V Herr Jesus Christus, du hast uns dieses heilige
Sakrament anvertraut. Du schenkst uns Gemeinschaft mit dir, wenn wir uns
versammeln als deine Brüder und Schwestern. So dürfen wir sicher sein, dass du
in unserer Mitte bist.
A Denn wo zwei
oder drei in deinem Namen versammelt sind, da bist du mitten unter ihnen.
V Herr Jesus Christus, du hast uns dieses heilige
Sakrament anvertraut. Hier verkünden wir die frohe Botschaft von deinem Leben.
Hier verkünden wir die frohe Botschaft von deinem heilbringenden Sterben. Du
bist uns nahe in deinem Wort.
A Deine Worte
sind uns heiliges Vermächtnis: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird;
das ist mein Blut, das für euch vergossen wird.
V Herr Jesus Christus, du hast uns dieses heilige
Sakrament anvertraut. Hier empfangen wir das Brot des Lebens und den Kelch des
Heiles. Du bist unsere Speise, du bist unser Trank. Du lässt uns eins werden
mit dir und untereinander. So lebst du in uns, und wir leben in dir.
A Lass alle
eins werden durch dich im Heiligen Geist.
V Herr Jesus Christus, du hast uns dieses heilige
Sakrament anvertraut. Hilf uns, dein Wort ernst zu nehmen: Wenn du deine
Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas
gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne
dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
A Herr, vergib
uns und mach uns bereit, selbst zu vergeben.
V Herr Jesus Christus, was uns fehlt an Glauben und
Liebe, das ergänze du mit der heilbringenden Kraft deines Opfertodes.
A Deinen Tod, o
Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in
Herrlichkeit.Nach orientalischem Brauch lagen Jesus und seine Apostel zum Teil auf Sofas, die rund um den Tisch aufgestellt waren. Das ist eine würdige Ruhestellung und entspricht dem Festmahl der Eucharistie, dem Hochzeitsmahl des Sohnes Gottes mit der Menschheit; zum Unterschied vom Essen des Paschamahles, das stehend, in voller Eile, die Lenden umgürtet, Sandalen an den Füßen und mit dem Reisestab in der Hand, geschehen musste.
Hier isst man in Ruhe, denn es ist
nicht mehr der Vorübergang des Herrn, der gefeiert wird, sondern es wird seine
bleibende Wohnung eingeweiht, die Besitzergreifung seines Königtums; das muss
in Frieden geschehen.
Und Jesus nimmt Brot, um es zu
verwandeln; dieses Weizenbrot ohne Sauerteig, das mit so viel Feierlichkeit
angekündigt worden war und zum größten Wunder des Erlösers dienen wird, wird
also die Materie des Sakramentes der Eucharistie bleiben. O Wunder!
* * *
3. Zeitlosigkeit
Die Eucharistie ist ein immerwährendes Geschenk,
das Jesus Christus der Welt gemacht hat; seine Liebe selbst erbittet dies,
seine Ehre erfordert es.
a) Die Liebe hat zwei Feinde: die
Abwesenheit und den Tod; sie ist vergleichbar mit einer Flamme ohne Herd.
Nichts widersteht
dieser Probe. Das wusste Unser Herr.
Auch sein Gedächtnis ist das Zeichen und die bezeichnete Wirklichkeit; es ist
er selbst, zwar ohne Zweifel verschleiert, aber trotzdem voll des Lebens, der
Gnade und Liebe, so wie er im Himmel ist. Oh! Wie spürt das Herz des Christen
mit lebendigem Glauben die Gegenwart seines Gottes beim Anblick der
anbetungswürdigen Hostie! Wer keinen oder nur einen schwachen Glauben hat,
bleibt empfindungslos. Ein Toter spürt das Feuer nicht.
Die Liebe will auch die Gleichheit. Soll
Jesus Christus nicht allen Menschen das geben, was er einigen gegeben hat?
Die Eucharistie ist sein Testament.
Sein Herz soll keines seiner Kinder, die alle durch das Kreuz zum Leben
erstanden sind, enterben.
Hat er nicht mit beschwörenden Worten
gesagt: "Wenn ihr mein Fleisch nicht
esst und mein Blut nicht trinkt, werdet ihr das Leben nicht in euch haben".
Er muss uns also dieses Brot des Lebens geben, damit es den Keim der herrlichen
Auferstehung in uns lege.
b) Auch seine Herrlichkeit fordert,
dass dies so ist. Ein König verweilt in Person bei seinen Untertanen, ein Vater
inmitten seiner Kinder. Wenn Satan das Kommando über die Armeen des Bösen in
die Hand nimmt, muss dann nicht Jesus Christus der Anführer der Armeen des
Guten auf der Erde sein?
Ja, die Eucharistie ist seine Residenz
des Kampfes. Sie bildet das Waffenlager der Christen, von wo sie die Waffen
erhalten, die übernatürlichen Kräfte, um den Fürsten die-sehr Welt zu verjagen
und den Triumph des göttlichen Friedens zu sichern.
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