Donnerstag, 28. Januar 2016

5. Anbetung


Gebet vor dem Allerheiligsten Sakrament
O Jesus, mein Herr und Gott, ich glaube, dass Du im heiligsten Sakrament als Gott und Mensch, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut wahrhaft, wirklich und mit ganzem Wesen gegenwärtig bist. Meinen leiblichen Augen bist Du zwar verborgen, aber im Lichte des Glaubens schaue ich Dich mit den Augen des Geistes und erkenne unter der Gestalt des Brotes Deine göttliche Majestät und Herrlichkeit. - Stärke meinen Glauben, o Jesus!
Ich glaube und bekenne, dass Du in diesem Geheimnis derselbe bist, der von Ewigkeit zu Ewigkeit als einiger Gott lebt und regiert mit dem Vater und dem Heiligen Geiste; dass Du derselbe bist, der in der Fülle der Zeiten aus Liebe zu uns vom Himmel herabgekommen und Mensch geworden ist; dass Du derselbe bist, der um unseres Heiles willen am Kreuze gestorben, aus dem Grabe wieder auferstanden und glorreich in den Himmel aufgefahren ist und dereinst kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten. - Stärke meinen Glauben, o Jesus! Ich glaube, dass dieser Dein Leib wahrhaft eine Speise und Dein Blut wahrhaft ein Trank ist; dass Du mir diese himmlische Speise zur Nahrung meiner Seele und zum Unterpfand meiner künftigen Auferstehung bereitest. In diesem Glauben, o Jesus, beuge ich meine Knie und bete Dich in tiefster Demut an als meinen Herrn und Gott, als meinen Erlöser und Seligmacher. Möchten doch alle Menschen Dich erkennen und lieben, Dich preisen und anbeten, wie die Auserwählten des Himmels, die Dich im Glanze Deiner göttlichen Majestät schauen und nicht aufhören, Dich zu loben und zu verherrlichen. Amen.


O Jesus, Du lebst in der heiligen Eucharistie, aber du schweigst. Du willst vom Tabernakel aus den Menschen Deine Güte, Deine Barmherzigkeit nicht mehr durch Worte und Wunder zeigen wie in den Tagen Deines Erdenlebens. Du möchtest aber doch, dass die Menschen Deine Liebe fühlen. Darum biete ich mich Dir an. Bediene Dich aller Glieder meines Leibes, aller Fähigkeiten meiner Seele, lass durch mich geschehen, was Du auf Erden denen getan hast, die Du liebtest!

O Jesus, Du hast in Deiner Ölbergverlassenheit und Todesangst um Trost zum himmlischen Vater gebeten. Du weißt, es gibt Seelen, die auf Erden keine Stützen, keinen Tröster haben. Sende Ihnen einen Engel, der ihnen Freude bringt!

O Jesus, Du wünschest Menschen, die von Deiner Liebe sprechen, die den Armen, Ausgestoßenen sagen, dass sie nicht verloren sind, den Mutlosen, dass sie einen Vater haben.

O Jesus, nimm mich dazu! Und damit nicht etwa Eitelkeit verderbe, was nur von Dir kommt, mache, dass ich, ohne es selbst zu wissen, Worte und Beweise der Kraft, der Liebe, des Wohlwollens und Verzeihens gebe! Jeder Tag soll mir als verloren gelten, an dem ich nicht von Deiner Güte Zeugnis gebe.

O Jesus, der Du so geduldig warst, so bereit, immer wieder die gleichen Lehren zu geben, mache mich geduldig im Anhören, geduldig im Helfen, mache mich stark, damit ich ein freundliches Wesen zeige, auch wenn mir ein Mensch lästig wird! Und wenn ich so schwach bin, meine Müdigkeit, meine Langeweile und Ungeduld zu verraten, dann gib, dass ich dies rasch durch ein liebevolles Wort wieder ausgleiche!

O Jesus, der Du mit unendlicher Zartheit auf die Gelegenheit, Gutes zu tun, gewartet hast, gib mir, dass ich die Leiden errate, die die Schüchternheit und Furcht verbergen! Gib mir, dass ich mutig helfe! Gib mir Zartgefühl, damit ich nicht verletze, sondern Öl gieße auf alle Wunden.

O Jesus, du suchst treue Ausspender für Deine Schätze und Deine Freuden. Gib mir viel, damit ich vielen gebe! Nimm meine Hände zum Heilen und Almosen verteilen: sie sollen für alle arbeiten, allen zu Hilfe kommen! Lass mich nie vergessen, dass ich zum Dienen auf Erden bin, wie Du es warst!

O Jesus, der Du die Seelen so innig liebst, dem nur die Seele etwas gilt, mag die äußere Form schön oder abstoßend, der Charakter sanft oder reizbar sein, gib, dass auch ich in meinen Begegnungen mit den Menschen nur die Seelen sehe und die Seelen suche und liebe, für die Du am Kreuze gestorben bist! Amen.

Um die Sieben Gaben des Heiligen Geistes
Komm, Heiliger Geist, Du Geist der Weis­heit! Belehre unsere Herzen, damit wir unser letztes Ziel und Ende immer vor Augen ha­ben, die himmlischen Güter allen irdischen vorziehen und den Weg erkennen, der zum ewigen Leben führt.
A: Gegrüßet seist Du, Maria ...

Komm, Heiliger Geist, Du Geist des Ver­standes! Erleuchte uns, auf dass wir die Ge­heimnisse des Heiles recht verstehen, im Lichte des heiligen Glaubens wandeln und in allen Verhältnissen des Lebens die Hand der Vorsehung erkennen.
A: Gegrüßet seist Du, Maria ...

Komm, Heiliger Geist, Du Geist des Rates! Stehe uns gnädig bei in allen Schwierigkei­ten und Zweifeln. Lass uns erkennen, was Dir zur Ehre und uns zum Heile gereicht. Be­wahre uns vor Irrwegen und leite uns sicher auf den rechten Pfad Deiner Gebote.
A: Gegrüßet seist Du, Maria ...

Komm, Heiliger Geist, Du Geist der Stärke! Gib unserem schwachen Willen Kraft in den Versuchungen und Leiden dieses Lebens. Lass uns alle Menschfurcht ablegen, den Glauben mutig bekennen, in der Trübsal ge­duldig ausharren und den Nachstellungen des Teufels standhaft widerstehen.
A: Gegrüßet seist Du, Maria ...

Komm, Heiliger Geist, Du Geist der Wis­senschaft! Lehre uns in den Wunderwerken der Schöpfung Deine Allmacht, Weisheit und Liebe erkennen und Dich preisen, den Anfang und das Ende aller Dinge. Schreibe Dein Gesetz uns tief ins Herz hinein, auf dass wir unser Leben in Wort und Tat nach den Mahnungen und Warnungen des Gewissens einrichten.
A: Gegrüßet seist Du, Maria ...

Komm, Heiliger Geist, Du Geist der Fröm­migkeit! Gib uns die Gesinnung kindlicher Hingabe und herzlichen Vertrauens zu Gort, unserem Vater. Wecke in uns wahre Groß­mut in Deinem Geiste. Lass uns vor keinem Opfer zurückschrecken.
A: Gegrüßet seist Du, Maria ...

Komm, Heiliger Geist, Du Geist der Furcht des Herrn! Durchdringe unsere Herzen mit heiliger Ehrfurcht, die der Anfang der Weis­heit ist.
A: Gegrüßet seist Du, Maria

Der hl. Peter Julian Eymard (1811 –1868),ein glühender Apostel der Heilige Eucharistie schreibt: „Gegenstand der eucharistischen Anbetung ist die göttliche Person Unseres Herrn Jesus Christus, der im Altarssakramente gegenwärtig ist.
Dort lebt er und will, dass wir mit ihm sprechen, und er wird zu uns sprechen.
Jeder kann mit Unserem Herrn sprechen. Ist er nicht da für alle? Ruft er uns nicht zu: "Kommet alle zu mir"?
Diese Zwiesprache, welche sich zwischen dem Menschen und Unserem Herrn abwickelt, das ist die wahre Betrachtung und Anbetung.
Jeder hat dafür seine Gnade.
Die Betrachtung bedeutet eine fromme und praktische Überlegung zu einem christlichen Gedanken.
Man kann darin auch die Verinnerlichung des Wortes Gottes, einer Gnade oder empfangenen Wohltat sehen.
Jeder ist zur Betrachtung fähig: dazu braucht es nur den guten Willen; denn ob man über den einen oder den anderen Gegenstand betrachtet, die Arbeit des Geistes ist die gleiche. Alles hängt von der Gewöhnung ab.
Damit jedoch allen die Betrachtung gelingt, Muss man sie gemäß der Gnade und in der gerade bestehenden Verfassung halten. Weil man seinem Geist oder der eben erhaltenen Gnade Gewalt antut, deshalb kann man nicht betrachten. Die Seele braucht ihre besondere Gnade genauso wie der Leib.
Um der Betrachtung einen natürlichen Verlauf zu ermöglichen, Muss der Geist den Anfang machen, hernach soll das Herz lieben, und der Wille schließlich ans Werk gehen.
Der hl. Augustinus erklärt diese Wahrheit anhand eines passenden Vergleiches mit der Arbeit einer Stickerin: die Nadel sticht durch das Gewebe: so dringt der Geist in den Betrachtungsgegenstand ein; - der Faden folgt der Nadel: das ist die Zuneigung des Herzens; man liebt nur das, was man kennt. Schließlich bildet der Faden eine endgültige Zeichnung: das ist die praktische Seite des Gebetes: in unsere Seele eine Eigenschaft oder eine Tugend Unseres Herrn hineinsticken.
Zur Verinnerlichung einer Glaubenswahrheit oder Tugend braucht unsere Seele eine gewisse Zeit; nur behutsam voranschreitenden Seelen gelingt es, in einer Sache Meister zu werden. Das Eisen rötet sich nicht sofort durch das Feuer. Und es ist sicher, dass man an einer Wahrheit umso mehr Schönheiten entdeckt, je tiefer man darin eindringt.
Es ist eine absolute Regel, dass der Geist in der Erforschung einer Wahrheit vom Bekannten zum Unbekannten vorwärtsschreitet. Solange also eine Seele in einer Wahrheit neue Nahrung findet, geht sie davon nicht ab! Die beste Nahrung ist jene, die man am leichtesten verdaut.
Man soll nicht glauben, dass man damit seine Zeit verschwendet: alle Tugenden sind genau wie alle Wahrheiten Schwestern; der kleinste Strahl führt zur ganzen Sonne und spiegelt sie uns wider.“
 

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