Freitag, 28. Mai 2021

Maiandacht Maria, unsere Mutter und Fürsprecherin

 

Maria, unsere Mutter und Fürsprecherin

Lied: Maria dich lieben, ist allzeit mein Sinn; / dir wurde die Fülle der Gnaden verliehn:
du Jungfrau, auf dich hat der Geist sich gesenkt; / du Mutter hast uns den Erlöser geschenkt.

Eröffnungsgebet: Lobpreis des dreifaltigen Gottes.

Z Heiliger dreifaltiger Gott, du hast uns heute in dei­ne Nähe gerufen; dafür danken wir dir. Wir brauchen das Licht deiner Wahrheit und die ermutigende Kraft deiner Verheißung. Du schenkst sie uns vor allem in Jesus Christus. Du schenkst uns dein Licht und deine Kraft, aber auch das lebendige Zeugnis vieler Men­schen, die Jesus nachfolgten. So blicken wir jetzt auf Maria, unsere Schwester und unser Vorbild im Glau­ben.

A Heiliger dreifaltiger Gott, wir rufen zu dir.

Z Gott Vater im Himmel, du hast Maria als freie und verantwortungsbewusste Frau hineingestellt in die Heilsgeschichte mit uns Menschen.

A Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser. / Lass uns in Maria auch deinen Plan mit uns erkennen.

Z Gott Sohn, Erlöser der Welt, du hast in Maria, dei­ner Mutter, einen Menschen gefunden, der dir glaub­te und dir nachfolgte, bis unter das Kreuz.

A Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser. / Lass uns wie Maria dir glauben und in allem dir nach­folgen.

Z Gott Heiliger Geist, du hast Maria mit deiner Lie­be und Kraft so geformt, dass sie zu einem Werkzeug der Güte Gottes wurde.

A Gott Heiliger Geist, erbarme dich unser. / Mach auch uns zu einem Werkzeug der Liebe Gottes.

Z Heiliger dreifaltiger Gott, Maria durfte in ihrem Leben immer wieder erfahren, wie beglückend, aber auch wie folgenschwer es ist, dir zu begegnen. Sie wurde geprüft und musste um ihren Glauben ringen. A Darum schauen wir voll Vertrauen auf ihr Leben. / Durch sie erfahren wir das Geheimnis auch unseres Lebens: / Dich als Anfang, Mitte und Ziel unserer Geschichte, / den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. / Amen.

Lied: Dein Herz war der Liebe des Höchsten geweiht; / du warst für die Botschaft des Engels bereit.
Du sprachst: Mir geschehe, wie du es gesagt. / Dem Herrn will ich dienen, ich bin seine Magd.

Marianisches Kerngebet:

Gedenke, gütige Jungfrau Maria: es ist noch nie ge­hört worden, dass jemand, der zu dir seine Zuflucht genommen, deine Hilfe angerufen und um deine Fürbitte gefleht, von dir verlassen worden sei. Von solchem Vertrauen beseelt, nehme ich zu dir meine Zuflucht, Mutter Jesu Christi und Jungfrau der Jungfrauen. Zu dir komme ich, vor dir stehe ich als armer sündiger Mensch. Mutter des ewigen Wor­tes, verschmähe nicht meine Worte, sondern höre mich gnädig an und erhöre mich. (Gebet von Papst Johannes XXIII.)

Hinweis zum Thema

Es gibt viele Wallfahrtsorte, an denen Maria um ihre Fürsprache angerufen wird. Wir wissen, dass wir in allen Nöten zu Maria, unserer Mutter, kommen und sie um ihre Fürbitte anflehen dürfen. Davon zeugen die Gnadenbilder der vielen Maria-Hilf-Kirchen und die Verehrung der Mutter Gottes von der immerwährenden Hilfe.

Schriftlesung (Joh 2, 1-11)

Wir hören aus dem Evangelium nach Johannes.

In Kana in Galiläa fand eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen." Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

Lied: Du Frau aus dem Volke, von Gott ausersehn. / dem Heiland auf Erden zur Seite zu stehn,

kennst Arbeit und Sorge ums tägliche Brot, / die Mühsal des Lebens in Armut und Not.

 Betrachtung

Die Aufgabe, die Gott Maria zugedacht hatte, war nicht damit erschöpft, dass sie den Gottessohn empfing, zur Welt brachte, ihn aufzog und ans Kreuz begleitete. Sie hat sich bei der Menschwerdung Gottes bereit erklärt, am Erlösungswerk mitzuhelfen.

Daher ist es ihre liebste Mutterpflicht, Christus weiter in die Welt zu bringen, mitzuwirken, dass aus allen Menschen Gotteskinder werden und in allen Christus lebe.

In der Stunde der Menschwerdung des Gottessohnes sind auch wir ihr anvertraut worden. Unter dem Kreuz hat sie die Mutterschmerzen ausgestanden und es übernommen, sich um alle Menschen als ihre Kinder zu sorgen. Wie heilig muss der Mutter des Herrn der letzte Wunsch ihres Sohnes gewesen sein: Siehe, dein Sohn! Seitdem hat Maria alle Hilfsbedürftigen besonders in ihr Herz geschlossen;

sie ist die Mutter der Barmherzigkeit und die Zuflucht der Sünder. Sie sah es mit an, was Christus auf sich genommen hat, um die Menschen zu retten. An keinem Menschen soll sein Leiden und Sterben umsonst gewesen sein. Darum wenden wir uns mit Recht so zuversichtlich an sie und beten voll Vertrauen: »Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir…Maria bekennt sich zu uns. Sie nimmt sich unserer Not an; sie verwendet sich für uns bei Gott, der seine Gnade durch Mutterhände austeilen will. Sie verschmäht unsere Gebete nicht. Niemand ist ihr zu unbedeutend und zu klein. Wir meinen oft, nur die Großen machen die Politik und wir können nichts ändern am Ablauf der Geschichte. Und doch könnte so viel anders sein, wenn nur genügend »kleine« Menschen beteten und gerade durch das Gebet Mariens, den Rosenkranz, ihr Leben nach dem ihren ausrichten wollten.

Auch in den irdischen Sorgen und Nöten dürfen wir uns ihr anvertrauen. [ Sie hatte es ja selbst nicht leicht. Denken wir nur an Kana. Da handelte es sich eigentlich um etwas ganz Profanes, und manche »Fromme« hätten es lieber gesehen, wenn Jesus auf den Wink seiner Mutter das Hochzeitsfest verlassen hätte. Sie aber verwendete sich für das Brautpaar und der Herr wirkte das erste seiner Zeichen. Er half den Brautleuten aus ihrer Verlegenheit und bereitete ihnen eine zusätzliche Freude.] Maria hilft allerdings nicht immer gerade so, wie wir es uns vorstellen. Sie kann und will uns nicht einfach alles Schwere abnehmen. Frauen, die ihre Kinder nur verwöhnen und verzärteln, sind nicht gerade die idealsten Mütter. Maria sieht tiefer; sie weiß, was uns wirklich zum Heil ist. Am besten beten wir daher, wie die Kirche uns anleitet: Bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Alles übrige können wir getrost Maria überlassen. Es ist bezeichnend, dass von Maria in der Heiligen Schrift nur ein einziger Satz überliefert ist, den sie zu Menschen gesprochen hat, ihr Wort bei der Hochzeit zu Kana: »Was er euch sagt, das tut! « Mehr kann und will uns Maria nicht sagen. Damit ist aber auch alles gesagt. Es ist wie das Echo auf die Stimme des Vaters vom Himmel: Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören« (Mt 17,5) Darin war Maria groß und treu. So will sie auch uns sehen.

Gebet zur Muttergottes von der immerwährenden Hilfe

V Gütige und mächtige Jungfrau, dein göttlicher Sohn hat dem gemeinsamen Gebet in besonderer Weise Erhörung zugesagt. Wir wollen für unsere leidenden Brüder und Schwestern beten und ihnen dadurch helfen. Lasset uns beten für die Kranken und vom Leid Geplagten. - Mutter Gottes, du Heil der Kranken, bitte für sie.

A Mutter Gottes, du Heil der Kranken, bitte für sie.

V Lasset uns beten für die Betrübten und Bedrängten. Mutter Gottes, du Trösterin der Betrübten, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Trösterin der Betrübten, bitte für sie.

V Lasset uns beten für alle, die sich in irgendeiner Not befinden. Mutter Gottes, du Hilfe der Christen, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Hilfe der Christen, bitte für sie.

V Lasset uns beten für alle Ratlosen und Verzweifelten. Mutter Gottes, du Mutter des guten Rates, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Mutter des guten Rates, bitte für sie.

V Lasset uns beten für die Bekehrung der Sünder und Ungläubigen. Mutter Gottes, du Zuflucht der Sünder, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Zuflucht der Sünder, bitte für sie.

V Lasset uns beten für alle, die in unserem Land Verantwortung tragen. Mutter Gottes, du Schutzfrau unseres Landes, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Schutzfrau unseres Landes, bitte für sie.

V Lasset uns beten für unsere Gemeinde. Mutter Gottes, du Mutter von der immerwährenden Hilfe, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Mutter von der immerwährenden Hilfe, bitte für sie.

V Lasset uns beten für unsere Kirche, für den Papst, die Bischöfe, Priester und das ganze Volk Gottes. Mutter Gottes, du Mutter der Kirche, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Mutter der Kirche, bitte für sie.

V Lasset uns beten für die jungen Menschen, die der Herr in seine besondere Nachfolge rufen will. Mutter Gottes, du Königin der Apostel, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Königin der Apostel, bitte für sie.

V Lasset uns beten für die Sterbenden. Mutter Gottes, du Mutter der Sterbenden, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Mutter der Sterbenden, bitte für sie.

V Lasset uns beten für die Armen Seelen. Mutter Gottes, du Trösterin der Armen Seelen, bitte für sie. A Mutter Gottes, du Trösterin der Armen Seelen, bitte für sie.

V Auch wir haben viele Anliegen auf dem Herzen; o Mutter, hilf auch uns, wie du Tausenden schon geholfen. um Familie und Beruf - In unseren Sorgen A O Maria, hilf.

V In unseren leiblichen Nöten, A: O Maria, hilf.

In Krankheit und Schmerzen

In unseren wirtschaftlichen Sorgen

In Trostlosigkeit und Verlassenheit

In den Stunden der Verzagtheit und Verzweiflung

In Verfolgung und Bedrängnis

In Versuchung und Anfechtung

In unserem Kampf gegen die Macht des Bösen

In unserer Todesstunde

Z Lasset uns beten. — Allmächtiger, ewiger Gott, du hast uns in der seligen Jungfrau Maria eine immerwährende Hilfe gegeben. Gib, dass wir, gestützt auf ihre mütterliche Hilfe, den guten Kampf kämpfen, den Glauben bewahren und so die Krone der Herrlichkeit empfangen dürfen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. A Amen.

Lied: Du hast unterm Kreuze auf Jesus geschaut; / er hat dir den Jünger als Sohn anvertraut.
Du Mutter der Schmerzen, o mach uns bereit, / bei Jesus zu stehen, in Kreuz und in Leid.
 
Aussetzung des Allerheiligsten

Gebet zu Jesus Christus

Z Herr Jesus Christus, als unser Mittler und Fürsprecher beim Vater bist du hier in unserer Mitte gegenwärtig. In Ehrfurcht und Vertrauen beten wir dich an. Du bist der eine Mittler zwischen Gott und den Menschen. Du hast dich zum Sühneopfer für alle dahingegeben. Keiner kommt zum Vater außer durch dich. Deine Mutter aber hast du uns zur Fürsprecherin gegeben. Du freust dich, wenn wir zu dir kommen mit deiner Mutter. Auf ihr Ja-Wort bist du einst herabgestiegen zu uns Menschen. Schon damals wurde sie zur Mittlerin des Heiles für uns alle. Auf ihre Bitten wirktest du in Kana das erste Wunder. Du hörst auch heute auf ihre Bitten.

Herr Jesus Christus, unser Mittler zum Vater, du hast deine eigene Mutter, die seligste Jungfrau Maria, auch uns zur Mutter und Fürsprecherin gegeben. Gib, dass jeder, der bittend zu dir kommt, durch sie erlangt, was ihm zum Heile gereicht, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. A Amen.

Lied: Du Mutter der Gnaden, o reich uns die Hand / auf all unsern Wegen durchs irdische Land.
Hilf uns, deinen Kindern, in Not und Gefahr; / mach allen, die suchen, den Sohn offenbar.
Wechselgebet

Z Wir sind dankbar, wenn jemand ein gutes Wort für uns einlegt. Wir sind froh, wenn Menschen auf unserer Seite stehen. Das gibt uns Rückhalt und stärkt unser Vertrauen. In Maria haben wir eine Fürsprecherin, die mit uns betet und sich für uns verwendet.

V So beten wir: Herr Jesus Christus,

A Sohn der Jungfrau Maria, erbarme dich unser.

V Wir bitten den Herrn, unser Leben in Frieden und Gesundheit verbringen zu dürfen. - Herr Jesus Christus, A Sohn der Jungfrau Maria, erbarme dich unser.

V Wir hoffen, in allen Widerwärtigkeiten und Schicksalsschlägen einen Sinn entdecken zu können. - Herr Jesus Christus, A Sohn der Jungfrau Maria, erbarme dich unser.

V Wir versuchen, aus allen Ereignissen und Situationen unseres Lebens den Anruf Gottes herauszuhören. - Herr Jesus Christus, A Sohn der Jungfrau Maria, erbarme dich unser.

V Wir vertrauen darauf, in allen Nöten und Sorgen unseres Daseins die Liebe Gottes zu erfahren. - Herr Jesus Christus, A Sohn der Jungfrau Maria, erbarme dich unser.

V Wir sorgen uns um das zeitliche und ewige Heil unserer Angehörigen und Verwandten. - Herr Jesus Christus, A Sohn der Jungfrau Maria, erbarme dich unser.

V Wir ersehnen am Ende unserer Erdentage die Gemeinschaft der Heiligen und das ewige Leben. - Herr Jesus Christus, A Sohn der Jungfrau Maria, erbarme dich unser.

 Z Barmherziger Gott, durch die Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria hast du den Menschen das Heil geschenkt. Wir bitten dich: Lass uns immer und überall die Fürbitte dieser gnadenvollen Mutter erfahren, die uns den Urheber des Lebens geboren hat. Gib, dass wir auf dem Weg zu dir voranschreiten und einst mit Maria, unserer Mutter, das ewige Leben erlangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. A Amen.

Eucharistischer Segen

 Lied: Von Gott über Engel und Menschen gestellt / erfleh uns das Heil und den Frieden der Welt.

Du Freude der Erde, du himmlische Zier: / du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir.

Dienstag, 18. Mai 2021

Maiandacht Maria, aufgenommen in den Himmel

 

Maria, aufgenommen in den Himmel

1. Gegrüßet seist du, Königin, o Maria, / Erhab'ne Frau und Herrscherin, o Maria,

Ref.: Freut euch, ihr Cherubim, / Lobsingt, ihr Serafim, / Grüßet eure Königin. / Salve, salve, salve, Regina.

2. O Mutter der Barmherzigkeit, o Maria, / du unsres Lebens Süßigkeit, o Maria,

Eröffnungsgebet:

Z Gott Vater im Himmel, wir preisen dich für alles, was du geschaffen hast. Wir preisen dich besonders für Maria, die du zur Mutter deines Sohnes erwählt hast. Sie ist unsere Fürsprecherin an deinem Thron. Mit ihr kommen wir voll Vertrauen zu dir.
A Zu dir, Vater, rufen wir mit Maria.
Z Gott Sohn, Erlöser der Welt, wir danken dir, daß du Maria zu deiner Mutter gemacht hast. Sie hat dir das Leben geschenkt. Sie hat das Wort Gottes gläubig gehört und befolgt. So ist sie unsere Mutter und unser Vorbild geworden.
A Durch dich, Christus, beten wir mit Maria.
Z Gott Heiliger Geist, du hast Maria mit der Kraft des Höchsten überschattet. So hat sie den Sohn Gottes zur Welt gebracht. Auch uns erfüllst du mit deiner Kraft, damit wir Christus sichtbar machen in dieser Welt.
A In dir, Heiliger Geist, singen wir mit Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, / und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Z Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
A Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, / und sein Name ist heilig.
Marianisches Kerngebet:

Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit; unser Leben, unsre Wonne, unsre Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas; zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen. Wohlan denn, unsre Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu, und nach diesem Elend zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.

Hinweis zum Thema

Heute denken wir an das Geheimnis der Aufnahme Mariens in den Himmel. Maria ist gestorben und heimgegangen in das Reich ihres Sohnes. Schon in den ersten |ahrhunderten haben die Christen geglaubt, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde. Wir freuen uns über diese Auszeichnung Mariens und denken an unsere eigene Auferstehung. Was an Maria verwirklicht ist, hat der Herr auch uns verheißen.

Schriftlesung (Lk 1,45-55)

Wir hören aus dem Evangelium nach Lukas. Elisabet sagte zu Maria: Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan/ und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen' Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an seil1 Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

 

3. Du unsre Hoffnung, sei gegrüßt, o Maria, / die du der Sünder Zuflucht bist, o Maria.

 

Betrachtung

Wer ist die glücklichste Frau der Welt? - Wir Christen glauben, dass ein Leben ganz gelungen ist: Es ist das Leben der Frau aus Nazareth, die von Gott erwählt war, das Leben Mariens. Zwar sind es nicht die gewohnten Wertmaßstäbe, die ihr Leben auszeichnen. Aber gerade sie sind auch für uns Wegweiser, die zur Erfüllung des Lebens führen. Maria steht nicht selbst mit ihrer Person oder ihren Leistungen im Vordergrund, wichtiger w4r ihre Bereitschaft zu empfangen, anzunehmen, was Gott schickt: Mir geschehe nach deinem Wort! Das ist das erste, was wir von Maria hören, das, worauf es zunächst ankommt - auch bei uns: anzunehmen. Ein Leben gelingt, wenn wir uns und unsere Leistungen weniger wichtig nehmen, wenn wir annehmen: wenn wir unser eigenes Leben mit den jeweiligen Umständen annehmen, auch wenn sie gar nicht so großartig sind; ein Leben gelingt, wenn wir andere Menschen annehmen; ein Leben gelingt, wenn wir das annehmen, was uns aufgetragen ist von Gott: ob die Erziehung eines Kindes wie bei Maria oder den Beruf eines Handwerkers wie bei Josef oder irgendetwas sonst. Wir werden glücklich, wenn wir unser Leben, unsere Aufgabe, die Menschen um uns annehmen. Vielleicht kann das nur der ganz, der glaubt. Das ist das zweite, was wir über Maria hören, das Wort der Elisabet: Selig ist die, die geglaubt hat - wir würden vielleicht heute sagen: Maria ist glücklich, weil sie geglaubt hat. Was denn? - Sie hat ihm seine Liebe geglaubt. Wer Gott glaubt, dass er uns liebt, ganz gleich, was er uns schickt; wer Gott glaubt, dass er alles gut macht und unser Leben zu einem guten Ende bringt, wer ihm das glaubt, der wird mit allen Lebensfragen fertig, auch mit Leid und Enttäuschungen. Ein glückliches, ein erfülltes Leben ist nicht das, in dem kein Leid und keine Enttäuschungen vorkommen, sondern ein Leben, das unter Leid und Enttäuschungen nicht zerbricht. Und genau so war es bei Maria. Sie ist nicht zerbrochen und nicht weggelaufen, nicht einmal als ihr Kind hingerichtet wurde. Sie stand an seiner Seite. Sie stand zu ihm. Das ist das letzte, was von Maria gesagt werden kann: sie stand zu Jesus. Dann gelingt ein Leben, wenn wir zu Jesus stehen. Bis zuletzt zu Jesus stehen, der ja auch Gottes Willen annahm - Vater, dein Wille geschehe - und der an Gottes Liebe glaubte bis zum letzten Atemzug: Vater, in deine Hände gebe ich mein Leben! Wer zu ihm steht, auch wenn er nicht auf der vermeintlichen Sonnenseite des Lebens steht, braucht es nicht zu bereuen. Wer so lebt, dessen Leben ist nicht umsonst. Wer so lebt, der ist nicht unterzukriegen. Nicht einmal durch den Tod. Das sagt uns das Geheimnis der Aufnahme Mariens in die Herrlichkeit des Himmels: ihr Leben ist nicht aus und umsonst! Gott hat ihr alles geschenkt, auch alle Freude: mehr als wir uns vorstellen können. Deshalb ist sie die glücklichste Frau der Welt: ihr Leben ist ganz gelungen. So war das bei Maria. So kann das bei uns sein. Das dürfen wir glauben, darauf dürfen wir hoffen.

 Gebet zu Maria

Z Im folgenden Rosenkranzgeheimnis betrachten wir, wie Gott die für seinen Anruf bereite Magd und Mutter Jesu erhöht hat. In diesem Geheimnis schenkt Gott auch uns Hoffnung auf die ewige Vollendung in ihm. Rosenkranzgeheimnis: Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat ...

 4. Wir Kinder Evas schrein zu dir, o Maria, / aus Tod und Elend rufen wir, o Maria,

5. O mächtige Fürsprecherin, o Maria, / bei Gott sei unre Helferin, o Maria,

- Aussetzung des Allerheiligsten -

Gebet zu Gott Vater

Z Himmlischer Vater, wir preisen dich von ganzem Herzen, da du die seligste Jungfrau Maria zur Mutter deines Sohnes erwählt und in deine Herrlichkeit aufgenommen hast. Durch sie ist dein Sohn Mensch geworden, um uns arme Menschen zu erlösen und uns den Frieden zu schenken. Wir danken dir für alle Gnaden und Vorzüge, mit denen du die Mutter deines Sohnes über alle anderen Geschöpfe erhoben hast und freuen uns über die Herrlichkeit, womit sie im Himmel von dir ausgezeichnet wurde. Höre unser Gebet und hilf uns, daß wir nach ihrem Vorbild leben und durch ihre Fürsprache Erhörung finden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 1 Schönster Herr Jesu, / Herrscher aller Herren, / Gottes und Marien Sohn, / dich will ich lieben, Dich will ich ehren, / meiner Seele Freud und Kron. 

2 Schön sind die Wälder, / schöner sind die Felder / in der schönen Frühlingszeit; / Jesus ist schöner, Jesus ist reiner, / der mein traurig Herz erfreut. 

Fürbitten

Z Lasset uns beten zu Jesus Christus, der seine Mutter Maria zur Vollendung gerufen hat.

V Für die pilgernde Kirche, der in Maria ein Zeichen er Hoffnung gegeben ist -

Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

V Für die Menschen, die keine Hoffnung auf ein ewiges Leben haben -

Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

V Für alle, die in Not sind und ein schweres Kreuz zu tragen haben –

Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

V Für alle, denen die Sorge für andere Menschen anvertraut ist –

Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

V Für alle, die untröstlich sind über den Tod eines lieben Menschen –

Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

V Für unsere Toten, die uns im Glauben an die Auferstehung vorangegangen sind -

Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

Z Großer und ewiger Gott, du willst die Schöpfung heimholen zu dir. Du hast Maria erwählt und nach ihrem Leben in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen. Führe auch uns durch das Kreuz und die Auferstehung deines Sohnes zu dir. Dich loben und preisen wir in alle Ewigkeit. Amen.

 3 Schön ist der Monde, / schöner ist die Sonne / schön sind auch die Sterne all. / Jesus ist feiner Jesus ist reiner / als die Engel allzumal. 

 Eucharistischer Segen

Wenn kein eucharistischer Segen erteilt werden kann:

 Segensbitte

Z Wir bitten um Gottes Segen. - Gott, der allmächtige Vater, segne uns durch den Erlöser der Welt, unseren Herrn Jesus Christus, den Sohn der jungfräulichen Mutter Maria. A Amen.

Z Sie wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen; ihre mütterliche Fürsprache erwirke uns Gottes Hilfe. A Amen.

Z Allen, die voll Zuversicht auf sie schauen, schenke Gott die wahre Freude und den ewigen Lohn. A Amen.

Z Das gewähre uns der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. A Amen.

 6. Dein mildes Auge zu uns wend, o Maria, / und zeig uns Jesus nach dem End, o Maria,

Dienstag, 11. Mai 2021

Bittprozession

 

Bittprozession - Bittet, und ihr werdet empfangen

 Begrüßung und Kreuzzeichen

Wir begrüßen euch heute herzlich zur Bittprozession/Bittandacht vor dem Fest Christi Himmelfahrt. Wir haben uns hier zusammengefunden, um uns gemeinsam betend auf den Weg durch unseren Ort zu machen. Jede Prozession ist auch ein Bild dafür, dass wir als Gemeinschaft unterwegs sind, eine Hoffnung und ein Ziel haben. Dieses Ziel heißt Jesus Christus.

 Lied: 1. Maria, breit den Mantel aus, / mach Schirm und Schild für uns daraus; / lass uns darunter sicher stehn, / bis alle Stürm vorübergehn. / Patronin voller Güte uns allezeit behüte.

 2. Dein Mantel ist sehr weit und breit, / er deckt die ganze Christenheit, / er deckt die weite, weite Welt, / ist aller Zuflucht und Gezelt. / Patronin voller Güte uns allezeit behüte.  

 Kyrie-Rufe: Herr, Jesus Christus, du bist von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt gewandert, um die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden. Herr, erbarme dich.

Du hast gesagt: „Bittet und ihr werdet empfangen.“ Christus, erbarme dich.

Du hast uns versprochen: „Ich bin bei euch alle Tage.“ Herr, erbarme dich.

 Lob des Schöpfers: Kehrvers Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)

V/A     Gelobt seist du Herr.

V         Für den Boden, auf dem wir gehen:

A         Gelobt seist du, Herr.

V         Für die Luft, die wir atmen:

V         Für die Sonne, die uns scheint:

V         Für das Wasser, ohne das kein Leben möglich ist:

Kehrvers Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)

 V/A     Gelobt seist du, Herr,

            Der du die Natur geschaffen hast: A Gelobt seist du, Herr.

            Der du Gras und Pflanzen wachsen lässt:

            Der du Bäumen und Sträuchern Wachstum verleihst:

            Der du den Blumen die Farben gibst:

Kehrvers Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)

 V/A     Gelobt seist du, Herr.

            Der du die Tiere geschaffen hast: A Gelobt seist du, Herr.

            Der du ihnen in der Schöpfungsordnung ihren Platz gegeben hast:

            Der du ihnen ihre Würde verliehen hast:

            Der du sie uns Menschen anvertraut hast:

Kehrvers Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)

 V/A     Gelobt seist du, Herr.

            Für das Gemüse, das wir auf den Feldern anbauen: A Gelobt seist du, Herr.

            Für das Obst, das in unseren Gärten wächst:

            Für das Getreide, das wir säen und ernten:

            Für die Kräuter, die uns vielfältig nützlich sind: 

Kehrvers Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)

 V/A     Gelobt seist du, Herr.

            Weil du uns Fähigkeiten und Talente gegeben hast: A Gelobt seist du, Herr.

            Weil du uns zu deinen Mitarbeitern machst:

            Weil du uns mit deiner Schöpfung reich beschenkst:

            Weil die Natur uns immer wieder zum Staunen bringt:

Kehrvers Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)

 V/A     Gelobt seist du, Herr.

            Du bist der Herr des Himmels und der Erde: A Gelobt seist du, Herr.

            Du bist der Urheber von Licht und Luft, von Wasser und Erde:

            Du bist der Schöpfer der Menschen, Tiere, und Pflanzen:

            Du bist der Geber aller guten Gaben:

Kehrvers Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)

 Bitten

Kehrvers Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. (GL 46,1)

 V/A     Herr, öffne meine Lippen.

V         Damit mein Mund dein Lob verkünde: A Herr, öffne meine Lippen.

V         Damit ich deine Güte preise:

            Damit ich dir danke:

            Damit ich von dir spreche:

            Damit ich von deinen Taten erzähle:

            Damit ich dir meine Sorgen anvertraue:

            Damit ich dir mein Leid klage:

Kehrvers Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. (GL 46,1)

 V/A     Herr, öffne meine Augen.

V         Für die Größe deiner Schöpfung: A Herr, öffne meine Augen.

            Für die Wunder der Natur:

            Für die kleinen Dinge im Leben:

            Für alles, was scheinbar selbstverständlich ist:

            Für die verborgenen Schätze:

            Für die Sorgen und Fragen anderer:

            Für die Hilfe, die ich geben kann:

Kehrvers Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. (GL 46,1)

 V/A     Herr, öffne meine Ohren.

V         Für den Gesang der Vögel: A Herr, öffne meine Ohren.

            Für das Plätschern des Wassers:

            Für das Rauschen der Blätter:

            Für den Schrei der leidenden Geschöpfe:

            Für die Botschaft der sterbenden Wälder:

            Für die Fragen der nachkommenden Generation:

            Für die Anliegen unserer Zeit:

Kehrvers Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. (GL 46,1)

 V/A     Herr, öffne meine Hände.

V         Dass ich mit ihnen führe: A Herr, öffne meine Hände.

            Dass ich mit ihnen halte:

            Dass ich mit ihnen Zeichen setze:

            Dass ich mit ihnen aufbaue:

            Dass ich mit ihnen pflanze:

            Dass ich mit ihnen bete:

            Dass ich mit ihnen segne:

Kehrvers Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. (GL 46,1)

 V/A     Herr, öffne mein Herz.

V         Damit ich erkenne, was Recht ist: A Herr, öffne mein Herz.

            Damit ich tue, was notwendig ist:

            Damit ich sehe, woran es mangelt:

            Damit ich nicht nur an mich selbst denke:

            Damit ich mit deinen Augen sehe:

            Damit ich mit deinen Ohren höre:

            Damit ich mit dir liebe:

Kehrvers Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. (GL 46,1)

Gebet: Gott, du hast deine Schöpfung uns Menschen anvertraut mit dem Auftrag, sie zu bebauen und zu behüten. Wir wollen diesem Auftrag in deinem Sinne nachkommen und mit Augenmaß und Vernunft verwalten und bewahren, was du uns gegeben hast. Wir wollen durch unsere Arbeit dazu beitragen, dass die Erde auch in Zukunft eine gute Erde ist, über die sich noch viele Menschen freuen können.

Auch in diesem Jahr haben wir wieder ausgesät und gepflanzt. Segne, was wir getan haben, und füge hinzu, was wir nicht tun können. Gib gutes Wetter, Regen und Sonne, Wärme und Kälte zu seiner Zeit, bewahre unsere Pflanzen vor anhaltender Trockenheit, Unwettern und Schädlingen.

Segne unsere Arbeit, die wir in diesem Jahr in den Gärten, Wäldern und Weinbergen und auf den Feldern verrichten, so dass wir im Sommer und im Herbst die Früchte ernten können, die wir und alle Menschen zum Leben brauchen und dir ein Lied der Freude und des Dankes singen können.

Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt! Wir freuen uns über die Natur und allem, was sie für uns bereithält. Ihre Schönheit und ihr Überfluss deuten uns deine Schönheit und deinen Reichtum an und gibt uns eine Vorstellung von deiner Güte und Liebe zu den Menschen. Wir wollen diese Güte und Liebe erwidern und sie auch durch unser Leben zeigen. Gib uns dazu deinen Segen – heute und alle Tage bis in alle Ewigkeit.

Vater unser, Gegrüßet seist du Maria, Ehre…

 Lied Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. / Lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören. / Kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf.  / Lasset den Lobgesang hören.

 Segen

V         Unser Gott, der Himmel und Erde, Menschen, Pflanzen und Tiere geschaffen hat, begleite uns weiterhin mit seinem Segen. A     Amen.

V         Die Freude an der Natur und die Dankbarkeit für seine Werke sollen in uns weiterhin wachsen. A    Amen.

V         Er schenke uns und allen Menschen, was zum Leben notwendig ist, was es bereichert und verschönt. A  Amen.

V         Und so segne uns der dreifaltige Gott: der Vater … A   Amen.

Donnerstag, 25. März 2021

Bußgottesdienst 2021 Barmherziger Vater

 P: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

P: Jesus Christus, in dem Gott die Welt mit sich versöhnt hat, ER sei mit euch.

A: Und mit deinem Geiste.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Zum Bußgottesdienst in der österlichen Bußzeit heiße ich Sie herzlich willkommen.

Unser Bußgottesdienst trägt den Namen: „Aus der Kraft der Versöhnung leben“. Wem einmal die Hand zur Versöhnung gereicht wurde, nachdem er Unrecht getan hat, weiß, was für ein kostbares Geschenk es ist, wieder versöhnt mit anderen leben zu können. Dieses Geschenk dürfen wir immer neu empfangen, wenn wir uns jetzt der Botschaft Jesu öffnen. Denn darin wird uns im Bild und im Gleichnis des barmherzigen Vaters vor Augen gestellt: „Gott ist es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat“.

Wir sind eingeladen, uns diese Versöhnung von Gott neu schenken zu lassen. Unsere Bereitschaft zur Gewissenserforschung ist ein Zeichen dafür, dass wir diese Einladung annehmen. So wollen wir mit dem verlorenen Sohn es nicht nur sagen, sondern auch nachvollziehen: „Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen“.

 

Gebet der Gemeinde

Barmherziger Gott und Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde.

Du hast Mann und Frau als dein Abbild geschaffen. Du bist den Menschen aller Völker und Zeiten nahe.

Vater, wir preisen dich.

 

Israel hast du zu deinem Volk erwählt und mit ihm einen bleibenden Bund geschlossen.

In der Fülle der Zeit hast du uns Jesus, deinen Sohn, gesandt und bist in ihm die Wege der Menschen gegangen. Vater, wir danken dir.

 

In der Kraft des Geistes begleitest du deine Kirche. Du beschenkst sie mit der Vielfalt seiner Gaben.

Sie ist Kirche der Heiligen und der Sünder, aber du bleibst ihr treu auf dem Weg durch die Zeit.

Dir vertrauen wir.

 

Lass dein Reich schon in unserer Zeit spürbar werden: durch Wahrheit und Liebe unter den Menschen,

durch Gerechtigkeit und Friede zwischen den Völkern durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

(Papst Johannes Paul II.)

Lesung aus dem Evangelium nach Lukas: 15,11–32

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Es gibt wohl kaum ein anderes Gleichnis Jesu, das das ganze Evangelium so widerspiegelt wie das Gleichnis vom barmherzigen Vater. Mit Recht nennen wir dieses Gleichnis so. Denn die Mitte des Gleichnisses ist der Vater, der sich beiden Söhnen, dem jüngeren und dem älteren, zukehrt, um ihnen sein Erbarmen zu schenken. Beide sind draußen – aber beide sind zugleich drinnen im Herzen des Vaters. Beide müssen umkehren – zu ihm und so zu sich selbst. Umkehren, darauf kommt es an, auch für uns. Doch wie ist das möglich?

Es war die Stunde, in der der jüngere Sohn vor dem Nichts stand. Alles hatte er durchgebracht. Nichts war mehr sein eigen. Nicht einmal das Nötigste zum Leben hatte er: das tägliche Brot. Da, in seinem äußersten Hunger und in der größten Not entdeckt der Sohn, was verschüttet schien. Er entdeckt seine Herkunft und seine Würde. Er entdeckt, dass er Sohn und Bruder ist. Es wird ihm bewusst, dass er die Würde der Sohnschaft aufs schlimmste verraten hat. Eine überwältigende Einsicht! Aus dieser Einsicht fast er den Entschluss zu handeln.

„Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen“. Das ist einer der schönsten Sätze, die ein Mensch sagen kann. Es ist einer der größten Sätze, dessen das menschliche Herz fähig ist. Auf diesen Aufbruch kommt es an. Es kommt darauf an, im Entdecken der Würde die Demut aufzubringen, umzukehren. Umzukehren, zum Vater zu gehen. Denn er kennt uns. Er hat uns keinen Augenblick lang vergessen. Er hat sich uns nicht aufgedrängt. Er hat uns sogar gehen lassen. Vielleicht fragen wir ihn manchmal: warum hast du uns gehen lassen, warum hast du uns nicht festgehalten, warum hast du deine Macht nicht ausgenützt, damit wir dir nicht hätten davonlaufen können ins Unglück hinein?

Doch er möchte nicht Knechte, die nur funktionieren; er möchte nicht Gegängelte, nicht Wesen, die nie zu sich selber kommen. Er will uns die Freiheit lassen, ganz freigeben an uns selber, weil er selber frei ist, weil er uns nach seinem Bild erschaffen hat, weil wir seine Söhne und Töchter sind. Das ist unsere Berufung und unsere Würde.

Diese Würde zu entdecken und zugleich die Demut zum Umkehren aufzubringen, das fällt schwer. Es fällt schwer zu sagen: „Vater, ich habe gesündigt“. Es fällt schwer zur Wahrheit zu stehen, zur Wahrheit über uns selbst. Und das ist die Wahrheit, dass wir ihm immer wieder davonlaufen und ihn aus dem Blick verlieren. Doch wo wir aufbrechen, zu ihm umkehren und zur Wahrheit über uns selbst stehen, da dürfen wir dessen gewiss sein: er kommt uns schon längst entgegen.

Das Fest ist für beide Söhne offen. Der Vater will beiden Söhnen Vater sein und beide Söhne in seine Freude einbeziehen: den, der in seiner Schuld verloren und zugleich wiedergefunden ist, ebenso wie den, der sich in seiner Empörung über den Schuldigen verliert und doch nicht vom Vater aufgegeben wird. Die Liebe des Vaters kommt beiden im Fest zuvor: dem, der sich solcher Liebe nicht mehr für wert erachtet und dem, der sich über diese Liebe ärgert. Die Liebe des Vaters überholt als Vergebung die Vergangenheit des einen und als Bitte um Mitfeiern die scheinbare Gerechtigkeit des anderen.

Das Gleichnis hat einen offenen Schluss. Wir erfahren nicht, ob der ältere Sohn die Einladung angenommen und die Freude des Vaters geteilt hat. Doch die Einladung steht. Die Entscheidung, sie anzunehmen, treffen wir selbst. Gottes Liebe will werben und bitten, sie wird niemanden zum Fest zwingen.

„Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen“. Mehr brauchen wir nicht zu tun. Denn wir dürfen dessen gewiss sein: seine Versöhnungsbereitschaft umfängt sowohl uns, die wir ihm davongelaufen sind; sie umfängt uns aber auch dann, wenn wir uns stets gemüht haben, bei ihm zu sein und zu bleiben, jedoch unsere Augen für seine grenzenlose Barmherzigkeit bisweilen gehalten sind. Aus dieser Versöhnungsbereitschaft des Vaters können wir leben. Sie gibt uns die Kraft, als Versöhnte dann auch die Gabe der Versöhnung weiter zu schenken.

 

Gewissenserforschung

I. Innehalten und aufbrechen

L: Es ist gut, von Zeit zu Zeit inne zu halten und über den zurückgelegten Weg nachzudenken. Es kann dann notwendig sein, wie der jüngere Sohn aufzubrechen. Wenn wir verantwortungsbewusst handeln, wird ein solcher Aufbruch dazu führen, unser Leben zu ändern. Ob „Vollkommen-sein“ nicht heißt: immer wieder aufbrechen und sich ändern?

- Wann nehme ich mir Zeit, um meinen Lebensweg zu überdenken, auf den Ruf Gottes zu hören und die Konsequenzen für mein Leben zu bedenken?

- Wann und wo finde ich zu mir selbst, um mit Gott zu reden, zu ihm zu beten und auch vor ihm zu schweigen?

- Wo mache ich mich selbst zum Maßstab meines Handelns?

- Wann habe ich anderen gegenüber meine Stellung, mein Sagen-haben, meine Macht missbraucht, besonders gegenüber denen, die mir zu- und untergeordnet sind?

- Wo bin ich gefangen in übermäßigem Konsum von Alkohol oder anderen Drogen?

- Was möchte ich an Problemen anpacken, damit mein Leben und das anderer verändert werden könnte?

Stille

II. Ich will zu meinem Vater gehen

L: Wenn wir aufbrechen, müssen wir wissen, wohin wir aufbrechen. „Ich will zu meinem Vater gehen“. Das ist das Ziel. Je mehr wir uns ihm zuwenden, umso mehr finden wir uns selbst und finden wir zueinander. Denn in ihm finden wir, was für unser Leben unerlässlich ist: Barmherzigkeit und Vergebung.

- Wann habe ich es aus Mangel an Gesprächsbereitschaft unterlassen, Ungereimtheiten im Miteinander zu klären und im Dialog zu bereinigen?

- Bin ich bereit, die Versöhnung mit anderen zu suchen und Unrecht zu verzeihen, auch wenn es schwer fällt?

- Kann ich akzeptieren, dass ich nicht immer gut und richtig gehandelt habe?

- Habe ich den Mut, meine Fehler und mein Versagen beim Namen zu nennen: andern gegenüber und im Beichtgespräch?

- Lass ich mich im Bußsakrament mit dem Wort der Versöhnung beschenken und neu aufrichten?

Stille

III. Die Freude teilen

L: Die Freude des Vaters über den verlorengeglaubten Sohn geht über alle Maßen. Diese Freude zu teilen, fällt dem älteren Sohn schwer. Ob es dem Vater gelingt, den Sohn dafür zu gewinnen, bleibt offen. Jetzt geht an uns der Anruf des Vaters zu erkennen: „Alles, was mein ist, ist dein“. Unsere Antwort kann eigentlich nur die Dankbarkeit und die Freude sein, die wir teilen.

- Bin ich bereit, das Gute und Gelungene bei anderen anzuerkennen und ihre Freude zu teilen oder suche ich immer das Haar in der Suppe?

- Bin ich aufmerksam genug, um wahrzunehmen, wenn anderen Unrecht getan wird? Habe ich den Mut, das Unrecht auch beim Namen zu nennen?

- Gebe ich in meinem Leben Zeugnis von dem Glauben, der mich trägt? Durch meinen Einsatz in der Pfarrgemeinde, durch mein Gebet und die Mitfeier der Gottesdienste?

- Gebrauche ich mein Eigentum in Solidarität mit jenen, die nichts haben oder nur wenig besitzen?

- Bin ich bereit etwas abzugeben, auch wenn es schmerzt?

- Teile ich meine Zeit, meine Fähigkeiten und meine Kraft mit anderen, um so ihr Leben heller und zuversichtlicher zu machen?

Stille

Schuldbekenntnis

P: Gott, du bist reich an Liebe und Güte; / darum erbarme dich unser. Ich bekenn

 

Vergebungsbitte

P: Guter und treuer Gott, du führst uns hinaus ins Weite und schenkst uns die Freiheit: Vergib, wenn wir den Aufbruch nicht wagten. A: Amen.

P:  In deinem Sohn Jesus Christus stehst du vor der Tür unseres Lebens und klopfst an: Vergib, wenn wir auf deine Stimme nicht gehört und dir nicht geöffnet haben. A: Amen.

P:  Du kommst uns entgegen und lädst uns ein zum Mahl der Freude: Vergib, wenn wir deiner Einladung nicht gefolgt sind. A: Amen.

P: Der Herr vergebe euch Sünde und Schuld, und jeden Mangel an Glaube und Liebe.

Gebet des Herrn

P: So lasst uns nun beten, wie der Herr selbst es uns gelehrt hat:

A: Vater unser im Himmel...

Segen:

 Es segne euch Gott der Vater, er hat euch angenommen als seine Söhne und Töchter. A: Amen.

Es segne euch Gott, der Sohn, er hat der Welt und den Menschen Versöhnung gebracht. A: Amen.

Es segne euch Gott, der Heilige Geist er führe euch in die Grenzenlosigkeit seiner Liebe und mache euch zu Werkzeugen der Versöhnung. Amen.

Das gewähre euch der dreifaltige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

A: Amen.

 

Der Bußgottesdienst ersetzt die Beichte nicht, sondern bereitet darauf gut vor. Daher laden wir Sie zum Sakrament der Versöhnung ein. Beichtgelegenheit ist hier …

Maiandacht

  Marienandacht V          Allmächtiger Vater, wir preisen dich und danken dir, dass du Maria so wunderbar begnadet hast; sie ist die unve...