Donnerstag, 29. Juni 2017

Andacht APOSTEL PETRUS UND PAULUS


APOSTEL PETRUS UND PAULUS


Du bist Christus, Gottes Sohn


V: Herr Jesus Christus, inmitten Deiner Kirche bist Du hier gegenwärtig im heiligsten Sakrament. Mit frohem Herzen kommen wir am Fest Deiner Apostel Petrus und Paulus zu Dir. Sie haben am heutigen Tag ihren Glauben an Dich mit ihrem Blut besiegelt. Wir beten Dich an und bekennen mit ihnen:
A: Du bist der Messias, I der Sohn des lebendigen Gottes (Mt 16,16).

V: Zwar dürfen wir Deine menschliche Gestalt noch nicht schauen, noch Deine Wunder miterleben. Doch mit dem gleichen Glauben beten wir Dich an:
A: Christus, unser Gott, I hochgelobt in Ewigkeit.

V: Als Gott und Mensch bist Du hier gegenwärtig ­Derselbe, der einst mit den Aposteln durch die Lande zog. Nur bist Du verborgen unter den sakramentalen Gestalten. Dies Geheimnis ist groß. Wer kann es fassen? Aber wie Deinem Apostel Petrus soll uns Dein Wort genügen:
A: Herr, I zu wem sollten wir gehen? I Du hast Worte des ewigen Lebens. I Wir glauben und wissen: I Du bist Christus, I Gottes Sohn.

V: Dieser Glaube an Dich, Herr, ist nicht unser Verdienst, er ist ein Geschenk Deines himmlischen Vaters, er ist Gnade. So hast Du zu Petrus gesagt, als er als Erster die­sen Glauben bekannte:
A: Nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, / son­dern mein Vater im Himmel (Mt 16,17).

V: Auch uns ist diese Gnade unverdient zuteilgeworden. Als wir in der Taufe zum neuen Leben in Deiner Kirche wiedergeboren wurden, da wurde uns mit der Hoffnung und der Liebe auch der Glaube geschenkt, der uns befä­higt, Dein Wort zu unsrem Heil anzunehmen.
A: Dank sei Dir, / Herr, himmlischer Vater. / Du hast uns gegeben, / am Erbe Deiner Heiligen im Licht teilzuneh­men. / Du hast uns aus der Gewalt der Finsternis entris­sen / und uns versetzt in das Reich Deines Sohnes.

V: Bittet für uns, ihr heiligen Apostelfürsten.
A: Auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

V: Gott, himmlischer Vater, Du hast den heutigen Tag durch das Blutzeugnis Deiner Apostel Petrus und Paulus geheiligt. Lass uns in Treue den gleichen Glauben an Deinen Sohn Jesus Christus bekennen, für den sie das Leben eingesetzt haben. Durch ihn, Christus, unsern Herrn.
A: Amen. V: Ehre sei ... A: Wie im Anfang ...

 
Du bist Petrus  

V: Herr und Meister, Du bist hier im Sakrament Deiner Liebe gegenwärtig. Aber Du schweigst. Du bist vor unseren Augen verhüllt unter den sakramentalen Zeichen. Darum hast Du Menschen erwählt, die Deine Stelle unter uns vertreten, die in Deinem Namen zu uns sprechen. Vor allen andern hast Du Petrus berufen. Nach dem Bekenntnis seines Glaubens hast Du ihn zum Fundament Deiner Kirche gemacht:
A: Du bist Petrus, / und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, / und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. / Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; / was du auf Erden binden wirst, / das wird auch im Himmel gebunden sein, / und was du auf Erden lösen wirst, / das wird auch im Himmel gelöst sein (Mt 16,18 f).

V: Ihm hast Du vor Deiner Himmelfahrt die Sorge über Deine Herde übertragen mit den Worten:
A: Weide meine Lämmer, / weide meine Schafe (Joh 21,15ff.)!

V: Herr Jesus Christus, Du hast den heiligen Petrus zu Deinem Stellvertreter auf Erden eingesetzt; schenke auf seine Fürsprache seinem Nachfolger, unserm Heiligen Vater ... , den gleichen starken Glauben, damit auch er seine Brüder im Glauben stärken kann. Gib seinem Herzen eine gleich große Liebe zu Dir und zu den Menschen, die Du mit Deinem kostbaren Blute erlöst hast; schütze ihn vor den Nachstellungen seiner Feinde und mache ihn würdig, Deine Stelle unter uns zu vertre­ten. Uns aber gib die Gnade der Treue zu Deiner Kirche, dass wir Dich in ihm sehen und Dich in ihm lieben und Deine Stimme aus seinen Worten zu hören wissen. Der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
A: Amen. V: Ehre sei ... A: Wie im Anfang ...

 
Paulus, Werkzeug der Auserwählung 

V: Göttlicher Heiland, einst bist Du selbst als der Ge­sandte des Vaters über die Erde gegangen, um die Frohe Botschaft zu verkünden. Hier im heiligsten Sakrament bist Du wie ein Gefangener, ein Gefangener Deiner Lie­be. Darum sendest Du Boten, die in Deinem Namen zu den Menschen sprechen sollen.
A: Wie Dich der Vater gesandt hat, hast Du sie gesandt.

V: Wir gedenken am heutigen Tage eines Deiner größten Boten: des Völkerapostels Paulus. Er hat mehr gearbeitet als viele andere, doch nicht er, sondern Deine Gnade mit ihm. Ein auserwähltes Werkzeug ist er Dir gewesen.
A: Er sollte Deinen Namen tragen vor die Heiden / und vor die Kinder Israels.

V: In alle Welt dringt weit hinaus sein Ruf,
A: Bis an der Erde Grenzen seine Predigt.

V: Herr Jesus Christus, Du hast Dich einst dem Saulus, der Dich verfolgte, in wunderbarer Weise offenbart. Du hast ihn zum Apostel berufen. Er sollte den Heiden Deine Frohe Botschaft verkünden. Schenke Deiner Kirche auf seine Fürsprache auch heute Apostel, die erfasst sind von Deiner Liebe, die mit Freimut das Wort der Wahrheit ver­künden. Und gib ihren Mühen Deinen Segen, damit Dein Reich wachse in aller Welt. Denen aber, die Dich in Deiner Kirche verfolgen, gib auf seine Bitten die Gnade der Erkenntnis und Bekehrung. Der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.
 

Stärke unseren Papst 

V: Herr Jesus Christus, Du hast Deine Kirche auf Petrus gegründet, den Du zum Felsen berufen und gemacht hast. Durch die Predigt des Völkerapostels Paulus hast Du die Heiden ihr zugeführt. Im Vertrauen auf ihre Fürbitte bit­ten wir für die Kirche in unseren Tagen:
Schütze und leite sie in all den Wirrnissen unserer Zeit:
A: Wir bitten Dich, erhöre uns.
V: Erleuchte und stärke unsern Papst...,
A: Schenke uns würdige und fähige Bischöfe und Pries­ter,
V: Erhalte uns selbst trotz allem menschlichen Un­genügen im Glauben und in der Liebe zu Deiner Kirche,
A: Weise allen Suchenden den Weg zur Einheit in Dir,
V: So vollende das Werk Deiner Gnade, das Du begon­nen, damit Dir die Ehre sei in Deiner Kirche in Ewigkeit. A: Amen. V: Ehre sei ... A: Wie im Anfang.

Freitag, 23. Juni 2017

Herz Jesu Andacht


WAS KANN UNS LOSREISSEN VON DEINER LIEBE

V         Gelobt und angebetet sei jederzeit das Herz Jesu im Allerheiligsten Sakrament in aller Welt

A         bis zur Vollendung der Zeiten. Amen.

V         Herr Jesus Christus, in dir ist die Liebe Gottes zu uns gekommen. In deinem Herzen hat sie ihr innerstes Heiligtum in dieser Welt. Mit dem Blut deines Herzens hast du uns erkauft aus der Knechtschaft des Bösen. Das Wasser der Taufe, aus dem wir wiedergeboren wurden zum göttlichen Leben, hat seine Kraft aus dem Blut und dem Wasser, die deinem geöffneten Herzen entströmt sind. Dir sind wir zu Eigen geworden. Dir verdanken wir alles. Du allein bist unser Heil.

A          Dank sei dir, Herr.

V          Was kann uns losreißen von deiner Liebe? Etwa Trübsal oder Bedrängnis? Verfolgung oder Hunger? Not und Gefahr oder Schwert? A Wir sind überzeugt: Weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Niederes, noch irgendein Geschöpf wird uns scheiden von der Liebe Gottes, die da ist in dir, Herr Jesus Christus.

V          Herz Jesu, brennend von Liebe zu uns,

A          entzünde unsere Herzen in Liebe zu dir.

V         Gott, himmlischer Vater, du hast uns deine Liebe geschenkt im Herzen deines Sohnes. Lass uns in dieser Liebe geborgen sein. Lass uns durch keine Macht der Welt jemals losgerissen werden von ihm: Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott in alle Ewigkeit.         A          Amen.

BILDE UNSERE HERZEN NACH DEINEM HERZEN

V         Herr Jesus Christus, du hast gesagt: Lernt von mir, denn ich bin gütig und demütig von Herzen. Mit Vertrauen kommen wir zu dir. Wir können ja nichts ohne deine Gna­de. Du bist es, der in uns das Wollen und das Vollbringen bewirkt. Darum bitten wir dich:

A         Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         In unbegreiflicher Herablassung und Liebe bist du, Sohn des ewigen Vaters, zu uns Menschen gekommen. Du hast Knechtsgestalt angenommen und bist uns Men­schen in allem außer der Sünde gleich geworden, um uns in allem Vorbild zu sein.

A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Aus Liebe zu uns hast du ein Leben der Armut und der Arbeit gewählt. Du wolltest es nicht besser haben als der Letzte von uns.

A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Du hast ein Herz gehabt für alle menschliche Not: Arme und Kranke, Verzagte und Sünder hast du in erbar­mender Liebe aufgenommen.

A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V          Die ganze Größe deiner Güte aber hast du uns kundgetan in deinem Leiden. Um uns ein Beispiel zu gegeben, hast du deinen Jüngern die Füße gewaschen.

A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Bis zum letzten Tropfen deines Blutes hast du alles für uns dahingegeben. Du hast es geschehen lassen, dass ein Soldat dein Herz mit einer Lanze öffnete.

A         Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Bis an die Grenze des Möglichen bist du hier gegangen im Sakrament deiner Liebe, wo du in unbegreif­licher Herablassung dich hüllst in leblose Gestalten, wo du Tag für Tag dein Kreuzesopfer unter uns gegenwärtig werden lässt, wo du uns selber in der Kommunion die Gnaden deiner Erlösung bringst.

A          Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Herr Jesus Christus, deine eigene Liebe hast du zum Maß und Ziel unserer Liebe untereinander gemacht: Ein neues Gesetz gebe ich euch: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Daran sollen alle erkennen, dass wir deine Jünger sind, wenn wir einander lieben.

A            Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         Nach diesem Gesetz wirst du uns einmal richten. Dass wir dann vor deinem Richterstuhl bestehen können, wir bitten dich:

A           Jesus, gütig und demütig von Herzen, bilde unser Herz nach deinem Herzen.

V         So lass uns denn einmal eingehen in das ewige Reich deiner Liebe, wo dir die Ehre sein wird mit dem Vater und dem Heiligen Geist in alle Ewigkeit. A     Amen.

WEIHE DER MENSCHHEIT AN DAS HEILIGSTE HERZ JESU

Das Weihegebet des Menschengeschlechtes an Christus, den König, erhält einen Teilablass.

V         Liebreichster Jesus, Erlöser des Menschenge­schlechtes, in Demut knien wir vor deinem Altar und bitten dich, blicke gnädig auf uns hernieder.

A          Dein sind wir, dein wollen wir bleiben.

V          Damit wir aber noch inniger mit dir verbunden werden, siehe, darum weiht sich heute ein jeder von uns freudig deinem heiligsten Herzen. Viele haben dich nie­mals erkannt, viele verachten deine Gebote und lehnen dich ab.

A          Erbarme dich ihrer aller, 0 gütiger Jesus, und ziehe alle an dein heiligstes Herz.

V         Herrsche du, 0 Herr, als König nicht nur über die Gläubigen, die nie von dir gewichen sind, sondern auch über die verlorenen Söhne, die dich verlassen haben.

A          Gib, dass sie bald in das Vaterhaus zurückkehren, damit sie nicht vor Elend und Hunger zugrunde gehen.

V Herrsche als König über jene, die durch Irrlehren getäuscht oder durch Spaltung von dir getrennt sind. Rufe sie zurück zum sicheren Hort der Wahrheit und zur Einheit im Glauben.

A          Gib, dass bald eine Herde und ein Hirt werde.

V          Verleihe, 0 Herr, deiner Kirche Wohlfahrt, Sicherheit und Freiheit. Schenke allen Völkern Ruhe und Ordnung. Gib, dass von einem Ende der Erde bis zum anderen der gleiche Ruf erschalle:

A          Lob sei dem göttlichen Herzen, der Quelle unseres Heils! Ihm sei Ruhm und Ehre in Ewigkeit! Amen.

SÜHNEGEBET

Den Gläubigen, die dieses Gebet gemeinsam (öffentlich) am Herz-Jesu-Fest verrichten, wird ein vollkommener Ablass ge­währt.

V         Liebreicher Jesus, deine große Liebe wendet sich uns Menschen zu. Als Antwort aber findet sie großen Un­dank. Sie wird vergessen, verschmäht und verachtet. Schau voll Huld auf uns herab. Vor deinem Altar wollen wir die sträfliche Kälte der Menschen und alles Unrecht, mit dem sie dein gütiges Herz überhäufen, durch eine besondere Huldigung sühnen.

A          Voll Schmerz müssen wir bekennen, dass wir uns selbst mit solcher Schmach befleckten. So flehen wir vor allem für uns um dein Erbarmen.


V          Doch nicht nur für unsere eigenen Sünden wollen wir Sühne leisten,
wir wollen es auch tun für die anderen:
A          Für die Verirrten, die den Weg des Heils verloren, die dir als dem Hirten und Führer zu folgen verschmähten, die im Unglauben verstockt sind, die das Taufgelöbnis mit Füßen treten und das milde Joch deines Gesetzes abge­schüttelt haben. All diese beklagenswerten Frevel möchten wir sühnen.
V          Lass uns, Herr, wiedergutmachen, was maßlos und schamlos ist in Kleidung und Lebenshaltung, denn so werden unschuldige Seelen heimtückisch ins Verderben gelockt. Lass uns sühnen die entheiligten Feiertage, die Schmähungen gegen dich und deine Heiligen, die Be­schimpfungen deines Stellvertreters und des Priesterstan­des, die Kälte und den schrecklichen Gottesraub derer, die selbst das Sakrament der göttlichen Liebe entweihen, und endlich die öffentliche Schuld der Völker, die sich den Rechten und Lehren deiner Kirche feindselig entgegenstel­len. Wir müssten bereit sein, diese Schuld mit unserem Blut zu tilgen.
A          Damit die verletzte Gottesordnung wiederherge­stellt wird, vereinigen wir uns mit deiner Sühne. Du brach­test sie am Kreuz deinem Vater dar und leistest sie immer noch Tag für Tag auf den Altären. Wir vereinen uns auch mit der Sühne deiner jungfräulichen Mutter, der Heiligen und derer, die sich dir ganz geopfert haben.
V          Wir geloben von Herzen: Mit deiner Gnade wol­len wir wiedergutmachen, was wir und andere durch Miss­achtung deiner großen Liebe gesündigt haben.
A          Wir wollen fest stehen im Glauben, lauter bleiben im Wandel, nach deinem Evangelium leben und vor allem die Liebe üben.
(Überlege, wie du Gottes- und Nächstenliebe üben willst, z. B. durch Einschränkung im Essen, Trinken, Rauchen, Vergnügen ... , geduldiges Ertragen von Leiden und Beschwerden ... , nachsichti­ge Beurteilung fremder Schwächen ... , Freundlichkeit gegen jemand, der dir unangenehm ist ... , Unterstützung eines Ar­men ... )
V         Nach Kräften wollen wir neues Unrecht gegen dich verhindern. Wir wollen möglichst viele Mitmenschen durch Wort und Beispiel für dich gewinnen.
A            Guter Jesus, wir bitten dich, gedenke, dass deine heilige Mutter bei deinem Sühneopfer mitgewirkt hat, und nimm auf ihre Fürsprache unser Gelöbnis huldvoll an. Lass uns dir gehorsam sein und in deinem Dienst treu bleiben bis zum Tod. Stärke uns durch die große Gnade der Be­harrlichkeit. Lass uns endlich gelangen zur Heimat des Himmels, wo du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und herrschest in Ewigkeit. Amen.

Sonntag, 18. Juni 2017

Weihe an Maria

Weihegebet von Papst Benedikt XVI


Heilige Maria,
makellose Mutter unseres Herrn Jesus Christus,
in dir hat Gott uns das Urbild der Kirche und des rechten Menschseins geschenkt.
Dir vertraue ich das Land Österreich und seine Bewohner an:
Hilf uns allen,
deinem Beispiel zu folgen und unser Leben ganz auf Gott auszurichten!
Lass uns, indem wir auf Christus schauen,
ihm immer ähnlicher, wirklich Kinder Gottes werden!
Dann können auch wir,
erfüllt mit allem Segen seines Geistes,
immer besser seinem Willen entsprechen
und so zu Werkzeugen des Friedens werden
für Österreich, für Europa und für die Welt.
Amen.
Predigt von Erzbischof Franz Lackner in Mariazell am 13.6.2017
"Eminenz, liebe Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Dienst, liebe Diakone! Sehr geehrter Herr Abt, lieber P. Superior!
Schwestern und Brüder aus den Orden; v.a. aber liebe Pilger, Pilgerinnen und Beter, die ihr heute hier gekommen seid, um miteinander Eucharistie zu feiern.
Es ist wichtig, unheimlich wichtig, liebe Brüder und Schwestern und Brüder, dass wir uns immer wiederum neu innerlich ringend, nicht selten auch seufzend um das klare Wasser des Ursprungs bemühen. Vor zu schnellen und selbstsicheren Verstehen in den wesentlichen Dingen unseres Lebens muss in einer oberflächlich gewordenen Weltanschauung gewarnt werden.

Glaubt jenen, die die Wahrheit suchen, sagte Andre Gid, wenige Tage vor seinem Tod. Er, der selbst lebenslang suchend geblieben ist, hat hier einen wahren Punkt christlichen Glaubens erkannt. Aufrichtig gelebter Glaube braucht die innere Haltung des Suchens und Sehnens. „Si comprendis non est Deus“ - wenn du es erfasst, ist es nicht mehr Gott - warnt der Hl. Augustinus, zumal selbst in der Glaubenswelt viel Abgestandenes und Festgefahrenes sich ansammeln kann. Die Folge davon ist Rechthaberei bis hin, wie es unsere verfolgten Brüder und Schwestern im Glauben leidvoll erfahren müssen,  ein Menschen verachtender Fundamentalismus.
Mir ist der Brief aus Apokalypse des Johannes an die Gemeinde von Ephesus bleibende Mahnung. Gott spricht: „Ich halte gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Bedenke aus welcher Höhe du gestürzt bist.“

Immer wenn es um das Verstehen von Personen geht, braucht es die unverbrauchte Kraft der ersten Liebe; erst recht dann, wenn wir uns anschicken dem Geheimnis von jenem jungen Mädchen aus Nazareth, namens Maria, etwas näher zu kommen. Die ersten Spur legenden Schritte von Maria finden wir in den Hl. Schriften niedergelegt. Maria, Mutter Gottes, ist keine Frau vieler Worte. Das wenige über Sie Überlieferte steht in keinem Verhältnis zu ihrer Wirkung, welche sie im Laufe der Geschichte erfahren hat. Das Wenige von ihr Überlieferte machte sie dennoch zu einer Lichtgestalt unseres Glaubens. Darum mein Plädoyer, nicht so sehr der Kraft des Verstandes, sondern auf Liebe und Sprache des Herzens zu vertrauen. Es sind dies kostbare Worte, die uns zugesprochen werden.

-         Gleich am Anfang ihrer Berufung, bei der Verkündigung des Engels hören wir: „mir geschehe, wie du gesagt hast!“ Diese Worte haben gleichsam die Paradiesespforte wiederum geöffnet. Sie finden den Widerhall im Gebet, das Jesus uns lehrt; das Vater unser: in der dritten Bitte nach der Anrufung Gottes im Himmel lautet es: „Dein Wille geschehe!“ (mir geschehe, wie du gesagt  hast; dein Wille geschehe)

-         Danach folgt der Anfang des öffentlichen Wirkens Jesu, anlässlich einer Hochzeit in Kana bemerkt Maria eine Peinlichkeit des Gastgebers, der Wein geht aus. Jesus scheint sie zurückzuweisen: „Frau, was habe ich mit dir zu tun?“ Dennoch ist sie es, die den Jüngern den Hinweis gibt: „Was er euch sagt, das tut!“ Das erinnert wiederum an den Franziskanerpater Petrus Pavlicek, der im Jahre 1946, unmittelbar nach einem fürchterlichen Weltkrieg, hier in Mariazell vor der Gnadenstatue betete und ihm die Eingebung geschenkt wurde: „Tut, was ich euch sage und es wird Friede sein.“ Seither betet die Gebetsgemeinschaft RSK um Frieden in der Welt.

-         Durch das offenbarende Wirken Gottes entdeckte der Mensch erst seine Innerlichkeit. Maria war eine innerlich betrachtende Frau. Die Evangelien benennen diesen Wesenszug mehrmals: „Alles, was geschehen war bewahrte sie in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ Bemerkenswert auf ihrer Wallfahrt nach Jerusalem ging der junge Jesus verloren; als sie ihn erst nach drei Tagen im Tempel fanden – offensichtlich haben sie ihn dort nicht zuerst vermutet -, und vorwurfsvoll fragten: „Kind, warum hast du das gemacht, dein Vater und ich haben dich ängstlich gesucht?“, antwortete Jesus erstaunt: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“ Auch das Nicht-Verstandene erwog die Mutter Gottes in ihrem Herzen, und dachte darüber nach. Ich wage einmal zu behaupten, heute wird viel nachgedacht, dieses bewegt sich aber vornehmlich um das Äußere und Funktionierende. Wir kreisen fast ausschließlich im Bereich des Verstehens. Maria lehrt uns das Wagnis, sich auf einen Gott einzulassen, der stets größer und letztlich unbegreiflich bleibt, der auch Unmögliches vermag.

Das sind kostbare Worte, die uns da geoffenbart wurden, gleichsam Sterne, die in glaubensschwacher Zeit den Weg weisen. Darunter zeichnet sich ein Stern durch besondere Leuchtkraft aus. Maria antwortet auf die Botschaft des Engels: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du gesagt hast.“ Die Selbstbezeichnung Magd des Herrn steht in der ganzen Hl. Schrift einzigartig dar. Keine Frau nimmt für sich einen derartigen Demuts- und Hoheitstitel in Anspruch. Magd – „δούλη“ – ist die weibliche Form von Knecht – „δοῦλος“ –. Magd des Herrn rückt damit in die Nähe von Gottesknecht, wie dieser in den Heiligen Schriften öfters gebrauchte Begriff jedoch kulminierend auf den leidenden Gottesknecht Jesus Anwendung findet. Das zweite Vatikanische Konzil hat aus diesem Grund Maria mit Recht als Mittlerin aller Gnaden bezeichnet. Weil Maria in einzigartiger Weise verfügbar wird und bleibt für Gottes Heilshandeln: „Ich bin die Magd des Herr, mir geschehe, wie du gesagt hast.“

Es ist wichtig die Umgebung, die Atmosphäre, dieses heiligen Geschehens mit hinein zu nehmen in unsere Betrachtung. Wo es geschieht: nicht in der Hl. Stadt Jerusalem, sondern in Nazareth, ein Dorf von zweifelhafter Bedeutung; nicht im Tempel, sondern in einem Privathaus. Der Engel erscheint nicht, wie er plötzlich im Tempel auftaucht und dem Priester Zacharias erscheint; er tritt ein und so verlässt er sie nach geschehener Mission. Maria ist keine Priesterin, sondern eine junge, einfache Frau, die ganz offen ist für das Gnadenwirken Gottes. Der Engel spricht sie zuerst nicht mit Namen an, sondern: „Freue dich, Begnadete! Begnadete wird gleichsam zum zweiten Namen Mariens. Diese Durchlässigkeit Mariens auf Gott hin war immer wieder Anlass theologischer Reflexionen. Das Dogma der unbefleckten Empfängnis basiert darauf. In Maria hat Gott ein kleines Stückchen Paradies bewahrt, einen heiligen Rest paradiesischer Unversehrtheit, wohinein Er sein Wort von der Menschwerdung sprechen konnte, nicht weil er musste, z.B. um der Erlösung willen, sondern weil es von Anfang an – wie ich es nenne – die Ursehnsucht Gottes ist, ein Gott mit den Menschen zu sein. Dafür steht Maria: in reiner Schlichtheit und schlichter Reinheit! Dafür steht ihr unbeflecktes Herz! Nazareth steht für die tiefe Vertrautheit Gottes mit den Menschen!

Im Jubiläumsjahr von 100 Jahre Fatima haben uns Bischöfe viele Briefe erreicht mit der Bitte, einen Akt der Hingabe zu setzen. Maria ist auch Tochter Zions, sie steht stellvertretend für das ganze auserwählte Volk fürbittend vor Gott, so wollen auch wir stellvertretend für alle Gläubigen und für das ganze Volk diesen feierlichen Akt der Hingabe leisten. Nach dem Vorbild von Papst Benedikt XVI, der am 8. September 2007 in Wien Österreich der Mutter Gottes anvertraut hat, indem hernach vor dem Gnadenaltar jenes Gebet sprechen, das auch der Papst vor zehn Jahren gebetet hat. Die Atmosphäre von Nazareth ist der unsrigen heute nicht so unähnlich. Auch wir leben als Christen und Christinnen in einer zweifelhaften Umgebung. Die Welt blutet aus vielen Wunden, viele Christen und Andersgläubige leiden unter Verfolgung; die Schöpfung seufzt unter der Last der Menschen; das ungeborene Leben vermisst schmerzlich den uneingeschränkten Schutz; der Glaubensschwund in unseren Kirchen; eine bange Frage Jesu brennt in unseren Herzen, es ist dies die Frage Jesu: „Wird der Menschensohn, wenn er wiederkommt, noch Glauben auf der Erde finden!

Wir hingegen stehen vielfach ohnmächtig da. Die Frage Mariens an den Engel „wie soll denn das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ lässt keinen Zweifel oder gar Ungläubigkeit anklingen; sie möge in dieser Unvoreingenommenheit zur unsrigen werden, zu einer vertrauensvollen Bitte, voll Hoffnung und demütig im Glauben. Darum erscheint es uns als angemessen diesen Akt der Hingabe als einen Akt des Vertrauens zu tun.

Der Mutter Gottes von Mariazell Volk und Land anzuvertrauen. Wir bitten das gläubige Volk das zu verstehen und mitzutragen: mit ganzem Herzen und in durchlässiger Reinheit der Seele. Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gib! Amen"

Maiandacht

  Marienandacht V          Allmächtiger Vater, wir preisen dich und danken dir, dass du Maria so wunderbar begnadet hast; sie ist die unve...