Maiandacht
Maria, die Gott in ihrem
Leben Raum gegeben hat
Lied zum Beginn Freu dich, du Himmelskönigin (GL 525)
Kreuzzeichen, Begrüßung, Einführung:
Die heutige Maiandacht steht unter dem Thema: „Maria, die Gott in ihrem Leben Raum gegeben hat“. Nicht alles im Leben Marias war voll österlicher Freude, wie wir es eben besungen haben. Es war ein langer, oft auch riskanter Weg, für den Maria sich entschieden hat. Aber sie konnte diesen Weg gehen im Vertrauen darauf, dass Gott alles Unheil wendet. In diesem Vertrauen wollen auch wir gemeinsam den Psalm 85 beten: ...
Psalm Ps 85
A: Sei gegrüßt
Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir.
V:
Du hast wieder Gefallen gefunden, HERR, an deinem Land, / du hast Jakobs
Unglück gewendet.
A: Du hast deinem
Volk die Schuld vergeben, / all seine Sünden zugedeckt.
V:
Du hast zurückgezogen deinen ganzen Grimm, / du hast dich abgewendet von der
Glut deines Zorns.
A: Wende dich uns
zu, du Gott unseres Heils, / lass von deinem Unmut gegen uns ab!
V:
Willst du uns ewig zürnen, / soll dein Zorn dauern von Geschlecht zu
Geschlecht? A: Willst du uns nicht wieder beleben, / dass dein Volk an dir sich
freue?
V:
Lass uns schauen, HERR, deine Huld / und schenk uns dein Heil!
A: Ich will hören,
was Gott redet: / Frieden verkündet der HERR seinem Volk und seinen Frommen, / sie
sollen sich nicht zur Torheit wenden.
V:
Fürwahr, sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten, / seine Herrlichkeit wohne
in unserm Land.
A: Es begegnen
einander Huld und Treue; / Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
V:
Treue sprosst aus der Erde hervor; / Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.
A: Ja, der HERR
gibt Gutes / und unser Land gibt seinen Ertrag.
V:
Gerechtigkeit geht vor ihm her / und bahnt den Weg seiner Schritte.
A: Ehre sei dem
Vater und dem Sohne / und dem Heiligen Geist
V:
Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit / bis in Ewigkeit. Amen.
A: Sei gegrüßt
Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir.
Lesung Lk 1,26-38
Der Engel Gabriel wurde von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt ... Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. ... Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. ... Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.
Impuls „Ich will hören, was Gott redet“, heißt es im Psalm 85, den wir vorhin gemeinsam gebetet haben. Und weiter: „Frieden verkündet der Herr seinem Volk ... Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede küssen sich.“ Das ist die Vision einer besseren Welt, einer neuen Erde. Noch scheint die Erfüllung dieses Traumes weit weg, dass Gott in Frieden und Gerechtigkeit herrscht, dass er das ganze Weltall, die Kirche, die Menschen erfüllt. Aber schon jetzt – und nicht erst jetzt – gilt, dass zu Gott gehört, wer ihm Raum gibt. Maria hat Gott im wahrsten Sinne des Wortes in sich Raum gegeben. Sie hat gehört, was Gott – durch seinen Boten - redet, und hat sich ihm ganz zur Verfügung gestellt. Mit ihrem Ja hat sie ihren Beitrag geleistet zu dieser neuen, besseren Erde. Diese Entscheidung Marias war nicht so einfach und scheinbar harmlos, wie es beim Evangelisten Lukas klingt. Es war eine ziemlich riskante, ja sogar gefährliche Sache. Maria riskierte nicht nur von Josef, ihrem Verlobten, und von ihrer Familie verstoßen zu werden, sie riskierte sogar ihr Leben. Aber Maria wusste, wie sehr die Menschen auf den Messias warteten, und sie vertraute: „Gottes Heil ist denen nahe, die ihn fürchten.“ Auch wir wissen, wie sehr unsere Gesellschaft, die oft voll Unheil und Geistlosigkeit ist, Hilfe und Rettung braucht. Wir können die positive Gegengesellschaft nicht einfach so machen. Wir können aber – wie Maria – dem Geist Gottes, ja, Gott selbst, immer mehr in uns Raum geben und mit dem Psalmisten und mit Maria um das Heil beten, das Gott uns verheißen hat: „Willst du uns nicht wieder beleben, so dass dein Volk sich an dir freuen kann? Erweise uns, Herr, deine Huld, und gewähre uns dein Heil!“
KURZE STILLE
Dieses
von Gott gewährte Heil hat Maria im Magnifikat besungen. Stimmen wir mit ihr
ein:
Magnifikat Den Herren will ich loben (GL 395)
Rosenkranzgesätz … dem du, o Jungfrau, in dir Raum gegeben hast
Fürbitten
Herr Jesus Christus, Maria hat dir
einen Platz in ihrem Leben eingeräumt. Wir bitten dich:
Erneuere uns, deine Kirche, damit du durch uns in dieser Welt erfahrbar wirst.
Sende deinen Geist aus, um das Angesicht der Erde zu verwandeln.
Lass unsere Verstorbenen in deinem Frieden leben.
Guter
Gott, sieh auf deine Kirche, auf uns, die wir uns bemühen, wie Maria auf dich
zu hören. Gib, dass wir dein heiliges Volk bleiben. Offenbare durch uns der
Welt das Geheimnis deiner Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren
Herrn.
der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und
sei uns gnädig.
Das gewähre uns Gott der Vater, der Sohn und der
Heilige Geist.