleiert bleibt bis zum Tag seiner Herrlichkeit beim letzten Gericht.

Diese Sendung ist herrlicher: sie verhilft der Liebe Jesu Christi zum Triumph.

Was die Eucharistie betrifft, so zeigt die Kirche Unseren Herrn im Hlst. Sakrament durch ihr Wort und ihren Glauben.

1. Die Kirche ist hier mit dem Evangelium, dem göttlichen Wort Jesu Christi, in der Hand. Sie erklärt uns mit gleicher Autorität wie Jesus Christus den Sinn der Einsetzungsworte: Das ist mein Leib, das ist mein Blut; tut dies zu meinem Gedächtnis!

Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche lehrt uns: dass durch die göttliche Kraft dieser sakramentalen Worte, in ihrem natürlichen und wörtlichen Sinn genommen, Jesus Christus wahrhaft, wirklich und wesenhaft im Hlst. Sakrament des Altars unter den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig ist.

Ferner, dass Jesus Christus kraft seiner Macht das Wesen von Brot und Wein in das Wesen seines Leibes und seines Blutes gewandelt hat und dass mit diesem unzertrennlich sei-ne Seele und seine Gottheit verbunden sind.

Dass das Wunder der Wesensverwandlung - das Wunder aller Wunder - durch das katholische Priestertum ständig fortgeführt wird, weil es mit denselben Vollmachten ausgestattet ist wie Jesus Christus kraft dieser Worte: Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Und seit dem ersten Abendmahl bis heute erhebt die hl. Kirche unablässig diese Stimme in die weite Welt: Unter euch steht einer, den ihr nicht kennt! Bereitet euch auf die Begegnung des Herrn vor, hier lebt das Lamm Gottes.

Die Apostel sprachen alle diese Sprache, die Kirchenlehrer vertraten die nämliche Lehre; seine Kinder besitzen denselben Glauben und dieselbe Liebe zum verborgenen Gott, zum Gott der Eucharistie.

Wie majestätisch ist doch diese Stimme des christlichen Volkes rund um den Tabernakel! Wie schön und rührend ist die Harmonie seiner Lobpreisungen und seiner Liebe!

Jeder will eine Opfergabe, ein Liebesgeschenk zu Füßen dieses göttlichen Königs herbeibringen: die einen bringen Gold, die anderen Myrrhe, alle aber Weihrauch. Jeder möchte im Hofstaat des eucharistischen Königs seinen Platz einnehmen. Selbst die Feinde der Kirche - die Schismatiker mit Ausnahme gewisser Sekten - glauben, veröffentlichen und beten die Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie an. Man muss wohl sehr blind sein, um die Sonne zu verneinen; sehr gottlos, um die Göttlichkeit Christi zu verwerfen; und sehr undankbar, um seine Liebe, die sich im Sakrament mitten unter den Menschen fortsetzt, zu verachten.
 

2. Die Kirche zeigt Jesus Christus im Hl. Sakrament nicht nur durch ihr Wort auf, sondern auch durch ihren praktischen Glauben.

Johannes, der Täufer, erkannte den Messias nicht früher, als er sich in Gegenwart des Volkes zu seinen Füßen warf; er weigert sich zuerst, ihn zu taufen, und hält sich für unwürdig, ihm die Schuhriemen zu lösen.

So gibt sich auch die Kirche nicht zufrieden, Jesus Christus zu predigen, sondern zeigt ihn und leistet ihm einen Kult der Anbetung.

a) Die Kirche betet den verborgenen Jesus Christus in der hl. Hostie an; sie huldigt ihm mit göttlichen Ehren, sie beugt das Knie, sie wirft sich vor dem Hlst. Sakrament nieder, wie es der himmlische Hofstaat vor dem Thron des Lammes tut.

Ob es sich um den Augenblick der Wandlung des Hlst. Sakramentes, um die Wegzehrung oder die im Tabernakel aufbewahrte hl. Hostie handelt, alle fallen instinktiv auf die Knie: der Hl. Vater und alle Priester, die Könige und ihre ganze Dienerschaft, alle katholischen Gläubigen auf der Welt. Er ist ihr König, ihr Gott, der erscheint oder vorübergeht. Ein unwiderstehlicher Beweis ist es, wenn man einen Heiligen vor dem Hlst. Sakrament sieht: man betet mit ihm an.

b) Die Kirche verehrt Jesus in der Hostie durch einen ihres Glaubens würdigen Kult. Die herrlichen Gotteshäuser sind ein Zeugnis dafür, ein Bedürfnis ihres Glaubens an das Hlst. Sakrament. Sie wollte keine Gräber bauen, sondern Gotteshäuser, einen Himmel auf Erden, einen Thron, wo ihr Erlöser seinen Ehrenplatz hat. Darin findet alles auf dem Altar seine Mitte, wie die Strahlen in ihrem Zentrum, die Diener in ihrem König.

Die Kirche überlässt niemand das Recht, den Kult ihres göttlichen Bräutigams zu bestimmen. Sie selbst regelt, ordnet und gebietet, geleitet von der Erhabenheit ihres Glaubens und durchdrungen von seiner Liebe kraft ihrer vollen Autorität, den Kult der Eucharistie bis in die kleinsten Einzelheiten; wenn es um Jesus Christus geht, ist alles groß, alles heilig und göttlich. Sie wünscht, dass alles, was an den Dingen am reinsten, in der Welt am kostbarsten, in der Gesellschaft am herrlichsten ist, dem königlichen Dienst für Jesus Christus dienen soll.

In ihrem Kult bezieht sich alles auf das Geheimnis der Liebe Jesu Christi, alles hat einen geistigen und himmlischen Sinn, alles hat eine Tugend und umschließt eine Gnade.

Wie erhebend ist doch die Einsamkeit und Stille unserer Gotteshäuser, wie sammeln sie die Seele! Wie lässt uns eine fromme Gruppe von Gläubigen, die sich vor der anbetungs-würdigen Hostie niedergeworfen haben, ausrufen: Hier ist mehr als Salomo, mehr als ein Engel! Es ist Jesus Christus, vor dem jedes Knie sich beugt: im Himmel, auf Erden und unter der Erde; ihm gebührt alle Liebe und Verherrlichung.

In der Gegenwart Jesu Christi im Hlst. Sakrament verblasst jede Größe wie die Sterne vor der Sonne, jede Heiligkeit demütigt sich und vergeht, so wie im Himmel sich alles verbeugt und singt, um die Majestät Gottes zu preisen, um den Triumph des geopferten Lammes zu feiern.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Maiandacht

  Marienandacht V          Allmächtiger Vater, wir preisen dich und danken dir, dass du Maria so wunderbar begnadet hast; sie ist die unve...